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Antizipiere die Crashgefahr, aber richtig! Eine Versicherung für dein Depot

·Lesedauer: 4 Min.
Broker schlägt Hände vor rotem Chart über den Kopf Börsencrash schlechte Performance Crash Evergrande
Broker schlägt Hände vor rotem Chart über den Kopf Börsencrash schlechte Performance Crash Evergrande

Egal ob du Multimillionär ist oder eher noch am Anfang der Vermögensbildung stehst: Die Erhaltung von Wohlstand und Vermögen ist eines der großen Geldthemen unserer Zeit. Auf dem Sparbuch zehren Nullzinsen und Inflation die Kaufkraft auf und an der Börse könnte ein Crash vor der Tür stehen. Die Spekulation nimmt teilweise groteske Züge an und mehrere Zentralbanken beginnen, die Zügel anzuziehen.

Das könnte der richtige Zeitpunkt sein, um in eine Versicherung zu investieren. Wir versichern unser Haus, unsere Gesundheit, unser Auto: Warum also nicht auch unser Aktiendepot? Lieber vorsorgen als hinterher lamentieren.

Ein verrücktes Börsenjahr geht zu Ende

Schaut man auf die großen Leitindices, dann könnte man meinen, dass 2021 ein ganz normales Börsenjahr war. Der DAX ist solide 13 % im Plus und der Dow Jones 17 %, jeweils ohne größere Ausschläge. Aber das erzählt nicht einmal die halbe Geschichte.

So haben sich zum Beispiel die Kurse vieler kleinerer und mittelgroßer Technologiewerte im ersten Quartal vervielfacht, nur um in den folgenden drei Quartalen wieder auf das Startniveau zurückzukehren. In manchen Fällen war es sogar noch schlimmer. Auch Umwelttechnik aller Art war Anfang des Jahres im Zuge der Biden-Euphorie noch extrem hoch im Kurs. Danach folgte Tristesse.

Richtig gut lief es hingegen vor allem für Anleger, die auf Aktien setzten, die heute unter dem Kürzel MAMAA (oder noch besser MANAMANA) bekannt sind. Mit den (meist) kalifornischen Tech-Giganten hatte man 2021 gut lachen, da diese unter den Bedingungen von Pandemie und Chipmangel florierten wie nie zuvor.

Die Risiken bleiben hoch

Auf den versteckten Crash diverser Börsensegmente könnte nun ein echter Crash folgen, der auch die von den Schwergewichten dominierten Indices mit nach unten zieht. Die Anzeichen dafür sind vielfältig. Crashpropheten führen gleich eine Reihe von Argumenten an:
– Die erhöhte Inflation und ausufernde Schulden zwingen früher oder später zu einer strengeren Zentralbankpolitik, was den Börsen Liquidität entziehen würde.
– Omikron
– Ukraine, Taiwan und diverse Krisenherde
– Turbulenzen an den Rohstoffmärkten
– Bitcoin
– Cyberkriminalität
– eine angeblich zunehmend rissige Charttechnik
– überaus erstaunliche Kursentwicklungen im Large-Cap-Segment
– beliebte Frühindikatoren wie das Shiller P/E Ratio, die zuletzt das Niveau der Dotcom-Blase erreichten

Natürlich könnte man sagen, dass es über die letzten zwölf Boom-Jahre jederzeit Gründe zur Sorge gab. Und dennoch sind die Börsen, insbesondere in den USA, immer weiter gestiegen. Aber sind all diese bekannten Risiken wirklich in den Kursen einkalkuliert? Und was ist mit den unbekannten Risiken? Genauso wie die Pandemie für Chaos sorgte, dürfte auch die (hoffentlich baldige) Rückkehr zur neuen Normalität so manche Überraschung bereithalten.

Wie man jetzt eine Versicherung für sein Depot kaufen kann

Trotz aller Risiken wäre es wahrscheinlich falsch, sofort sein gesamtes Depot glattzustellen und sich komplett der Inflation auszusetzen. Ob ein größerer Crash morgen, in einem Jahr oder erst viel später kommt, ist schließlich noch längst nicht sicher. Manch ein Analyst geht sogar davon aus, dass nun erst einmal eine große Rally ansteht, weil aggressive Shortseller ihr Blatt möglicherweise überreizt haben. Das würde vor allem die gebeutelten Small-Caps betreffen.

Unter diesen komplexen Bedingungen gilt es also, sich gut zu überlegen, wie und mit welchem Index man sich absichern will. Ich denke, dass der Nasdaq 100 im Moment am besten geeignet ist, weil dort die Überbewertung am krassesten wirkt; alternativ der S&P 500 oder sogar der MSCI World.

Als Versicherung kommen unterschiedliche Instrumente infrage:

  • Ein Short-ETF, zum Beispiel der Xtrackers S&P 500 Inverse Daily Swap UCITS ETF (WKN: DBX1AC). Vorteil: sehr geringes Totalverlustrisiko und geringe Relevanz des Zeitfaktors. Nachteil: hoher Kapitaleinsatz erforderlich für echte Versicherung.

  • Ein gehebeltes Bear-Zertifikat mit großem Abstand (mindestens 20 %, besser 50 %) zum aktuellen Niveau, zum Beispiel der UBS Endlos-Turbo-Put auf den Nasdaq 100 mit derzeitigem Basispreis 23.161,85 US-Dollar (WKN: UH4UWR). Vorteil: weniger Kapitaleinsatz als bei Short-ETF. Nachteil: höheres Totalverlustrisiko.

  • Ein Discount-Put mit sehr tiefem Basispreis, zum Beispiel ein Citibank-Papier mit Laufzeit bis 17.06.2022 und Basispreis 12.800 (WKN: KE656H). Es würde sich wahrscheinlich etwa verfünffachen, wenn der Index zwischenzeitlich um mehr als ein Viertel fällt. Mit geringem Einsatz lässt sich damit eine effektive Crash-Versicherung des Depots realisieren. Passiert allerdings nichts Gravierendes, dann ist der Einsatz weg. Aber das ist auch so, wenn man gegen Naturkatastrophen vorsorgt und eine Elementarversicherung bei der Allianz (WKN: 840400) kauft.

Depot-Versicherung: Zusammengefasst

Mit Short-ETF und Bear-Zertifikat können wir über einen unbestimmten Zeitraum unser Bargeld parken, bis wir wieder Lust zum Investieren und Ausbauen unseres Depots bekommen. Im besten Fall gelingt es, zum richtigen Zeitpunkt mit einer guten Rendite auszusteigen, um dann in verbilligte Aktien umzuschichten.

Wenn es hingegen nur darum geht, für den Extremfall vorzusorgen, dann sind Discount-Puts das Mittel der Wahl. Sie bieten viel Short-Power zum kleinen Preis und stellen sicher, dass man genug Bargeld hat, wenn die Kurse auf dem Kellerboden aufschlagen.

Der Artikel Antizipiere die Crashgefahr, aber richtig! Eine Versicherung für dein Depot ist zuerst erschienen auf The Motley Fool Deutschland.

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Ralf Anders besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Wertpapiere.

Motley Fool Deutschland 2021

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