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Weitere Anklage gegen Sal. Oppenheim-Führungspitze

Köln (dapd). Die Staatsanwaltschaft Köln hat eine weitere Anklage gegen die frühere Führungsspitze der Privatbank Sal. Oppenheim erhoben. Im Zusammenhang mit riskanten Kreditgeschäften in dreistelliger Millionenhöhe werfen die Ermittler den ehemaligen Verantwortlichen Untreue in besonders schwerem Fall und Verstoß gegen das Kreditwesengesetz beziehungsweise die Beihilfe dazu vor.

Die Anklagebehörde nannte am Dienstag zwar keine Namen. Doch handelt es sich bei den Beschuldigten nach dapd-Informationen um die vier früher persönlich haftenden Gesellschafter Matthias Graf von Krockow, Christopher Freiherr von Oppenheim, Friedrich-Carl Janssen und Dieter Pfundt sowie ihren frühereren Geschäftspartner, den Bauunternehmer und Vermögensberater Josef Esch.

Im Mittelpunkt der neuen Anklage steht ein riskanter 380-Millionen-Euro-Kredit zum Erwerb von KarstadtQuelle-Aktien, den die Bank 2005 über eine Strohmanngesellschaft der Milliardenerbin Madeleine Schickedanz gewährt haben soll. Außerdem hätten die Banker dem in Insolvenzgefahr schwebenden Handelskonzern Arcandor 2008 ohne ein belastbares unternehmerisches Konzept ungesicherte Kredite in Höhe von 50 Millionen Euro gewährt und eine Kapitalerhöhung in Höhe von fast 60 Millionen Euro übernommen. Die Bank sei dadurch um mehrere hundert Millionen Euro geschädigt worden.

Das Quintett muss sich ab Mittwoch erstmals wegen früherer Anklagen im Sal. Oppenheim-Komplex vor dem Kölner Landgericht verantworten. Ob die neuen Anklagepunkte in dieses Verfahren integriert werden, müsse das Landgericht entscheiden, hieß es in Köln.

dapd