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Ampel, Jamaika? So bewertet die Startup-Szene den Wahlausgang

·Lesedauer: 4 Min.
Manuel Müller ist Gründer und Geschäftsführer des Frankfurter Startups Emma – The Sleep Company
Manuel Müller ist Gründer und Geschäftsführer des Frankfurter Startups Emma – The Sleep Company

Nun ist sie also entschieden, die Bundestagswahl 2021. Aber ist das wirklich so? Noch kann niemand genau sagen, welche Partei zukünftig den Kanzler stellt und welche Koalition die Regierung bildet. Klar ist nur: Es wird eine Regierung aus der Mitte des Parteienspektrums sein, egal ob es eine Ampel-Koalition wird (SPD, FDP, Grüne) oder eine Jamaika-Koalition (CDU, Grüne, FDP).

Im Vorfeld wurde viel diskutiert über die Wahlversprechen der Parteien an die Startup-Szene – vor allem den vergangenen, denn das Thema Digitalisierung wurde allenfalls nebensächlich behandelt. Doch wie bewertet die den Ausgang der Wahlen nun? Wir haben einmal nachgefragt.

Maximilian Modl, Deutschland-CEO von Sendinblue: Erst vor kurzem zeigte der Digital Riser Report 2021 des European Center for Digital Competitiveness: Deutschland ist bei der Digitalisierung gegenüber anderen Ländern klar im Rückstand. Anstatt sie jedoch ganz oben auf die Agenda zu setzen, spielte sie im diesjährigen Wahlkampf parteiübergreifend nur eine untergeordnete Rolle. Mit der schleppenden Transformation verspielt Deutschland die Zukunft dieses Landes. Deswegen lautet mein Appell an die neue Bundesregierung: Es ist höchste Zeit für eine digitale Aufholjagd! Sowohl beim Netzausbau und der Technologieförderung als auch bei der Digitalisierung des Mittelstandes sowie weiteren Bereichen wie Bildung, Gesundheit und Verwaltung. Es wird Zeit, neue digitale Leuchtturmprojekte zu starten, die dem Land den dringend benötigten Schwung geben und seine digitale Wettbewerbsfähigkeit schnellstmöglich verbessern.

Manuel Müller, Gründer und Geschäftsführer von Emma – The Sleep Company: Olaf Scholz ist als bisheriger Vizekanzler und Bundesminister der Finanzen ein international erfahrener Politiker. Wichtig ist, dass uns eine erneute große Koalition erspart bleibt. Nur so wird ein echter gesellschaftlicher Wandel möglich. Eine Ampel-Koalition aus SPD, Grünen und FDP vereint vieles: Die SPD unter Olaf Scholz erhoffe ich mir als stabilen Eckpfeiler. Grüne Themen sind in unserer Welt unverzichtbar: Wir müssen hin zu mehr Klimaschutz und langfristig zu Klimaneutralität. Die FDP wäre ein gutes Gegengewicht zu rot und grün. So kann man sehen, ob die FDP tatsächlich liefert und versprochene Themen wie Digitalisierung, die Förderung junger Unternehmen und die Entbürokratisierung wirklich vorantreibt oder ob das nur leere Worthülsen sind.

Christian Miele, Bundesverband Deutsche Startups: Mit dem gestrigen Wahlsonntag endete ein langer Bundestagswahlkampf, in dem leider zu wenig über Zukunftsthemen gesprochen wurde. Die Hochrechnungen lassen ein denkbar knappes Ergebnis erkennen. Jetzt heißt es: Blick nach vorn und die Themen anpacken. Wir brauchen schnell eine neue Bundesregierung und keine langwierigen Sondierungs- und Verhandlungsphasen. Die Baustellen mit Blick auf Startups und Digitalisierung sind gewaltig. Wir müssen Weltmarktführer für Startups werden und dafür brauchen wir eine mutige Startup-Politik aus einer Hand. In den ersten 100 Tagen sollte die neue Bundesregierung eine umfassende „Startup-Strategie“ auf den Weg bringen. In den Fokus gehören die Themen Talente, Kapital und fairer Wettbewerb. Das Startup-Potential hierzulande ist gewaltig – mit den richtigen Rahmenbedingungen können Millionen von Arbeitsplätzen und neue starke Firmen entstehen.

