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Apple: So wertvoll wie nie, so überbewertet wie lange nicht?

Nils Jacobsen
·Wirtschaftsjournalist und Techblogger
·Lesedauer: 3 Min.
Jubelstimmung bei Apple: Der Traumlauf an der Wall Street geht weiter (Foto: © Apple)
Jubelstimmung bei Apple: Der Traumlauf an der Wall Street geht weiter (Foto: © Apple)

Es sind historische Tage für Apple: Dank der starken Quartalszahlen in der vergangenen Woche ist der Techpionier aus Cupertino wieder wertvollster Konzern der Welt. Doch Banken und Analysten fragen sich, wie weit der Traumlauf eigentlich noch gehen kann.

Auch nach 44 Jahren ist Apple immer noch gut für neue Superlative – besonders an der Wall Street. Dass der iKonzern wie die anderen GAFA-Unternehmen gut durch die Corona-Krise gekommen ist, ist keine Neuigkeit – was seit Bekanntgabe der jüngsten Quartalsbilanz in der vergangenen Woche passiert, dagegen schon.

Apple hat dabei nach Meinung zahlreicher Marktbeobachter sein bestes Ergebnis seit Jahren vorgelegt – zumindest gemessen an den Erwartungen der Wall Street, die weit übertroffen wurden. Die Umsätze lagen gleich 7 Milliarden Dollar über den Analystenschätzungen, während der Nettogewinn knapp zwei Milliarden über dem Konsens lag. Allein: Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum betrug Apples Umsatz- und Gewinnwachstum lediglich 11 bzw. 12 Prozent. Der Konzerngewinn fällt sogar niedriger aus als vor zwei Jahren.

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Apple gewinnt 200 Milliarden Dollar an Börsenwert in zwei Tagen

Obwohl die Apple-Aktie bereits seit Jahresbeginn deutlich zweistellig im Plus lag und seit den Tiefen im Zuge der Corona-Krise um mehr als 80 Prozent zugelegt hatte, feierte die Wall Street das neue Zahlenwerk wie ein neues Kultprodukt des Kultkonzerns.

Die Apple-Aktie schoss in den fünf Handelstagen seit Bilanzverkündung um 70 Dollar oder 18 Prozent auf nunmehr 455 Dollar nach oben und bescherte dem Techpionier einen Zuwachs im Börsenwert um mal eben 300 Milliarden Dollar – was dem Äquivalent vom Netflix, Twitter und Snap zusammen entspricht.

Apple ist wieder wertvollster Konzern der Welt

Lohn der Megarallye: Mit einem Börsenwert von nunmehr 1,95 Billionen Dollar ist Apple nunmehr nicht nur so wertvoll wie nie – der 44 Jahre alte IT-Gigant hat mit seinem gigantischen Kurssprung auch Ölmulti Saudi Aramco hinter sich gelassen und kann sich nach knapp einjähriger Pause wieder wertvoller Konzern der Welt nennen.

Mehr noch: Dem iPhone-Erfinder fehlt ein Wertzuwachs von gerade mal weiteren zweieinhalb Prozent, dann würde Apple den nächsten Meilenstein knacken. Der erste Billionen-Dollar-Konzern scheint prädestiniert, der erste Zwei-Billionen-Dollar-Konzern der Welt zu werden. Nicht zuletzt der angekündigte Aktiensplit im Verhältnis 1:4, der die Anteilscheine optisch auf Kurse von 114 Dollar verbilligt, könnte CEO Tim Cook dabei helfen, auch diese historische Marke zu knacken.

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Ist Apples Bewertung angemessen?

Allein, ist der Gipfelsturm gerechtfertigt und auf Dauer zu halten? In den vergangenen Tagen mehrten sich die skeptischen Stimmen aus der Investmentszene. “Apples Multiple nähert sich elender Albernheit an”, merkte etwa Josh Brown vom Vermögensverwalter Ritholtz Wealth Management bei CNBC an.

Was Brown damit meint: Das maßgebliche Kurs-Gewinn-Verhältnis ist auf aktuell auf 34,5 geschossen. Das ist das höchste Niveau, das die Wall Street Apple in rund zwölf Jahren bewilligt hat, wie das Finanzportal Seeking Alpha herausgearbeitet hat. Seinerzeit hatte Apple mit dem iPhone gerade einen neuen Wachstumstreiber auf den Markt gebracht und sollte Umsätze und Gewinne in der Folge verdoppeln, heute feiert die Wall Street exzessiv knapp zweistellige Zuwächse, die möglicherweise in den Folgequartalen nicht zu halten sind.

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Das Bewertungsniveau erreiche einen Punkt, der “den Bezug zur Wirtschaft und Apples Rolle darin verliert”, folgert Brown weiter. Selbst den ersten Großbanken, die nach dem jüngsten Quartal reihenweise ihre Kursziele anhoben, scheint die Luft nach dem Höhenflug allmählich dünn zu werden: Wall Street-Schwergewicht Merrill Lynch stufte Apple gestern von “kaufen” auf “neutral” zurück.

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