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Anleger schauen bei Schwellenländern wieder genauer hin

Mallien, Jan
·Lesedauer: 3 Min.

Seit November verzeichneten Brasilien, Südafrika und Mexiko hohe Kapitalzuflüsse, und ihre Währungen werteten auf. Nun läuft die Entwicklung aber stärker auseinander.

Für die Schwellenländer war 2020 ein Horrorjahr. Im Frühjahr flüchteten Investoren aus Ländern wie Brasilien, Südafrika oder Mexiko – und ihre Währungen stürzten ab. Ab November hat sich die Stimmung gedreht. Dank der Corona-Impfstoffe und der Aussicht auf eine Erholung der Weltwirtschaft legten die Märkte in den Schwellenländern auf breiter Basis zu.

Nach einer kurzen Rally läuft die Entwicklung nun stärker auseinander. Die allgemeine Stimmung gegenüber den Schwellenländern ist durch den Renditeanstieg am US-Anleihemarkt kritischer geworden. Durch die höheren langfristigen Zinsen in den USA haben die Schwellenländer für Investoren etwas an Attraktivität verloren. Sie schauen genauer hin, welche Anlagen sich lohnen.

Zu den Gewinnern am Devisenmarkt zählt nach wie vor die türkische Lira, die seit Jahresbeginn rund sechs Prozent gegenüber dem Dollar aufgewertet hat. Auch der südafrikanische Rand, der chinesische Yuan und der Taiwan Dollar konnten 2021 leicht gegenüber dem Dollar zulegen. Zu den Verlierern zählen dagegen der brasilianische Real und der argentinische Peso.

Die Schwellenländer haben das Problem, dass sie in der Krise tendenziell weniger Handlungsspielraum haben als die USA oder Europa. Investoren sehen dort höhere Schulden und eine extrem lockere Geldpolitik sehr viel kritischer. Manche Länder wie Brasilien haben die Wirtschaft stark mit höheren Ausgaben gestützt – andere wie Mexiko sich stärker zurückgehalten.

Das dürfte sich auch auf die Geldpolitik auswirken, die ein wichtiger Treiber für die Entwicklung am Devisenmarkt ist. In manchen Ländern rechnen die Märkte bereits mit Zinserhöhungen – anderswo mit weiteren Senkungen.

Zinsveränderungen im Fokus

Brasilien beispielsweise hat laut Schätzungen des Internationalen Währungsfonds die Wirtschaft durch Maßnahmen im Umfang von etwa 18 Prozent des Bruttoinlandsprodukts gestützt. Das hat dazu beigetragen, dass die Wirtschaft dort 2020 trotz hoher Corona-Infektionszahlen weniger stark geschrumpft ist als in anderen Ländern wie zum Beispiel Mexiko.

Es könnte aber auch bald zu einer höheren Inflation führen. Anzeichen gibt es bereits. So lag die Preissteigerung zuletzt bei über vier Prozent. Wenn die Weltwirtschaft wie erwartet in diesem Jahr deutlich wächst, dürfte sich das auch in weiter steigenden Rohstoffpreisen widerspiegeln. Brasilien wie auch Südafrika hängen sehr stark von Rohstoffexporten ab. Viele Ökonomen rechnen in Brasilien bereits in diesem Jahr mit einer Zinserhöhung.

Dagegen haben die Notenbanken in China, Indonesien, Indien und Mexiko zuletzt eher weitere Zinssenkungen signalisiert. In Mexiko senkte die Notenbank in der vergangenen Woche den Leitzins um 25 Basispunkte auf vier Prozent. Die Verfechter einer lockeren Geldpolitik haben dort durch Personalwechsel im Führungsgremium der Notenbank zuletzt an Gewicht gewonnen.

2020 noch schlugen alle Notenbanken in den Schwellenländern dieselbe Richtung ein, indem sie die Geldpolitik lockerten. Die Türkei war das erste Land, das mit Zinserhöhungen ausscherte. Bald werden wahrscheinlich weitere Länder folgen. Das dürfte sich auch am Devisenmarkt bemerkbar machen.