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Anne-Frank-Vergleich eines Fitnessstudio-Betreibers sorgt im Internet für Empörung

Style International Editors und Marni Dixit
·Lesedauer: 4 Min.

England erlebt derzeit einen zweiten nationalen Coronavirus-Lockdown und der kommt offensichtlich nicht bei allen gut an. Der britische Betreiber eines Fitnessstudios steht in der Kritik, weil er sein Studio nach Aufforderung zur einmonatigen Schließung mit Anne Frank verglich.

Das Ripped Gym in Harlow, Essex in England widersetzte sich den Lockdown-Vorschriften und blieb geöffnet. Foto: Instagram/Ripped Gym
Das Ripped Gym in Harlow, Essex in England widersetzte sich den Lockdown-Vorschriften und blieb geöffnet. (Screenshot: Instagram/Ripped Gym)

Ripped Gym teilte bei Instagram ein Foto von Anne Frank und schrieb dazu: “Die Leute, die Anne Frank versteckten, brachen das Gesetz. Die Leute, die sie umbrachten, hielten sich daran.”

Ein Reddit-User, der darauf aufmerksam wurde, teilte den Post im Subreddit r/trashy und schrieb dazu: “Fitnessstudio vor Ort vergleicht sich mit Anne Frank, weil sie aufgefordert wurden, für einen Monat zu schließen.”

Fitnessstudio-Betreiber erntet Shitstorm

Und der Post des Studiobetreibers kam nicht wirklich gut an und er erntete für seine Aktion einen Shitstorm.

“Diese Situation mit dem echten Horror zu vergleichen, den das Mädchen und ihre Familie erleben musste, ist fast schon böse an sich”, kommentierte ein User.

Ein weiterer User reagierte mit: “Ja, es scheint abartig, so etwas zu sagen”.

“Der Unterschied ist, dass sie gegen das Gesetz verstießen, um drinnen zu bleiben und dem Tod zu entgehen, statt gegen das Gesetz zu verstoßen und nach draußen zu gehen und den Tod zu verursachen”, klärte jemand anderes auf.

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Ein anderer User kommentierte mit : “Der Vergleich macht noch nicht einmal Sinn. Dieses Zitat soll verdeutlichen, dass Gesetz nicht gleich Moral ist. Ich bin mir nicht sicher, was sie damit ausdrücken wollen”.

Ein weiterer User teilte ein YouTube-Video der Eigentümerin Michelle, in dem sie für Your Harlow interviewt wird. Als sie danach gefragt wird, weshalb sie ihr Fitnessstudio im Lockdown geöffnet ließ, sagte sie: “Wir haben für unsere Mitglieder geöffnet, für deren mentale Gesundheit. Wir halten uns für unsere Mitglieder und ihre mentale Gesundheit unverzichtbar.”

Das Fitnessstudio steht in der Kritik, weil die Betreiberin es nach der Aufforderung, für einen Monat zu schließen, mit Anne Frank verglich. Foto: Instagram/RippedGym
Das Fitnessstudio steht in der Kritik, weil die Betreiberin es nach der Aufforderung, für einen Monat zu schließen, mit Anne Frank verglich. (Screenshot: Instagram/RippedGym)

"Es gibt mögliche Konsequenzen, die ich bereit bin zu tragen. Wenn die Regierung korrekte Zahlen veröffentlichen und diese nicht manipulieren würde, dann würde ich mich liebend gerne an die Regeln halten, aber wenn ich angelogen werde, dann tue ich das nicht."

Regierungszahlen zu Covid-19-Todesfällen keinen Glauben geschenkt

Sie erklärte, sie habe das Fitnessstudio im März für viereinhalb Monate schließen müssen und damals gab es "minimale Unterstützung von der Regierung."

Michelle fuhr fort und sagte, als ihr Studio wieder öffnete, verlor sie viele Mitglieder, was sie auf die Panikmache zurückführt.

Sie erklärte in dem Interview, dass sie die Zahlen der Regierung zu den COVID-19-Todesfällen nicht glaubt. Sie glaube stattdessen, es handele sich um Personen, die zum Beispiel positiv auf das Virus getestet, dann aber von einem Auto erfasst wurden.

"Das sind keine Covid-Todesfälle. Sie haben nicht einmal etwas mit Covid zu tun!", sagte sie.

Danach gefragt, ob sie einen Besuch der Polizei erwarte, sagte sie: "Ich erwarte einen Besuch der Behörden und Ripped Gym fällt unter das Gewohnheitsrecht, deshalb sind wir im Recht. Die Regierung ist da, um zu regieren und nicht, um zu herrschen. Deshalb habe ich das Recht, meinen Lebensunterhalt zu verdienen und das werde ich auch tun."

GoFundMe-Seite für bestrafte Mitglieder eingerichtet

Nachdem der Journalist antwortete, dass andere Fitnessstudios das Gleiche versucht haben und mit hohen Geldstrafen belegt wurden, sagte sie: "Ich bin bereit, dieses Geschäft für das, woran ich glaube, zu verlieren. Und ich glaube, die Regierung lügt."

Ein anderer Reddit-Post zeigte Michelles Verhaftung, die sie selbst filmte. In dem Video erklärt die Polizei Michelle, dass der Manager 1.000 £ (1.124 €) und diejenigen, die das Fitnessstudio nutzten, 200 £ (225 €) Strafe zahlen müssen.

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"Ich stimme keiner Geldstrafe zu. Ich schließe keinen Vertrag ab", sagt sie dem Polizisten.

"Ich bin eine lebende Frau und wir unterliegen dem Gewohnheitsrecht", sagte sie ihm.

Daraufhin wurde sie wegen Verstoß gegen die COVID-19-Bestimmungen verhaftet.

Das Fitnessstudio hat daraufhin eine GoFundMe-Seite eingerichtet, um für Mitglieder zu bezahlen, die eine Geldstrafe erhalten haben.

VIDEO: Lockdown in London