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Apple-Gründung: Eine persönliche Fehlentscheidung, die Milliarden kostete

Apple (Wozniak (l.) und Jobs (Getty)
Apple (Wozniak (l.) und Jobs (Getty)

In unserer neuen Serie stellen wir teure Fehlentscheidungen vor, die in der Wirtschafts- und Börsenwelt Milliarden kosteten.

Fehlentscheidungen, die Milliarden kosteten – Folge 3: Ron Wayne

Schnell, welche Person kommt wohl den meisten Menschen in den Sinn, wenn es um die Gründungsgeschichte von Apple geht? Den allermeisten dürfte vermutlich blitzartig der Name Steve Jobs in den Kopf schießen. Wer ein wenig weiter denkt, wird vielleicht noch auf Co-Gründer Steve Wozniak kommen. Doch was ist mit Ron Wayne?

Auch ein Dritter im Bunde mit eben diesem Namen war damals ebenfalls maßgeblich an der Gründung von Apple beteiligt. Ohne sein Wirken wäre Apple möglicherweise niemals ins Leben gerufen worden.

Der Grund dafür, dass er in Vergessenheit geraten ist? Natürlich auch eine Fehlentscheidung, die ihn Stand heute Milliarden kostete.

Apples frühe Tage

Wie bereits erwähnt, könnte Ron Wayne durchaus berechtigterweise für sich reklamieren, dass Apple durch ihn überhaupt erst gegründet worden ist. Als Steve Jobs nämlich im Jahre 1976 ganz versessen darauf gewesen ist, seine eigenen Personal-Computer-Visionen mithilfe eines eigenen Unternehmens zu verwirklichen, soll Wozniak zunächst gezögert haben.

Beide, beziehungsweise alle drei Gründungsmitglieder besetzten zu dieser Zeit ansprechende Stellen beim damaligen Videospiele-Pionier Atari und ein Weggang zwecks eigenem Unternehmertum war gewiss mit Risiken verbunden.

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Nur durch Ron Waynes Vermittlertätigkeiten, so die Geschichte, konnten Steve Jobs und Steve Wozniak im Endeffekt unter einen Hut gebracht werden und den fundamentalen Schritt zur Gründung Apples begehen.

Der viel zu frühe Ausstieg

Nach der etwas holprigen Gründung war im Weiteren angedacht, dass Ron Wayne bei dem noch jungen Apple die Papierarbeit übernehmen sollte. Vertraglich festgelegt wurde daher bei der offiziellen Gründung am 1. April des Jahres 1976, dass Ron Wayne für sein bürokratisches Wirken einen Anteil an Apple in Höhe von 10 % erhalten solle, während die kreativen Köpfe Jobs und Wozniak jeweils Anteile von 45 % erhielten.

Elf Tage später hatte Wayne jedoch genug von Apple – beziehungsweise bekam kalte Füße. Als das Unternehmen einen ersten Kredit in Höhe von 15.000 US-Dollar zur Fertigung eines Apple-Computers aufnehmen wollte, kochten wohl seine eigenen bereits gescheiterten Versuche bei der Selbständigkeit wieder hoch, für die er noch lange die Schulden abzahlen durfte. Eine derartige Erfahrung, so gängige Erzählungen, wollte er damals nicht nochmal mit einem jungen Unternehmen erleben. Außerdem betrachtete sich Wayne wohl selbst ebenfalls eher als kreativen Kopf und konnte sich daher nicht auf Anhieb in seine Rolle als Verwalter einfinden.

Der Apple Vertrag zwischen Wozniak, Steve Jobs und Ronald Wayne (Getty)
Der Apple Vertrag zwischen Wozniak, Steve Jobs und Ronald Wayne (Getty)

Und so gab er am 12. April 1976 bereits seinen Anteil in Höhe von 10 % für gerade einmal 800 US-Dollar an Jobs und Wozniak zurück. Immerhin, im Jahre 1977 bekam er noch einmal 1.500 US-Dollar für die Abtretung sämtlicher Rechte an Apples Produkten, die Ron Wayne in seiner doch recht kurzen Zeit bei dem Unternehmen theoretisch erworben hätte.

Ein wirklich teurer, persönlicher Fehler

Im Nachhinein ein wirklich teurer Fehler, auch wenn seine damaligen Beweggründe mit Sicherheit nachvollziehbar sind. Nichtsdestoweniger wäre sein Anteil zum jetzigen Zeitpunkt, gemessen an einem Börsenwert von mehr als 900 Milliarden US-Dollar, mehr als 90 Milliarden US-Dollar wert. Sofern er folglich hypothetisch gesehen nie verkauft hätte, wäre er somit einer der reichsten Menschen unseres Planeten.

Apple-Aktie
Apple-Aktie

Immerhin, er selbst scheint mit seinem vorschnellen Verkauf im Reinen zu sein. Seit 2012 erklärt er in diesem Kontext immerzu, dass er vermutlich sowieso nie den „Hunger“ gehabt hätte, um die Erfolgswelle von Apple lange genug zu reiten. Hoffen wir daher für ihn, dass er es wirklich so meint. Denn nur die Wenigsten waren jemals so nah dran, maßgeblich am wertvollsten Unternehmen unserer Zeit beteiligt zu sein. Und nur die Wenigsten dürften das Verpassen einer derartigen Gelegenheit so leicht wegstecken können.