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Alphaville-Sänger Marian Gold: "Als Künstler gibt's Ruhestand nicht"

·Lesedauer: 4 Min.
Marian Gold ist Gründungsmitglied und Sänger von Alphaville. (Bild: Helen Sobrialski)
Marian Gold ist Gründungsmitglied und Sänger von Alphaville. (Bild: Helen Sobrialski)

Alphaville lassen die 80er-Jahre wieder aufleben: Nachdem sie 2019 ihr legendäres Debütalbum "Forever Young" (1984) wiederveröffentlichten, erscheinen am 7. Mai nun auch die Nachfolger "Afternoons in Utopia" (1986) und "The Breathtaking Blue" (1989) in einer remasterten Version. Das Projekt wurde von den Gründungsmitgliedern Marian Gold (66) und Bernhard Llyod (60) höchstpersönlich betreut. Wie Alphaville die 80er erlebt haben und wie lange die Fans noch auf neue Musik warten müssen, verrät Sänger Marian Gold im Interview mit der Nachrichtenagentur spot on news.

Denken Sie gerne an die 80er-Jahre zurück? Welches Erlebnis ist Ihnen besonders in Erinnerung geblieben?

Marian Gold: Das war ein Jahrzehnt voller berauschender Veränderungen für uns: out of the intangible blue - into the breathtaking blue (Anm. d. Red.: dt. "Aus dem unfassbaren ins atemberaubende Blau"), sozusagen. Der Anfang eines großartigen Abenteuers. Und das ist es bis heute geblieben, was für ein unglaubliches Glück! Ich bin unseren Fans sehr dankbar dafür.

Bei der Veröffentlichung von "Afternoons in Utopia" waren Sie bereits Weltstars. Welchen Einfluss hatte der Erfolg damals auf Sie als Band? Gab es auch negative Seiten?

Gold: Erfolg ist doch eine schöne Sache. Ich kann da eigentlich nichts Negatives dran finden.

Alphaville (v.li. Marian Gold, Ricky Echolette und Bernhard Lloyd) in den 80er Jahren (Bild: Jürgen Olczyk)
Alphaville (v.li. Marian Gold, Ricky Echolette und Bernhard Lloyd) in den 80er Jahren (Bild: Jürgen Olczyk)


Aus Ihrem Projekt "The Breathtaking Blue Songlines" ging ein Oscar-prämierter Kurzfilm hervor. Wie stolz sind Sie rückblickend darauf?

Gold: Das war das Sahnehäubchen! Kann mich nicht erinnern, dass vor uns der Musikfilm einer deutschen Band schon mal mit einem Oscar prämiert worden wäre. Eine tolle Bestätigung für unser "Songlines"-Projekt, auch wenn der Preis selbstverständlich an die beiden genialen Regisseure ging.

Die beiden Alben wurden in den 80er-Jahren veröffentlicht. Die Musikbranche war damals eine völlig andere. Heute kann man Songs streamen, die Promo läuft viel über die sozialen Medien. Welche Entwicklungen sehen Sie positiv, welche negativ?

Gold: Promotion hat meiner Meinung nach immer die gleichen Aspekte, egal in welcher Zeit sie passiert. Die technischen Möglichkeiten verändern sich, aber das Ziel mit allen positiven und negativen Begleiterscheinungen ist, die Werbetrommel zu rühren und so viele Produkte wie möglich zu verkaufen. War nie unser Ding, sich damit zu beschäftigen, überließen wir gerne den Werbefritzen in den Promoabteilungen. Aber wenn sich Möglichkeiten einer wenigstens spielerischen Umsetzung boten, haben wir uns eingemischt. "Songlines" war so eine Möglichkeit.

Bernhard Lloyd ist 2003 aus der Band ausgestiegen. Wie war es, wieder gemeinsam zu arbeiten? Gibt es Pläne für ein Comeback in der Band?

Gold: Es hat bereits öfter gemeinsame Aktionen mit Alphaville gegeben und so wird es auch zukünftig sein. Eigentlich ist es völlig egal, ob Bernhard oder ich aus Alphaville aussteigen. Das ist bei uns wie in diesem einen schönen Lied von den Eagles, ich zitiere: "...you can check-out any time you like, but you can never leave." (Anm. d. Red.: dt. "Du kannst jederzeit auschecken, aber niemals fortgehen.") Bingo!

2017 erschien Ihr letztes Studioalbum, sieben Jahre haben Sie sich dafür Zeit gelassen. Wie lange müssen Ihre Fans auf das nächste Album warten?

Gold: Wir sind da dran, Arbeitstitel "Thunderbaby". Und wir hatten 2020 auch wesentlich mehr Zeit wegen des Ausfalls der ganzen Konzerte. Kaum zu glauben, aber eigentlich müssten wir dieses Jahr mit der Produktion fertig werden.

Würden Sie in der derzeitigen Pandemie gerne mehr "Afternoons in Utopia" verbringen?

Gold: Das wäre so, als würde man sich die Klamotten aus seiner Kindheit wieder anziehen wollen. "Afternoons in Utopia" ist sinnverwandt mit "Paradise Lost": Hast Du es einmal verlassen, gibt's kein Zurück. Angesichts der momentanen Pandemie wäre ein optimistischer Blick Richtung Zukunft der vielversprechendste Weg. Zukunft ist eh die einzige Option. Dort befinden sich alle Schätze, die das Universum noch für uns bereithält.

Besonders Künstler trifft die Corona-Krise schwer, wie gehen Sie beruflich mit der Krise um? Was bereitet Ihnen die größten Sorgen?

Gold: Nun ja, das Berufliche ist zu 50 Prozent weggefallen, nämlich die Konzertreisen. Alphaville war seit 1995 non-stop on the road, kreuz und quer über diesen Planeten mit 30 bis 50 Auftritten im Jahr. Der Vorteil besteht nun darin, dass wir die gewonnene Zeit im Studio nutzen konnten, was bedeutet, dass unsere Fans nicht wie üblich bis zum Sankt Nimmerleinstag auf das nächste Album warten müssen.

Haben Sie schon einmal über den Ruhestand nachgedacht? Wann wäre für Sie der Zeitpunkt gekommen, der Bühne den Rücken zu kehren?

Gold: Als Künstler gibt's sowas wie Ruhestand, glaub ich, nicht. Wann es vorbei ist mit meinem wundersamen Künstlerleben, darüber hab' ich mir noch nie Gedanken gemacht. Vielleicht verbrennt man in der Sonne oder stürzt auf den Mond, keine Ahnung.

Welche Pläne haben Sie noch für dieses Jahr?

Gold: Im Oktober mit meiner ganzen Familie auf die Insel fliegen. Endlose Spaziergänge am Strand. Kein Internet. Eventuell ein paar Gedichte schreiben. Kaminfeuer.

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