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Dax schließt im Minus – Bayer-Aktie größter Tagesverlierer

·Lesedauer: 6 Min.

Börsianer bewerten die Aussichten für die deutsche Konjunktur skeptisch. Viele Anleger stoßen daher Aktien ab, der Index kann die Marke von 13.000 Punkten nur knapp verteidigen.

Im Blick der Anleger bleibt die Entwicklung der Coronavirus-Pandemie. Foto: dpa
Im Blick der Anleger bleibt die Entwicklung der Coronavirus-Pandemie. Foto: dpa

Konjunktur- und Stimmungsdaten haben am Dienstag die Märkte belastet. Der Deutsche Aktienindex fällt bis zum Handelsschluss um 0,9 Prozent auf 13.018 Punkte. Der MDax der 60 mittelgroßen Börsentitel verliert ein Prozent auf 27.876 Zähler. Der europäische Aktienindex Euro Stoxx 50 sinkt um 0,6 Prozent.

Börsianer bewerten die Aussichten für die deutsche Konjunktur wieder deutlich pessimistischer. Der ZEW-Index für die wirtschaftliche Entwicklung in den nächsten sechs Monaten fiel im Oktober stärker als erwartet um 21,3 auf 56,1 Punkte. Das teilte das Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung am Dienstag mit. Es befragt monatlich Analysten und Anleger. Ökonomen hatten mit 73,0 Zählern gerechnet.

Wie deutlich die Folgen der Corona-Pandemie die deutschen Unternehmen treffen, zeigt sich auch im Finanzstabilitätsbericht der Bundesbank. Sie rechnet für das erste Quartal 2021 in ihrem Basisszenario mit 6000 Insolvenzen. Zudem sei die Schätzung mit einiger Unsicherheit behaftet. „Wir können nicht ausschließen, dass in einem ungünstigen Szenario deutlich mehr Unternehmen zahlungsunfähig werden als derzeit erwartet“, heißt es in dem Bericht.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) warnt vor Auswirkungen der Coronakrise auf die Stabilität des internationalen Finanzsystems. Zwar seien die kurzfristigen Gefahren durch das beherzte Eingreifen staatlicher Institutionen wie Regierungen und Notenbanken begrenzt worden, heißt es im Finanzstabilitätsbericht des IWF vom Dienstag. Die Anfälligkeit des Finanzsystems sei in der Krise aber gestiegen.

In den USA starten die großen US-Banken die Berichtssaison für das dritte Quartal. Die Institute geben dabei rund drei Wochen vor der Präsidentschaftswahl einen guten Einblick in die wirtschaftliche Lage des Landes.

Die Welthandelsorganisation (WTO) hat der Europäischen Union erlaubt, Strafzölle in Höhe von knapp vier Milliarden Dollar (3,4 Milliarden Euro) auf US-Importe zu verhängen. Schlichter der UN-Organisation gaben die Entscheidung am Dienstag bekannt. Hintergrund sind illegale Subventionen, mit denen die USA jahrelang den Flugzeugbauer Boeing unterstützten.

Blick auf Einzelwerte

Bayer: Die Papiere des Leverkusener Chemie- und Pharmakonzerns waren mit einem Minus von 3,5 Prozent größter Tagesverlierer im Dax. Analysten von Barclays stuften die Titel von „übergewichten“ auf „gleichgewichten“ herab und kürzten das Kursziel von 75 auf 50 Euro.

Deutsche Bank: Deutsche-Bank-Großinvestor Capital Group hat seine Beteiligung an dem Geldhaus verdoppelt. Über einen zweiten Fonds, den Euro Pacific Growth Fund, kaufte Capital Group einer Stimmrechtsmitteilung zufolge 3,61 Prozent an Deutschlands größter Bank. Damit hält die US-Gesellschaft inzwischen mehr als sieben Prozent an dem Kreditinstitut. Die Aktie der Deutschen Bank kann von der Nachricht nicht profitieren, sie gibt bis zum Handelsende rund ein Prozent nach.

Beiersdorf: Die Papiere von Beiersdorf zählten am Dienstag zu den wenigen Tagesgewinnern im Dax. Das Analysehaus Bernstein hatte zuvor die Aktie des Konsumgüterherstellers mit „outperform“ in die Bewertung aufgenommen. Die Analysten beziffern das Kursziel mit 120 Euro und verwiesen auf die große Ertragskraft des Konzerns. Beiersdorf habe seine Kernmarken gut im Griff und verfüge über eine nachhaltige Preissetzungsmacht. Die Aktie schließt 0,3 Prozent höher.

