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Angelika Gifford wird neue Vizepräsidentin für Europageschäft von Facebook

Das soziale Netzwerk hat ein halbes Jahr nach dem Abgang von Martin Ott eine Nachfolgerin gefunden. Die Digitalexpertin soll von Berlin aus für den Konzern arbeiten.

Das soziale Netzwerk Facebook bekommt eine neue Vizepräsidentin für das Europageschäft: Angelika Gifford. Ab Mitte Januar wird die ehemalige Microsoft-Managerin und Multi-Aufsichtsrätin bei Facebook von Berlin aus für die Geschäftsentwicklung in 34 Ländern verantwortlich sein.

„Angelika Gifford ist ein Vorbild und Vorreiterin in der Welt der Technologie“, sagt Nicola Mendelsohn, die bei Facebook als Vizepräsidentin für Europa, den Mittleren Osten und Afrika verantwortlich ist.

Gifford habe die digitale Innovation bei den großen Tech-Unternehmen HP und Microsoft maßgeblich mit eingeführt und vorangetrieben und sei mit den Herausforderungen der digitalen Transformation bestens vertraut.

Für Facebook verlässt Gifford den Aufsichtsrat von Pro Sieben Sat 1. Dort hatte die 54-Jährige ein Mandat bis 2022, das sie wegen Interessenkonflikten aber nicht weiter ausüben kann. Zuletzt hatte sie sich auf ihre Aufgaben als Multiaufsichtsrätin mit weiteren Mandaten bei Tui, Rothschild und Thyssen-Krupp konzentriert.

Operativ war Gifford zuletzt als Geschäftsführerin von Hewlett-Packard Deutschland für Software und Digitalisierung im deutschsprachigen Raum verantwortlich. Dort arbeitete sie bis Ende 2018. Zuvor war sie 20 Jahre lang in verschiedenen Managementpositionen bei Microsoft tätig. Von 2006 bis 2011 war sie Mitglied der deutschen Geschäftsleitung.

Gifford übernimmt Verantwortung zu einer Zeit, in der Facebook stark in den Fokus der Politik gerückt ist und in Europa wie in den USA unter Druck steht. Die neue EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen will Hassrede und andere illegale Inhalte in den sozialen Netzwerken eindämmen und Facebook und andere Plattformen für die Inhalte verantwortlich machen. Das wollen die Tech-Konzerne unbedingt vermeiden.

Die neue Europachefin kennt sich mit Technologiekonzernen besonders gut aus. Managerin Mendelsohn sagt: „Ich bin zuversichtlich, dass sie mit ihrer großen Erfahrung die Wirkung und den Wert von Facebook in dieser wichtigen und vielfältigen Region vorantreiben und gleichzeitig unsere Mission, Menschen zusammenzubringen und Gemeinschaften aufzubauen, aufrechterhalten wird.“

Speziell im Europageschäft muss es Facebook im Werbegeschäft gelingen, mit verschiedenen Partnern zusammenzuarbeiten.

Die neue Europachefin Gifford folgt auf Martin Ott, der Facebook im August 2019 verlassen hatte und beim Coworking-Anbieter WeWork eingestiegen ist.