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Amazon's Choice: Das steckt wirklich hinter dem vermeintlichen Gütesiegel

Willy Flemmer
·Freier Autor für Yahoo
·Lesedauer: 2 Min.

Um den Kunden den Einkauf auf seinem Online-Portal zu erleichtern, hat Amazon Labels wie "Amazon's Choice" und "Bestseller Nr. 1" eingeführt. Doch vor solchen Empfehlungen ist Vorsicht geboten, warnen Verbraucherschützer.

PARIS, FRANCE - SEP 28, 2018: Directly above view of New Amazon Cardboard box against yellow background. Amazon Prime is the online paid subscription service offered by Amazon.com web-commerce site
Bild: Getty Images

Auf dem Onlinemarkt von Amazon gibt es so gut wie alles zu finden, was das Käuferherz begehrt. Leicht und schnell kann man schon mal die Orientierung verlieren. Welche der unzähligen Jeans passt zu mir? Welcher Verkäufer hat das optimale Preisleistungsverhältnis? Gibt es weitere Marken als diejenigen, auf die ich bei meiner Recherche gestoßen bin? Wie gut, dass es auf der Plattform Labels wie "Amazon's Choice" und "Bestseller Nr. 1" gibt. Wer beim Einkaufen nicht mehr weiterweiß, kann auf die Auswahl Amazons setzen oder sich an den Massengeschmack orientieren. Doch bei den Empfehlungen und Hervorhebungen des E-Commercers ist Vorsicht geboten. Die mit solchen und ähnlichen Siegeln versehenen Produkte sind weder die günstigsten noch die hochwertigsten.

"Amazon's Choice" hat der Konzern im Jahr 2015 angeblich eingeführt, "um das Einkaufen für Kunden zu vereinfachen, indem wir hoch bewertete, preisgünstige Produkte hervorheben, die für die beliebtesten Suchanfragen bei Amazon sofort versandfertig sind", teilte ein Amazon-Sprecher mit. Dass die entsprechenden Artikel alles andere als "preisgünstig" sind, behauptet hingegen die Verbraucherzentrale NRW. Der Verein hat in einer Stichprobe herausgefunden, dass die Händler ihre Artikel auf Amazons Marketplace nicht nur um 18 Prozent teurer anbieten als auf ihren ihren eigenen Shops. Bei der untersuchten Ware handelte sich auch "fast ausschließlich um Produkte, die Amazon hervorhob – entweder mit einem orangenen Balken 'Bestseller Nr. 1' oder mit einem schwarzen 'Amazon's Choice'".

Das empfehlen die Verbraucherschützer

"Dass die Händler aber bei Amazon nicht ihre besten Preise bieten, könnte an den Stand- und Verkaufsgebühren liegen. Amazon kassiert 15 Prozent und mehr", schreibt die Verbraucherzentrale und empfiehlt: "Vor dem Klick auf den 'Kaufen'-Button bei Amazon lohnt sich also auch noch mal ein Preisvergleich mit entsprechenden Suchmaschinen. Dadurch können Sie auch noch günstigere Preise bei ganz anderen Anbietern finden."

Skeptisch sollten Kunden hinsichtlich "Amazon's Choice" und Co. auch deshalb sein, als im Hintergrund nicht etwa ein fachkundiges Amazon-Personal agiert, das zum Vorteil der Kunden das günstigste und beste Produkt vorschlägt. Die Auswahl trifft vielmehr ein nicht näher bekannter Algorithmus, der die Empfehlungen auf Basis von Kriterien wie Kundenbewertungen, Preis und Verfügbarkeit ausspricht. Dass dabei nicht immer das beste Produkt empfohlen wird, liegt auch daran, dass der Algorithmus Medienberichten zufolge nicht immer zuverlässig ist. Tatsächlich hätten viele Verbraucher bei den empfohlenen Produkten erhebliche Mängel entdeckt, schreibt BuzzFeed. Die Webseite zitiert in dem Zusammenhang auch einen YouTuber, der einige von Amazon ausgewählte Hochsicherheits-Vorhängeschlösser als "zutiefst fehlerhaft" bezeichnet.