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Angst vor einem Crash? So profitiert man davon

Motley Fool Investmentanalyst

Die Sorge um das Wuhan-Coronavirus trifft die globalen Aktienmärkte hart, und das beunruhigt vor allem die Anleger, die in den letzten zehn Jahren weitgehend gesehen haben, wie sich die Aktienkurse fast senkrecht nach oben bewegten. Da so viele Menschen an der Wall Street sich Sorgen darüber machen, wann die lange Hausse an den Aktienmärkten zu Ende geht, ist es nur natürlich, dass man sich vor dem fürchtet, was als nächstes kommen könnte. Das gilt besonders, wenn man daran denkt, jetzt neues Geld zu investieren.

Niemand will dumm dastehen und investieren, wenn die Aktien am teuersten sind. Aber Marktabschwünge sind eine Tatsache des Lebens, und sie sind der Preis, den man für die langfristigen Erträge bezahlt. Man muss lernen, damit zu leben. Auch wenn du dich damit nicht immer wohlfühlst, können Abschwünge dir tatsächlich helfen, deine Gesamtperformance zu verbessern – wenn du vorbereitet bist und weißt, was zu tun ist.

Im Folgenden sind vier Dinge aufgeführt, über die du jetzt nachdenken solltest, bevor ein großer Abschwung einsetzt.

1. Sei ehrlich mit dir und deinen Gefühlen

Die besten Investoren sind in der Lage, auch in schwierigen Zeiten ihre Emotionen im Zaum zu halten und rational zu denken. Aber nicht alle von uns haben diese Art von Disziplin. Wenn wir zusehen, wie die Ersparnisse, für die wir so hart gearbeitet haben, plötzlich in einem fallenden Markt verpuffen, tut es weh – und wir wollen den Schmerz beenden, indem wir unsere Aktien verkaufen und zumindest das, was noch übrig ist, retten.

Es stimmt, dass man so die schlimmsten Verluste in einem echten Bärenmarkt vermeiden würde. Aber wenn man beim ersten Anzeichen eines möglichen Abschwungs verkauft, würde man auch all die Zeiten verpassen, in denen der Markt plötzlich wieder steigt. Das passiert oft, und wenn es passiert, wirst du zu einem höheren Preis zurückkaufen müssen, um keine weiteren Gewinne zu verpassen.

Das Beste, was man tun kann, bevor ein großer Abschwung einsetzt, ist, sich ehrlich mit seiner Risikotoleranz auseinanderzusetzen. Es ist leicht, einen Fragebogen zu beantworten, in dem es heißt, dass es dir nichts ausmacht, 20 % deines Portfolios zu verlieren, aber wenn man sieht, dass Tausende oder Zehntausende Euros auf einmal verschwinden, kann das eine ganz andere Sache sein. Die Erfahrung wird dein bester Lehrer sein, und wenn du schon einmal einen Abschwung erlebt hast, denke darüber nach, wie du dich gefühlt hast, und bereite dich darauf vor.

2. Denk über eine Neugewichtung nach

Das Beste, was man während der Hausse der letzten mehr als zehn Jahre tun konnte, war, die Gewinner weiter laufen zu lassen. Aber mit steigenden Aktienkursen steigt auch das Gesamtrisiko in deinem Portfolio. Das wiederum macht dich anfälliger für zukünftige Markteinbrüche.

Eine Neugewichtung deines Portfolios hingegen sichert im Wesentlichen einen Teil deiner Gewinne, während du dennoch ein angemessenes Investitionsrisiko und potenzielle Renditen bekommst, die deiner Risikobereitschaft entsprechen. Rebalancing ist ein guter Mittelweg zwischen Nichtstun und Panikverkäufen, und es wird dazu beitragen, deine Verluste zu reduzieren, falls es zu einem Crash kommt.

3. Bereite deine Kaufliste vor

Hast du dich darüber beschwert, dass du die gewünschten Aktien nie zu dem Preis kaufen kannst, den du gerne zahlen würdest? Ein Marktcrash kann deine beste Chance sein, deine Lieblingsaktien billig zu bekommen.

Es kann jedoch viel schwieriger sein, mitten in einem Crash zu kaufen, als du denkst. Auch hier können sich die Emotionen in den Weg stellen und dich zu lange zögern lassen. Aber wenn du im Vorfeld einen Plan ausarbeitest, dann kann es passieren, dass du dich über einen Marktabschwung tatsächlich freuen kannst – und die Aktien, die du zu einem guten Preis kaufst, können dir einige deiner besten Ergebnisse bescheren.

4. Automatisch halten

Eine Strategie, die viele Menschen anwenden, besteht darin, sich zunächst selbst zu bezahlen, indem sie jeden Monat einen bestimmten Betrag investieren. Depotbanken und andere Finanzinstitutionen lieben das, denn so bleibt das Geld auf deinem Konto. Es hilft auch, auf Kurs zu bleiben, egal was der Markt tut.

Auf Autopilot zu bleiben funktioniert besonders gut, wenn die Märkte einbrechen, weil man mit dem investierten Betrag mehr Aktien kaufen kann. Wenn der Markt wieder anzieht, tragen diese zusätzlichen Aktien zu deinen Gesamtrenditen bei – und du bist damit weitaus besser dran, als wenn du deine Investition auf Eis gelegt hättest.

Sei gierig, wenn andere ängstlich sind

Es gibt keine Möglichkeit, den Markt zu stoppen. Wenn du aber die richtige Strategie hast, kannst du von fallenden Märkten profitieren – und vielleicht sogar so weit kommen, dass du dich auf die nächste Gelegenheit freust, zu Schnäppchenpreisen zu investieren.

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Dieser Artikel wurde von Dan Caplinger auf Englisch verfasst und am 28.01.2020 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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