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Apobank ringt mit anhaltenden IT-Problemen

Die Apotheker- und Ärztebank hat ihre IT am Pfingstwochenende umgestellt. Noch immer läuft das Banking nicht rund. Das Geldhaus zeigt sich selbstkritisch.

Zehn Tage nach einer großen IT-Umstellung kämpft die Apotheker- und Ärztebank (Apobank) noch immer mit Problemen. So kommt es dem Geldhaus zufolge bei Überweisungen mitunter weiterhin zu Verzögerungen. Demnach werden Zahlungen teils im Onlinebanking verspätet angezeigt, daneben gibt es Zeitverzögerungen bei Zahlungen.

Die Düsseldorfer Bank gibt sich zerknirscht. Eine Sprecherin sagte: „Die IT-Umstellung ist mit Blick auf die Kunden nicht geglückt. Wir bedauern das.“ Die Bank arbeite derzeit die ganzen aufgestauten Anfragen ab.

Die Apobank, die nach dem Spitzeninstitut DZ Bank größte Genossenschaftsbank in Deutschland, hat während des Pfingstwochenendes ihre komplette IT vom genossenschaftlichen Anbieter Fiducia GAD auf den Schweizer Anbieter Avaloq umgestellt. Selbst für die Apobank mit ihren 480.000 Kunden ist das ein Megaprojekt. Sie muss dafür einen mittleren dreistelligen Millionenbetrag aufwenden. Die genauen Kosten hat die Bank bisher nicht genannt.

Aus Sicht von Boris Strucken, Innovationschef bei FIS Europa, einem IT-Dienstleister, ist es naheliegend, dass es zu Problemen kommt, „wenn eine Bank ihre IT in einem Big Bang von einem Dienstleister zu einem neuen umstellt“. Es sei ratsam, eine IT-Umstellung zu entzerren und sie in mehreren kleinen Schritten zu vollziehen. Dass allerdings sei teurer für die Banken.

Auch andere Geldhäuser haben in den vergangenen Monaten mit IT-Problemen gerungen. Die Schwierigkeiten bei der Apobank ziehen sich aber ungewöhnlich lang hin. Über soziale Netzwerke wie Facebook und Twitter, aber auch auf Onlineseiten von Fachmedien haben viele Kunden ihren Unmut deutlich gemacht.

Begonnen hatten die Probleme gleich nach Pfingsten. Die Bank schaltete das Onlinebanking erst am Dienstagnachmittag frei. Bei vielen Kunden sorgte das neue Anmeldeverfahren für das Onlinebanking dann für Irritationen. Auch hier gesteht die Apobank Fehler ein: „Die Beschreibung, wie man das Onlinebanking aktiviert, hätten wir besser machen können.“ Man hätte von Anfang an mehr erklären müssen. Infolge der zahlreichen Kundenanfragen brach die Hotline der Bank zusammen.

Bei der Nutzung von Girocard und Kreditkarten kam es ebenfalls zu Störungen, die laut der Apobank aber weitgehend behoben sind. In bestimmen Geschäften konnten Kunden zeitweise nicht mit der Girocard, besser bekannt unter ihrem alten Namen „EC-Karte“, zahlen.