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Amazon setzt mit einer Online-Apotheke die US-Arzneihändler unter Druck

·Lesedauer: 2 Min.

Für die Arzneimittelhändler in den USA wird es ungemütlich: Der Internet-Koloss Amazon startet eine eigene Online-Apotheke. Und knöpft sich damit mitten in der Coronapandemie den nächsten Milliardenmarkt vor.

Amazon mischt den nächsten Milliardenmarkt auf: Der weltgrößte Onlinehändler versucht sich ab sofort als Internet-Apotheke und macht den etablierten Apotheken und Arznei-Händlern damit Konkurrenz. Über den neuen Service „Amazon Pharmacy“ können Kunden in den Vereinigten Staaten seit Dienstag verschreibungspflichtige Medikamente bestellen. Das teilte der Internet-Gigant in Seattle mit.

Und mit dem Versandservice direkt nach Hause ist es noch nicht getan: Amazon bietet beim Kauf von Medikamenten über die Webseite oder App auch Preisvergleiche an. Zudem können Kunden zwischen einer Zuzahlungs-Option für Versicherte sowie einem für Prime-Mitglieder rabattierten Angebot wählen, wenn die Medikamente privat ohne Versicherung bezahlt werden sollen. Käufer müssen auf der Firmenwebseite ein Profil einrichten und die Rezepte von ihrem Arzt an Amazon schicken lassen. Angeboten würden auch Mittel, die gekühlt werden müssen, wie etwa Insulin.

Für Apothekenketten in den Vereinigten Staaten könnte es nun ungemütlich werden. Denn viele von ihnen sind darauf angewiesen, dass Kunden ihr Rezept bei ihnen einlösen und dann auch noch andere Dinge, etwa Kosmetika, kaufen. An der Börse brachte Amazons Vorstoß die großen US-Drogerie- und -Apothekenketten CVS Health, Walgreens und Rite Aid deshalb auch gehörig unter Druck: Aktien der drei US-Größen büßten am Dienstag vor Handelsstart an der Wall Street zwischen acht und zwölf Prozent ein. Auch die Konkurrenten Cardinal Health und McKesson gaben nach. Amazon-Aktien legten dagegen vorbörslich um 2,5 Prozent zu.

Dass Amazon es auf den riesigen US-Arzneimittelmarkt abgesehen hat, war schon länger klar. Der Konzern hatte den Einstieg seit Jahren vorbereitet und 2018 bereits die Online-Apotheke Pillpack übernommen. 750 Millionen Dollar blätterte Jeff Bezos' Konzern dafür hin. Zusätzlich hatte sich Amazon in den vergangenen zwei Jahren mehr staatliche Lizenzen für den Versand von ärztlichen Verordnungen in den USA gesichert.

Der Einstieg in den gewaltigen US-Markt kommt zu einem geschickt gewählten Zeitpunkt, die Coronapandemie hat weltweit die Geschäfte von Online-Händlern kräftig angetrieben. Denn nun bestellen immer mehr Menschen von zu Hause aus, um in Geschäften Kontakte und Infektionsrisiken zu vermeiden. Davon könnte nach Büchern und Toilettenpapier künftig verstärkt auch der Arzneimittelmarkt profitieren. Dem Marktforscher J.D. Power zufolge ist die Akzeptanz von Online-Bestellungen von Medikamenten zwar bislang noch gering. Allerdings könnte auch der deutsche Markt für Amazon besonders interessant sein: Wie eine Erhebung des Marktforschungsinstituts YouGov exklusiv für die WirtschaftsWoche ergab, sind deutsche Amazon-Kunden besonders aufgeschlossen für Online-Infos über Arzneimittel.