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Apple ist der klare Gewinner der neuen Smart-Home-Allianz

Evan Niu

Neulich haben Apple (WKN: 865985), Amazon.com (WKN: 906866), Alphabet (WKN: A14Y6F) und die Zigbee Alliance eine neue Allianz zur Entwicklung eines neuen Konnektivitätsstandards für Smart-Home-Geräte angekündigt. Zigbee vertritt auch andere Mitglieder, die Internet of Things (IoT) und Smart-Home-Technologien anbieten, darunter Samsung SmartThings, der schwedische Möbelhersteller IKEA und NXP Semiconductors, um nur einige zu nennen.

Schauen wir doch mal, warum Apple aus diesen jüngsten Entwicklungen als Gewinner hervorgeht.

Die Aufholjagd

Ohne Zweifel hinkt Apple den Konkurrenten Amazon und Google auf dem Markt für Smart-Home-Geräte hinterher. Amazons Alexa und Googles Nest sind in den USA die wichtigsten Player, vor allem dank des wachsenden Portfolios erschwinglicher sprachgesteuerter Geräte, die als Zugangspunkte dienen, sowie der breiten Unterstützung von Gadget-Herstellern von Drittanbietern.

Amazon hat vor Kurzem bekannt gegeben, dass Alexa mittlerweile beispielsweise über 100.000 Smart-Home-Produkte von über 9.500 verschiedenen Marken unterstützt. Trotz der Veröffentlichung von Alexa vier Jahre nach Apples Siri war der E-Commerce-Riese der erste, der seinen virtuellen Assistenten für Drittanbieterentwickler öffnete, was einen frühen Vorsprung bei der Erschaffung einer Plattform verschaffte. Googles Plattform unterstützt schätzungsweise 10.000 Smart-Home-Geräte, während Apple weniger als 500 HomeKit-fähige Produkte verkauft.

Apple hat seine Smart-Home-Strategie von Anfang an – man muss es so sagen – verpfuscht. Neben den grundlegenden Mängeln von Siri hatte Apple anfangs hohe (und kostspielige) Anforderungen an die Hardware-Authentifizierung für seine Smart-Home-Plattform HomeKit gestellt. Erst ab 2017 verlagerte Apple den Schwerpunkt auf die Software-Authentifizierung, was einigen Herstellern erlaubte, HomeKit nachträglich zu unterstützen. Apple will angeblich seine Smart-Home-Strategie überdenken, um mit Amazon und Google gleichzuziehen.

Außerdem ist Apples einziger intelligenter Lautsprecher, der teure HomePod, ein kommerzieller Flop gewesen. Während die Benutzer Smart-Home-Geräte von Smartphones aus steuern können, haben sich intelligente Lautsprecher als bevorzugte Methode für den Zugang zur Smart-Home-Anwendungen herauskristallisiert. Amazon dominiert weiterhin den Markt für Smart Speaker und hatte laut Schätzungen von Canalys im Q3 einen Marktanteil von 37 %.

Die neue Partnerschaft – genannt Project Connected Home over IP (Internet Protocol) bzw. CHIP – zielt darauf ab, die Kompatibilität zwischen Smart-Home-Produkten zu erhöhen, indem ein lizenzfreies und Open-Source-Modell genutzt wird, um einen neuen einheitlichen Standard zu schaffen, der zum Teil auf den bestehenden Smart-Home-Technologien basiert, die Amazon, Apple, Google und Zigbee bereits auf den Markt gebracht haben. Dadurch kann die CHIP-Gruppe den Zeitplan beschleunigen.

HomeKit ist Teil von Apples MFi-Zubehörprogramm, das von den Herstellern die Zahlung von Lizenzgebühren an Apple verlangt.

Als klarer Nachzügler in der Smart-Home-Technologie bedeutet das auch, dass Apple am meisten von einem neuen Standard profitieren kann, der die Kompatibilität zwischen den Smart-Home-Geräten erhöht. Bald könnten alle Smart Home Gadgets, die die Verbraucher bereits gekauft haben, mit HomeKit kompatibel werden. Dann bräuchte Apple nur noch einen erschwinglicheren Smart Speaker.

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The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Alphabet, Amazon und Apple. Evan Niu besitzt Aktien von Amazon und Apple. Dieser Artikel erschien am 20.12.19 auf Fool.com und wurde für unsere deutschen Leser übersetzt.

Motley Fool Deutschland 2020