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AMS legt erneut Milliardenofferte für Osram vor

Die Österreicher bieten erneut 41 Euro pro Aktie, die Annahmeschwelle ist nun niedriger. Bis Anfang Dezember haben die Aktionäre Zeit, das Angebot anzunehmen.

Die österreichische AMS geht in ihrem neuen Übernahmeangebot für Osram auf den Münchner Lichtkonzern zu. Der Chip- und Sensorhersteller legte die 4,6 Milliarden Euro schwere Offerte am Donnerstag offiziell vor.

Darin stellt AMS-Chef Alexander Everke eine Kooperationsvereinbarung mit einem erweiterten Schutz für die Osram-Beschäftigten in Deutschland in Aussicht, die Standorte und Arbeitsplätze sichern soll. Der Osram-Vorstand und die Arbeitnehmervertreter sollen mehr Mitspracherechte bei der Entwicklung der künftigen Strategie erhalten.

„Wir befinden uns in konstruktiven Gesprächen mit AMS“, sagte ein Osram-Sprecher. „Wir begrüßen die bisherigen Verhandlungsergebnisse und hoffen, die Vereinbarung bald finalisieren zu können.“

AMS bietet wie in dem gescheiterten ersten Angebot 41 Euro je Aktie. Die Annahmeschwelle wurde aber auf 55 Prozent von 62,5 Prozent gesenkt. Die Osram-Aktionäre haben bis zum 5. Dezember Zeit, die Offerte anzunehmen.

Die Finanzaufsicht Bafin hatte die Offerte zehn Tage lang geprüft. Nachdem sie sich bis zum Ablauf der Frist nicht bei AMS meldete, gilt das Angebot nach dem Wertpapier-Übernahmegesetz (WpÜG) als genehmigt.

AMS hatte eine Lücke im Gesetz ausgenutzt und nach dem Scheitern postwendend ein neues Übernahmeangebot angekündigt. Mit Hilfe einer neuen Bietergesellschaft umgingen die Österreicher damit eine zwölfmonatige Sperrfrist.

Der erste Anlauf von AMS war daran gescheitert, dass die Österreicher die selbst gesetzte Mindestschwelle von 62,5 Prozent der Anteile verfehlten. AMS besitzt bereits knapp 20 Prozent der Anteile.