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"Among Us": Per Lüge durch die Galaxis

Henrik Oerding
·Lesedauer: 2 Min.

Das Spiel "Among Us" ist gerade eines der beliebtesten Games – dabei ist es über zwei Jahre alt. Warum wollen gerade so viele den Mörder unter den Astronauten finden?

Knuffig sehen die Astronauten alle aus – aber wer von ihnen ist der Hochstapler? © InnerSloth
Knuffig sehen die Astronauten alle aus – aber wer von ihnen ist der Hochstapler? © InnerSloth

"Es wird Nacht. Alle Bewohner des Dorfes schlafen ein." Diese Sätze sorgen bei einigen Menschen für höheren Puls, für Adrenalinstöße, für Gänsehaut. Es sind die typischen Sätze am Beginn einer Runde Werwolf, ein Partyspiel, das besonders bei Studierenden und anderen Leuten mit großem Mitteilungsbedürfnis beliebt ist. Werwölfe spielen gegen Dorfbewohner, beide Gruppen versuchen sich gegenseitig zu lynchen. Der Clou: Die Werwölfe tun so, als seien sie selbst Dorfbewohner, in Diskussionen müssen sie um den Sieg intrigieren. Wer gut lügen kann, gewinnt.

Es gibt zahlreiche Varianten dieses Psycho-Party-Spieles, "soziale Deduktionsspiele" heißen sie im Gesellschaftsspiel-Fachjargon. Zu den Deduktionsspielen gehören Klassiker wie Schiffe versenken, immer geht es darum, mit Logik und geschickten Zügen ein Rätsel zu lösen, also etwa die Position der Schiffe zu finden. Soziale Deduktionsspiele erweitern das um Rollen und Teams, um Lügen und Morde, die es aufzudecken gilt. Diese Art von Spielen boomt, mal geht es etwa statt um Werwölfe um die Mafia, in einer neueren Spielvariante versteckt sich sogar Hitler. Naheliegend also, das Genre auch ins Digitale zu heben. Das haben 2018 die Entwickler vom kleinen Indie-Studio InnerSloth gemacht und das Spiel Among Us veröffentlicht.

Vier bis zehn Spielerinnen und Spieler besiedeln hier als knuffige Comic-Astronauten ein Raumschiff, sie müssen es mit einfachen Minispiel-Aufgaben warten. Mindestens einer von ihnen tut aber nur so: Das ist der imposter, der Hochstapler, der das einzige Ziel hat, die übrigen Mitspielerinnen um die Ecke zu bringen. Die Unschuldigen wollen ihn dagegen entlarven. Immer wieder kommen die Crewmitglieder deshalb zu Diskussionen zusammen und schreiben im Ingame-Chat, wen sie für den mordenden Kollegen halten. War der pinke Astronaut gerade wirklich in der Kommandozentrale? Und warum ist das hellgrüne Männchen in der Nähe eines Toten gewesen? Die Diskussion dauert nur wenige Minuten, dann wird jemand per einfacher Mehrheit aus dem Schiff geworfen.

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