Deutsche Märkte geschlossen

Amerikaner gehen am freizügigsten mit ihren Daten um

·Lesedauer: 2 Min.

Tech-Konzerne werden oft für ihren Umgang mit sensiblen Nutzerdaten kritisiert. Dabei sind es die Nutzer selbst, die leichtsinnig sensible Daten preisgeben, zeigt eine Umfrage.

Viele Amerikaner haben kein Problem damit, sensible Daten über sich preiszugeben. Das geht aus einer Ipsos-Umfrage im Auftrag der Digitalberatung Publicis Sapient hervor, die dem Handelsblatt vorliegt. In der Studie wurde die Datenschutzsensibilität in fünf Ländern untersucht, darunter neben den USA, in Australien, Frankreich, Deutschland und Großbritannien. Befragt wurden im Sommer dieses Jahres in den einzelnen Ländern 5.007 Personen ab 18 Jahren.

Fast die Hälfte der befragten Amerikaner (44 Prozent) fühlt sich demnach wohl dabei, grundlegende persönliche Daten preiszugeben, gefolgt von Australiern (34 Prozent), Briten (32 Prozent), Deutschen (27 Prozent) und Franzosen (26 Prozent). Bei Informationen über ihre ethnische Zugehörigkeit wären sogar knapp zwei Drittel der US-Bürger bereit, entsprechende Daten zu teilen (Briten 48 Prozent, Australier 44, Deutsche 29, Franzosen 26).

Weniger freizügig sind die Befragten aller Länder (18 Prozent), wenn es um die Preisgabe von Bio-Daten geht. Auch sind nur insgesamt neun Prozent bereit, ein von ihrem Land ausgestelltes Identifikationsdokument, beispielsweise eine Sozialversicherungskarte oder einen Führerschein, zu teilen.

In der Studie gaben viele Verbraucher ebenfalls an, nur wenige bis gar keine Kenntnisse zu haben, wofür Unternehmen ihre Daten nutzen. 61 Prozent der Befragten wissen demnach fast nichts darüber, was mit ihren Daten geschieht. Die Franzosen schneiden hier mit 70 Prozent am schlechtesten ab, gefolgt von Australiern, Briten, Deutschen und Amerikanern.

Verbraucher entwickeln allmählich Verständnis für Wert der Daten

Die Umfrage hat zudem ermittelt, mit wem die Befragten in den einzelnen Ländern ihre persönlichen Daten am bereitwilligsten teilen. Eine Mehrheit der Deutschen legt demnach einen besonderen Wert darauf, sensible Daten mit dem Gesundheitswesen und Unternehmen der Finanzdienstleistungsbranche zu teilen. Wenig beliebt ist die Preisgabe von Daten für Unternehmen der Verbrauchsgüterindustrie.

Die Studienautoren schließen aus den Befunden, dass den Verbrauchern das Sammeln ihrer Daten immer bewusster wird. Und dass sie allmählich auch ein Verständnis dafür entwickeln, dass ein Zusammenhang besteht zwischen ihren Daten und dem Wert, den diese für Unternehmen haben können.

Unternehmen wiederum empfehlen die Experten, genau darauf zu achten, wie und warum sie Nutzer nach deren Daten fragen. Dabei seien etwa demografische Faktoren zu berücksichtigen: Ältere Generationen müssten in Bezug auf ihre Privatsphäre anders behandelt werden als jüngere Generationen.