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Anteil erneuerbarer Energien am Bruttostromverbrauch rückläufig

·Lesedauer: 2 Min.
Windkraftanlagen in Klein Bünzow (AFP/Odd ANDERSEN)

Der Anteil erneuerbarer Energien am Bruttostromverbrauch ist in den ersten neun Monaten des Jahres 2021 im Vorjahresvergleich deutlich zurückgegangen. Der Anteil sank von 48 Prozent auf 43 Prozent, wie der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) und das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) basierend auf vorläufigen Berechnungen am Dienstag mitteilten. Grund für den Rückgang waren demnach Sondereffekte der Corona-Pandemie.

Im ersten Quartal 2020 hatte es überdurchschnittlich viel Wind gegeben, gleichzeitig nahm der Stromverbrauch aufgrund der Pandemie deutlich ab. Der prozentuale Anteil erneuerbarer Energien fiel 2020 deshalb besonders hoch aus. In diesem Jahr lag der Stromverbrauch hingegen wieder auf dem üblichen Niveau - der prozentuale Anteil der erneuerbaren Energien sank entsprechend.

Tatsächliche Rückgänge wurden in den ersten drei Quartalen 2021 insbesondere bei der Windenergie an Land verzeichnet. Im Juni erzeugten deutsche Windkraftanlagen an Land lediglich 3,4 Milliarden Kilowattstunden (kWh) Strom, der niedrigste Monatswert seit August 2015. Gleichzeitig gab es jedoch einen Rekordwert bei der Solarenergie: 7,8 Milliarden kWh Strom konnten erzeugt werden, elf Prozent mehr als im bisherigen Rekordmonat Juni 2019 mit sieben Milliarden kWh.

Insgesamt wurden in Deutschland in den ersten drei Quartalen 2021 rund 426 Milliarden kWh Stunden Strom erzeugt. Davon stammten rund 178 Milliarden kWh aus regenerativen Energien. Aus konventionellen Energieträgern wurden knapp 249 Milliarden kWh erzeugt, im Vorjahr waren es knapp 220 Milliarden kWh gewesen.

"Die Energiewende muss ganz oben auf der To-Do-Liste der neuen Bundesregierung stehen", forderte die Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung, Kerstin Andreae. Es brauche mehr Tempo beim Ausbau erneuerbarer Energien, insbesondere bei der Windkraft an Land. "Hemmnisse wie langwierige Planungs- und Genehmigungsverfahren, fehlende Flächen und uneinheitliche Regelungen im Artenschutz müssen dringend aus dem Weg geräumt werden", erklärte Andreae. Um Phasen mit ungünstigen Wetterbedingungen auszugleichen, müsse außerdem in Gaskraftwerke investiert werden, die perspektivisch auch klimaneutral mit grünem Wasserstoff betrieben werden können.

fho/hcy

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