Fraport: Der Frankfurter Flughafen hat beim Passagieraufkommen im September ein Minus von 82,9 Prozent auf 1,1 Millionen Flugreisende verzeichnet. Damit lag das Minus höher als im Urlaubsmonat August, als der Rückgang bei 78,2 Prozent lag. In den ersten neun Monaten sanken die Passagierzahlen um rund 70 Prozent auf 16,2 Millionen Reisende. Die Fraport-Aktie verliert am Dienstag knapp fünf Prozent.

Evotec: Das Biotechunternehmen erhält von zwei Investoren eine 250 Millionen Euro schwere Finanzspritze zum Ausbau seiner Geschäfte. Die staatliche Investmentgesellschaft Mubadala Investment aus Abu Dhabi steigt mit 200 Millionen Euro bei Evotec als langfristiger strategischer Aktionär ein und erwirbt eine Beteiligung von etwa 5,6 Prozent, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. Der Investor Novo Holdings stockt zudem für 50 Millionen Euro seinen Anteil auf etwa elf von bislang knapp zehn Prozent auf. Die Evotec-Aktie legt um 4,8 Prozent zu.

Gerresheimer: Anleger nehmen beim Verpackungshersteller Gerresheimer nach Bekanntgabe von Geschäftszahlen ihre Kursgewinne mit. Die Papiere geben bis zum Handelsschluss rund zwei Prozent nach. Das für die Pharma- und Kosmetikindustrie produzierende Unternehmen sieht sich auf Kurs zu seinen Jahreszielen.

Morphosys: Die Aktie des Biotech-Unternehmens verliert mehr als fünf Prozent. Eine mögliche Anteilsverwässerung belastet den MDax-Wert. Das Unternehmen will eine Wandelanleihe im Volumen von 325 Millionen Euro begeben.

Roche: Der Schweizer Pharmakonzern Roche baut sein Angebot an Tests zur Diagnose von Infektionen mit dem Coronavirus aus. Ende des Jahres soll in Europa ein Antigentest zur Verfügung stehen, der hohe Volumen verarbeiten könne, teilte das Baseler Unternehmen mit. Roche beabsichtige zudem, eine Notfallzulassung bei der US-Gesundheitsbehörde FDA zu beantragen. Der Test liefere in 18 Minuten ein Ergebnis und habe einen Durchsatz von bis zu 300 Tests pro Stunde. Die Roche-Aktie legt am Dienstag zunächst zu, schließt dann aber auf Vortagesniveau.

Nestlé: Die Übernahme der amerikanischen Aimmune Therapeutics durch den Schweizer Nahrungsmittelkonzern Nestlé ist auf gutem Weg. Bei Ende der Angebotsfrist hielt Nestlé rund 84 Prozent der Titel, wie der Konzern am Dienstag mitteilte. Damit sei die Mindestannahme-Bedingung erfüllt. Nestlé hatte den Zukauf im Volumen von rund zwei Milliarden Dollar Ende August angekündigt. Aimmune entwickelt und vermarktet Therapien zur Behandlung lebensbedrohlicher Lebensmittelallergien. Die Nestlé-Aktie schließt kaum verändert.

Blick auf andere Assetklassen

Öl: Die Ölpreise haben am Dienstag zugelegt. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete am Abend 42,42 US-Dollar. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg auf 40,23 Dollar. Marktbeobachter zeigten sich trotz der leichten Preisaufschläge weiterhin skeptisch. Denn die wieder anlaufende Ölförderung im Golf von Mexiko nach dem Wirbelsturm „Delta“ treffe auf eine schwache Nachfrage.

Auch die Internationale Energieagentur (IEA) erwartet, dass die Belastung am Ölmarkt lange anhalten wird. Nachdem die Nachfrage in diesem Jahr um acht Prozent eingebrochen sei, wird es aus Sicht der IEA bis 2023 dauern, bis das Vorkrisenniveau wieder erreicht ist.

Euro: Der Euro kostete am Dienstagabend 1,1731 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Montag auf 1,1799 Dollar festgesetzt.

Gold: Der Goldpreis lag bei 1893 Dollar je Feinunze. Edelmetallexperten sind für den Goldmarkt positiv gestimmt. Die Schweizer Großbank UBS hob ihr Preisziel zum Jahresende kürzlich auf 2100 Dollar pro Unze an. Goldman Sachs erwartet sogar bis zu 2400 Dollar.

Mit Agenturmaterial. Hier geht es zur Seite mit dem Dax-Kurs, hier gibt es die aktuellen Tops & Flops im Dax.