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Appell an G20-Gipfel: Krisenbewältigung statt Streitereien gefordert

NUSA DUA (dpa-AFX) -Zivilgesellschaftliche Organisationen haben die Gruppe der großen Wirtschaftsmächte aufgefordert, auf dem G20-Gipfel im November trotz ihrer Differenzen gemeinsam Lösungen für die globalen Krisen anzupacken. In einem Kommuniqué zum Abschluss ihrer dreitägigen Beratungen am Freitag in Nusa Dua auf der indonesischen Insel Bali beklagten Nichtregierungsorganisationen (NGO) aus 65 Staaten, dass zahlreiche G20-Ministertreffen im Vorfeld wegen der Streitigkeiten keine Erklärungen zustande gebracht hätten.

"Das besorgt uns enorm, da es zeigt, dass die G20-Gruppe nicht in der Lage war, ihre Differenzen außen vor zu lassen", heißt es in der Abschlusserklärung der knapp 700 Teilnehmer an den virtuell und vor Ort abgehaltenen persönlichen Beratungen. Mit Blick auf die Folgen der Pandemie, des Ukraine-Krieges und anderer Konflikte hieß es: "Millionen von Menschen leiden unter mehrdimensionalen Krisen." Genannt wurden Gesundheit, Ernährung, Energie, Klima, Finanzen und humanitäre Probleme, die sich verschärft hätten.

Die C20-Teilnehmer forderten Fortschritte beim Aufbau einer sozial gerechten globalen Gesundheitsarchitektur, mehr Steuer-, Finanz- und Klimagerechtigkeit, eine faire Energiewende und inklusive digitale Transformation. Die Krisen behinderten nicht nur die Entwicklungsagenda, sondern drohten auch, Ziele zunichte zu machen. So würden die Bemühungen der G20-Staaten erschwert, eine starke, nachhaltige, ausgewogene und sozial gerechte soziale und wirtschaftliche Erholung zu erreichen.

"Die C20 ruft die G20 deswegen auf, ihre Differenzen zur Seite zu legen, die Machtkämpfe zu beenden, und der Krisenlösung Vorrang einzuräumen, um eine gerechte Erholung für alle Bürger der Welt sicherzustellen", heißt es in dem Kommuniqué der unabhängigen Organisationen, die immer vor den G20-Beratungen ihre Forderungen an die Wirtschaftsmächte formulieren. Der G20-Gipfel findet vom 15. bis 16. November auf Bali statt.

Der G20 gehören 19 Staaten sowie die EU an: Deutschland, Argentinien, Australien, Brasilien, China, Frankreich, Großbritannien, Indien, Indonesien, Italien, Japan, Kanada, Mexiko, Russland, Saudi-Arabien, Südafrika, Südkorea, Türkei und die USA.