Nikolaus Volk, Gründer von Kyte: Die erste positive Seite ist eine klare Absage zu Links, was fatal für Deutschlands Zukunftsfähigkeit und Deutschland als Startup-Standort gewesen wäre. Die zweite positive Seite ist, dass die Liberalen - zumindest in den wahrscheinlichsten Szenarien Jamaika und Ampel - Regierungsverantwortung übernehmen werden, und hier sowohl die Stimme von Unternehmern repräsentieren werden als auch wirklichen konkrete Bewegung in der Digitalisierung als beste solche Kraft durchsetzen können.

Boris Radke, VP Corporate Affairs bei Omio: Das war ein spannender Wahlabend für Deutschland, Berlin und die Startup-Szene. Omio ist froh, dass mit den Grünen und der FDP zwei Parteien in die Regierung kommen können, die bei der Mobilitätswende und der Liberalisierung des Schienenverkehrs starke Schwerpunkte in einer neuen Koalition setzen können. Wir gratulieren Olaf Scholz und der SPD zum Wahlsieg und hoffen, dass die Digitalisierung in Deutschland auch eine Chefsache wird!

Nisrin Ollmann, Gründerin und CEO von Vivera Estate: Der Kapital- und Immobilienmarkt wird sicher über das Ausbleiben einer Rot-Rot-Grünen Koalition erleichtert sein - zu tief sitzen die Erinnerungen an Enteignungsdebatten und Mietexperimente. Wer eine starke Wirtschaft will, wird daher eher auf die Stabilität einer Jamaika-Koalition setzen, die einen moderaten Wandel bewegen kann. Eine grüne, nachhaltigere Politik begrüße ich persönlich sehr, aber hier müsste man wirklich prüfen, welche Maßnahmen wirklich sinnvoll sind und auch zu Ende gedacht werden - zum Beispiel das Kostenersparnis für Elektrofahrzeuge oder die Entsorgung zuvor geförderter Photovoltaikanlagen.

Thomas Kessler, Mitgründer und CEO von Locatee: Wir blicken gespannt auf das Versprechen der SPD, die energetische Gebäudesanierung und somit auch den klimafreundlichen Betrieb von Gebäuden, zu fördern. Besonders beim Bau und der Inbetriebnahme von Gewerbeflächen, wie Büros, können wir einfach besser sein. Wir wünschen uns, dass die neue Regierung erkennt, welche Möglichkeiten innovativen Technologien sowie neue Datenerkenntnisse bieten und Gründerinnen und Gründer die Hand reicht, um diese zu fördern.

Jörg Bienert, Vorsitzender des KI Bundesverbandes: Künstliche Intelligenz und Digitalisierung hat im Wahlkampf kaum eine Rolle gespielt. Dabei brauchen unsere KI-Startups dringend mehr Transferinitiativen zwischen KI-Unternehmen, KI-Forschung und der klassischen Wirtschaft. Auch an den geeigneten Rahmenbedingungen für Investitionen in Wagniskapital und einen vereinfachten Zugang zu Fördermöglichkeiten. Vanessa Cann, Geschäftsführerin des KI Bundesverbandes ergänzt: Auch in der letzten Legislatur wurde viel über Künstliche Intelligenz geredet und Maßnahmen angekündigt. Umgesetzt wurden davon aber nur sehr wenige. Unsere Startups und Unternehmen erwarten von der zukünftigen Regierung ganz klar, dass die KI einen erheblichen größeren Platz im Koalitionsvertrag einnimmt. Immerhin geht es um die wichtigste Zukunftstechnologie Europas.

Cristian Reber, Gründer von Pitch:

https://twitter.com/christianreber/status/1442424865785479174?s=21

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