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Apple hat was gegen Birne

Sandra Alter
·Freiberufliche Journalistin
·Lesedauer: 3 Min.

Wenn Apple sein Markenlogo in Gefahr sieht, ruft das stets die Anwälte des US-Konzerns auf den Plan. Die haben jetzt das Logo einer App für gesunde Mahlzeiten im Visier.

Barcelona, Spain - September 26, 2016: Apple Store At Catalonia Square (Plaza Catalunya) in Barcelona in a neoclassic architecture building.
(Bild: Getty)

Äpfel kann man nicht mit Birnen vergleichen, besagt ein Sprichwort. Das sieht man beim US-Konzern Apple offensichtlich anders. Denn der leitete rechtliche Schritte gegen Prepear Inc. ein. Das Unternehmen betreibt eine App, mit der Nutzer Rezepte für gesunde Mahlzeiten abrufen können.

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Als Logo hat die Anwendung eine angedeutete hellgrüne Birne, an der ein einzelnes Blatt hängt. Der Name der App ist ein Wortspiel aus den englischen Begriffen “prepare”, auf Deutsch: “zubereiten” und “pear”, auf Deutsch: “Birne”.

Verwechslungsgefahr?

Apples Markenrechtler sind offensichtlich der Meinung, dass die Birne dem eigenen Logo – dem berühmten angebissenen Apfel – zu ähnlich ist. Sie fordern, das Logo zu ändern, wie die Unternehmensgründerin von Prepear auf Instagram berichtet.

Die Juristen reichten einen Widerspruch gegen das Prepare-Logo beim US-Patent- und Markenamt ein. In der Begründung heißt es, dass die Wahrscheinlichkeit einer Verwechslung gegeben sei.

Teurer Rechtsstreit

Das sei ein schwerer Schlag gegen ihre erst seit fünf Jahren bestehende kleine Firma, so die Unternehmensgründerin. Wenn sie sich dagegen wehren wolle, werde der Rechtsstreit Zehntausende Dollar kosten. Da Apple immer wieder gegen kleine Unternehmen vorgehen würde und viele kampflos aufgegeben hätten, fühle sie sich aber moralisch verpflichtet, um ihr Logo zu kämpfen.

Petition gestartet

Um möglichst viele Unterstützer für ihr Anliegen zu finden, hat Prepare Inc. vor wenigen Tagen eine Petition auf Change.org gestartet. Das Ziel der Petition sind 50.000 Unterstützer. Zu Redaktionsschluss hatten bereits weit mehr als 40.000 Menschen unterzeichnet.

Kein Einzelfall

Auch in Deutschland gerieten schon mehrfach Unternehmen wegen ihrer Logos ins Blickfeld von Apples Markenrechtlern. So wie im Mai vergangenen Jahres ein Touristikverein aus Nordrhein-Westfalen.

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Grund war das neue Logo für einen Radweg, der durch ein Apfelanbaugebiet führt. Das zeigt einen angedeuteten roten Apfel mit einem grünen Blatt und einer Pfeilspitze. Das Logo soll Radfahrern den Weg durch das rheinische Obst- und Gemüseanbaugebiet weisen.

Apple machte Rückzieher

Im Juni 2019 zog Apple seinen Widerspruch zurück, forderte aber, dass das Logo beim Deutschen Patent- und Markenamt (DPMA) einen Zusatz bekommt, wie der Betreiber des Radwegs mitteilte. Demnach wurde festgelegt, dass der nordrhein-westfälische Apfel für die angemeldeten Waren und Dienstleistungen “ausschließlich mit Bezug auf einen Fahrradwanderweg durch die Apfelanbauregion Rhein-Voreifel” verwendet werden darf.

In 2011 hatte Apple ebenfalls Widerspruch beim DPMA eingelegt. Grund war damals das Logo des Bonner Familien-Cafés Apfelkind, das einen weißen Kinderkopf in einem roten Apfel zeigt. Nach zwei Jahren Streit zwischen den Anwälten hatte der US-Konzern auch diesen Widerspruch schließlich zurückgenommen.

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