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Anschluss gesucht: Hier kommen zwei Technologieaktien mit viel Aufholpotenzial!

Andre Kulpa, Motley Fool beitragender Investmentanalyst
·Lesedauer: 4 Min.
Microsoft SAP
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Nicht mehr lange und dieses ungewöhnliche Jahr neigt sich dem Ende zu. Und ich wage zu behaupten, dass es für uns alle wohl ewig in Erinnerung bleiben wird. Denn es steht bis heute ganz im Zeichen des neuartigen Coronavirus. Und dieses hat die Lage an den Aktienmärkten ordentlich durcheinandergebracht. Denn die Maßnahmen zur Eindämmung des neuen Krankheitserregers haben die wirtschaftliche Situation vieler Unternehmen stark beeinflusst.

Doch während einige Branchen in eine extreme Krise gestürzt sind, sieht es in anderen Bereichen wesentlich besser aus. Vor allem der Technologiesektor zeigt sich von seiner starken Seite. Beispielsweise ist der amerikanische NASDAQ-Index seit Jahresbeginn bereits um 23 % nach oben geklettert. Aber nicht alle Technologieaktien sind bei diesem Anstieg mit dabei gewesen. Wir schauen heute deshalb einmal kurz auf zwei Vertreter aus diesem Bereich, die noch eine Menge Aufholpotenzial bieten.

IBM

Der US-amerikanische IT-Konzern International Business Machines oder kurz IBM (WKN: 851399) dürfte höchstwahrscheinlich jedem bekannt sein. Denn das Unternehmen läutete schließlich im Jahr 1981 mit seinem Model 5150 genannten Rechner die Ära des Personal Computers ein. Doch mittlerweile konzentriert sich IBM nicht mehr nur auf sein aktuelles Kerngeschäft mit Großrechnern und Servern, sondern kann auch in der Cloud-Sparte ein immer stärkeres Wachstum verbuchen.

Schaut man auf die Zahlen vom zweiten Quartal, kann man erkennen, dass der Umsatz im Cloud-Geschäft gegenüber dem Vorjahr um 30 % gestiegen ist. Allerdings ist der Gesamtumsatz von IBM im Vergleich zum Vorjahresquartal um 5,4 % gesunken. Die Cloud-Dienste können hier also den Umsatzrückgang in anderen Bereichen noch nicht völlig kompensieren. Doch unter anderem durch immer mehr Heimarbeit dürfte die Nachfrage gerade auch im Bereich Cloud weiter ansteigen.

Die IBM-Aktie begann das Jahr durchaus freundlich und markierte am 06.02.2020 mit 156,76 US-Dollar ihren diesjährigen Höchstkurs. Doch in der Panik im März ging es mit dem Kurs in der Spitze bis auf 94,77 US-Dollar (23.03.2020) nach unten. Die Papiere gingen dann zwar in eine Gegenbewegung über, notieren aber derzeit mit 122,43 US-Dollar (30.09.2020) rund 10 % tiefer als noch zu Jahresbeginn. Die aktuelle Bewertung liegt bei einem moderaten KGV (Kurs-Gewinn-Verhältnis) von 11 und die Dividendenrendite beläuft sich auf 5,33 %.

IBM wartet nun schon länger darauf, dass die neuen Bereiche künstliche Intelligenz, Cloud-Computing und Datenanalyse sowie Sicherheitslösungen eine Führungsrolle beim Firmengewinn übernehmen. Ich bin der Meinung, wenn dies gelingen sollte, dann könnten der Aktie durchaus wieder bessere Zeiten bevorstehen. Wer genauso denkt und noch ein Wertpapier mit einer Menge Kursfantasie sucht, könnte sich also eventuell einmal etwas näher mit IBM beschäftigen.

Cisco Systems

Der US-Konzern Cisco Systems (WKN: 878841) ist ein wahres Schwergewicht der Branche und kann wohl mit Recht als Pionier des Internets bezeichnet werden. Denn erst durch die Router und Switches des Unternehmens kann überhaupt erst ein Datenaustausch im World Wide Web stattfinden. Auch wird es durch die Access-Lösungen von Cisco Systems möglich, firmeninterne Verbindungen und Informationen von außen zu nutzen.

Wie hat sich nun die Cisco-Aktie in diesem Jahr bis jetzt geschlagen? Genau wie fast alle Werte ist auch die Aktie von Cisco Systems der Coronapanik im Frühjahr zum Opfer gefallen. Doch sie begann sich schnell wieder zu erholen und legte von ihrem Tiefpunkt aus, den sie mit 33,20 US-Dollar (12.03.2020) markierte, bis Mitte August um gut 45 % zu. Aber danach fiel sie erneut ab und notiert aktuell mit 39,52 US-Dollar (30.09.2020) nur noch knapp 19 % über ihrem Tiefststand vom März.

Schuld daran sind wohl die Zahlen zum vierten Quartal, welche Cisco Systems am 12.08.2020 präsentierte. Hier musste der Konzern nämlich gegenüber dem Vorjahr einen Umsatzrückgang von 9 % auf 12,2 Mrd. US-Dollar ausweisen. Beim Ergebnis je Aktie (EPS) sah es allerdings wesentlich besser aus. Dieses stieg um 19 %, von 0,51 US-Dollar im Vorjahresquartal auf nun 0,62 US-Dollar an. Aber der Konzern sieht beim Umsatz vorerst keine Besserung und rechnet im ersten Quartal des neuen Geschäftsjahres sogar mit einem weiteren Rückgang um 9 bis 11 %.

Aber ich denke, ob es tatsächlich so eintrifft, ist jetzt noch nicht klar abzusehen. Eventuell haben hier die Investoren ja überreagiert und die Cisco-Aktie zu sehr auf Talfahrt geschickt. Es könnte meines Erachtens also durchaus einiges an Aufholpotenzial in den Papieren stecken. Vor allem, wenn die nächsten Quartalszahlen doch etwas besser ausfallen sollten als erwartet. Zudem kann die Aktie derzeit mit einer Dividendenrendite von 3,64 % punkten. Wer hier auch mehr Chancen als Risiken sieht, könnte den Tech-Konzern Cisco Systems also durchaus einmal etwas näher unter die Lupe nehmen.

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Andre Kulpa besitzt Aktien von Cisco Systems. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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