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Anbauverband Bioland verlangt hartes Durchgreifen im Eier-Skandal

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Mainz (dapd). Der ökologische Anbauverband Bioland fordert im Skandal um falsch ausgezeichnete Bio-Eier ein konsequentes Durchgreifen der Behörden. "Agrarindustrielle Großbetriebe bringen die gesamte Biobranche wiederholt in Verruf", sagte der Präsident des Anbauverbands, Jan Plagge, am Montag in Mainz. Die zuständige Staatsanwaltschaft aber auch die Kontrollbehörden müssten jetzt hart durchgreifen.

Plagge forderte: "Die Täter müssten nicht nur hart bestraft werden, sondern auch mit einem Verbot der Bioproduktion belegt werden." Sollte sich der Verdacht eines systematischen Betrugs erhärten, wäre dies ein schwerwiegender Verstoß gegen die EU-Öko-Verordnung, fügte Plagge hinzu.

Seiner Einschätzung nach zeigt der Skandal, dass in der gesamten Lebensmittelkette umgedacht werden müsse. "Durch das Diktat einer immer billigeren Produktion werden aus Bauernhöfen globalisierte Agrarfabriken", sagte der Bioland (KOSDAQ: 052260.KQ - Nachrichten) -Chef. Daher müssten Politik und Handel künftig einen anderen Schwerpunkt in der Förderpolitik und beim Einkauf setzen. Die Politik müsse statt Großstrukturen gerade bäuerlichen Biobetrieben bessere Wettbewerbschancen bieten.

Im Anbauverband Bioland sind eigenen Angaben zufolge mehr als 5.719 Landwirte organisiert. Von dem Eier-Skandal seien bisher keine Bioland-Betriebe betroffen. Rund 150 Betriebe in Niedersachsen hielten offenbar mehr Hühner in ihren Ställen als ihnen erlaubt war. Die Staatsanwaltschaft Oldenburg geht davon aus, dass Millionen Eier mit der Kennzeichnung "Freiland" - teils sogar als Bio-Eier - verkauft worden sind, obwohl sie diese Bezeichnungen nicht verdienten. Die meisten der betroffenen Betriebe liegen im Südoldenburger Land in Niedersachsen. Weitere 50 Fälle haben die Ermittler an andere Bundesländer abgegeben.

dapd

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