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Apple stellt neue iPhones mit besseren Kameras vor

Apple-Geschäftsführer Tim Cook bei der Produktvorstellung des iPhone 11. Foto: Tony Avelar/FR155217 AP

Pünktlich zum Weihnachtsgeschäft gibt es neue iPhones von Apple. Die Top-Modelle bekamen zum ersten Mal den Namenszusatz Pro - und der Konzern füllt ihn mit innovativen Kamera-Funktionen aus. Bei der Uhr Apple Watch bleibt erstmals das Display immer an.

Cupertino (dpa) - Apple setzt bei seiner neuen iPhone-Generation stark auf bessere Kameras, um die zuletzt gesunkenen Verkäufe seines wichtigsten Produkts anzukurbeln.

Das iPhone 11, das als Einstiegsmodell das aktuelle iPhone XR ersetzt, bekommt einige interessante Features.

Bessere Nachtsicht und mehr

Unter anderem spendiert Apple einen Nacht-Modus, der für gute Bilder bei dunklen Lichtverhältnissen sorgen soll.

So soll man zum Beispiel Fotos im Dunkeln aufnehmen können, ohne den Blitz der Kamera verwenden zu müssen. Die Helligkeit wird dann durch ein Programm automatisch angepasst. Dies soll auch bei bereits aufgenommenen Bildern funktionieren. Laut Apple arbeitet die neue Funktion immer dann automatisch, wenn ein Foto in einer dunkleren Umgebung aufgenommen wurde.

Apple-Chef Kaiann Drance sagte dazu: "Wir bestimmen die Bildfusionszeit und verwenden adaptive Belichtungsreihen basierend auf dem, was wir in der Vorschau sehen. Also kürzere Bilder, wenn Sie sich bewegen, oder längere Bilder, wenn Sie tiefe Schatten haben.

Ein weiteres Feature ist das zusätzliche Ultra-Weitwinkel-Objektiv. Es soll nicht nur genutzt werden, um mehr ins Bild zu bekommen, sondern auch zur Verbesserung der Fotos.

Die Nachfolger der aktuellen Top-Modelle iPhone XS und XS Max tragen die Namen iPhone 11 Pro und Pro Max. Die vorgestellten Geräte haben nun drei Kameras - mittlere Brennweite, Teleobjektiv und Ultra-Weitwinkel. Bei den Pro-Modellen sollen mit der neuen Funktion «Deep Fusion» besonders hochwertige Aufnahmen durch die Auswertung mehrerer Bilder entstehen. Die Kameras nehmen dafür neun Fotos mit verschiedenen Einstellungen auf und setzten daraus «Pixel für Pixel» ein Bild zusammen, wie Marketing-Chef Phil Schiller am Dienstag erläuterte. Beim Nacht-Modus hatten vor einem Jahr Googles Smartphones der Marke «Pixel» die damals neuen iPhones abgehängt.

Für die Bildbearbeitung verbesserte Apple noch einmal den Prozessor der Geräte mit dem A13-Chip aus eigener Entwicklung. Nun sollen unter anderem auch Zeitlupen-Selfies mit der Front-Kamera der iPhones möglich sein. Die Macher der Video-App «FiLMiC Pro» demonstrierten, wie sie dank der neuen Fähigkeiten gleichzeitig Video von mehreren Kameras des iPhone aufnehmen können.

Nicht nur Kamera verbessert

Die iPhones bekamen auch weitere Verbesserungen. Das Glas der Geräte soll nun deutlich wiederstandfähiger sein, die Gesichtserkennung FaceID soll schneller greifen. Die Batterie soll beim Pro bis zu vier Stunden länger halten als beim aktuellen XS und beim größeren Pro Max bis zu fünf Stunden länger als beim XS Max.

Das iPhone 11 kostet in Deutschland ab 799 Euro mit 64 Gigabyte Speicher. Das Pro verkauft Apple ab 1149 Euro und das Pro Max ab 1249 Euro. Die neuen Modelle kommen am 20. September auf den Markt.

Das ändert sich bei Apple Watch und iPad

Bei der neuen Generation der Computer-Uhr Apple Watch bleibt der Bildschirm erstmals die ganze Zeit an. Bisher war er normalerweise schwarz, um Strom zu sparen, und sprang erst an, wenn der Bewegungssensor erkannte, dass der Arm hochgehoben wird. Für die Funktion setzt Apple bei der «Series 5» der Uhr ein neues Display ein, das weniger Strom verbraucht. Die Batterie soll damit 18 Stunden halten. Die Uhr bekommt auch einen Kompass. Die Notruf-Funktion funktioniert nun in allen Ländern. Die Alu-Gehäuse werden ab jetzt aus Recycling-Aluminium hergestellt. Erstmals gibt es Gehäuse aus Titan und wieder auch aus Keramik.

Die neuen Uhren kommen ebenfalls am 20. September auf den Markt. Apple behält auch die Series 3 aus dem Jahr 2017 im Programm und verkauft sie nun für 199 Dollar - das ist der bisher günstigste Preis für eine Apple Watch.

Komplettiert werden die Geräte-Neuheiten mit einem aufgefrischten Einstiegs-Modell des iPad-Tablets, das unter anderem einen etwas größeren Bildschirm bekam.

Apple TV+ attackiert mit Kampfpreis

Apple gab auch neue Details zu seinen anstehenden Diensten bekannt. So unterbietet der Konzern mit dem Preis seines Videostreaming-Angebots Rivalen wie Netflix. Apple TV+ wird in Deutschland 4,99 Euro im Monat kosten. Erste Exklusiv-Produktionen sollen am 1. November in mehr als 100 Ländern verfügbar sein, kündigte Konzernchef Tim Cook am Dienstag an.

Apple verpflichtete für den Dienst unter anderem Hollywood-Stars wie Reese Witherspoon und Jennifer Aniston. Zugleich hatten Branchenbeobachter betont, dass Apple am Anfang eigentlich nur weniger als die Rivalen verlangen könne, weil der Konzern zumindest am Anfang ein schmaleres Inhalte-Angebot haben werde. Netflix etwa kostet in der günstigsten Tarifoption 7,99 Euro im Monat.

Apple setzt verstärkt auf Abo-Modelle, während die iPhone-Verkäufe zuletzt zurückgingen. Am Dienstag kündigte der Konzern auch den Start des Spiele-Abos Apple Arcade an, das ebenfalls 4,99 Euro im Monat kosten wird und am 18. September startet. Die Games von Apple Arcade sollen exklusiv nur bei dem Dienst verfügbar sein.