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Alphabet-Aktie: Droht jetzt ein Horror-Crash wie bei Netflix?

Die Alphabet-Aktie (WKN: A14Y6F, A14Y6H) ist eine Aktie, die seit Jahren trotz ihrer beeindruckenden Größe immer wieder starkes Wachstum abliefern kann und damit die Wall Street beeindruckt. Am 26. April 2022 war dem nicht so.

Da durfte das Management der Google-Mutter zwar Wachstum auf vielen Ebenen verkünden – aber das Wachstum war eben weniger stark, als Analysten der Alphabet-Aktie erwartet hatten. Als Reaktion auf die Quartalszahlen fiel der Alphabet-Aktienkurs nachbörslich um 2,74 %.

Sind damit die Tage des Wachstums von Alphabet, ähnlich wie bei Netflix, bald gezählt?

Wie hoch waren Umsatz und Gewinn von Alphabet?

Der Google-Mutterkonzern erzielte im ersten Quartal einen Umsatz von etwas über 68 Mrd. US-Dollar, was einem Wachstum von 23 % gegenüber dem Vorjahresquartal entsprach. Noch vor zwölf Monaten hatte das Umsatzwachstum bei 34 % gelegen – ein deutlicher Einbruch also. Wobei wir die Dramatik fairerweise relativieren müssen, denn wechselkursbereinigt fiel das Umsatzwachstum weniger dramatisch von 32 % auf 26 %.

Die operative Marge blieb im Vergleich zum Vorjahreszeitraum konstant bei gewohnt herausragenden 30 %, während der verwässerte Gewinn je Alphabet-Aktie bei 24,62 US-Dollar lag. Sowohl beim Umsatz als auch beim Gewinn hatten Analysten ein besseres Abschneiden erwartet, was den Einbruch des Aktienkurses nach der Zahlenvorlage erklärt.

Was waren die Gründe für das schwache Abschneiden der Alphabet-Aktie?

Besonders enttäuschend schnitt YouTube ab, sonst immer eine große Wachstumsquelle für Alphabet. Doch in diesem Quartal erzielte die Videoplattform lediglich Werbeeinnahmen von knapp 6,9 Mrd. US-Dollar bei einem Wachstum von 14,4 %, während Analysten der Alphabet-Aktie von mehr als 7,5 Mrd. US-Dollar ausgegangen waren. Möglicherweise ein Zeichen, dass der Google-Mutterkonzern diese Kuh nicht mehr so erfolgreich melken kann wie früher.

Nahezu ungebremst wächst die Google Cloud, deren Umsätze um 43,8 % auf mehr als 5,8 Mrd. US-Dollar stiegen. Doch trotz einer Verbesserung der operativen Marge von -24,1 % auf -16,0 % schreibt Alphabet in dieser Sparte weiter rote Zahlen – anders als die deutlich größeren Anbieter Amazon und Microsoft. Der Rückzug aus dem russischen Werbemarkt riss ein weiteres Loch in die Bilanz des Tech-Konzerns.

Auch steigende Umsätze, operative Fortschritte und eine leicht verbesserte Marge im Segment „andere Wetten“, dem unter anderem das autonome Fahren mit Waymo zugeordnet ist, konnten der Alphabet-Aktie nicht zu mehr Optimismus verhelfen.

Neues Rückkaufprogramm für die Alphabet-Aktie

Trotz der Enttäuschung bei den Quartalszahlen läuft Alphabets Gelddruckmaschine wie geschmiert. Daher läutete die Google-Mutter das größte Aktienrückkaufprogramm der Unternehmensgeschichte ein: Der Konzern will Alphabet-Aktien im Wert von 70 Mrd. US-Dollar zurückkaufen. Schon letztes Jahr hatte das Unternehmen 50 Mrd. US-Dollar dafür ausgegeben.

Tendenziell haben diese Rückkaufprogramme einen positiven Einfluss auf den Aktienkurs, da sich der Unternehmenswert dann auf immer weniger Kuchenstücke verteilt.

Die Corona-Sonderkonjunktur klingt langsam ab und die Alphabet-Aktie landet wieder auf dem Boden der Tatsachen. Dennoch ist das Wachstum des Tech-Konzerns, vor allem in Anbetracht seiner Größe, sehr beeindruckend und das Geschäftsmodell ist ein wahrer Gelddrucker. Was will man mehr als Aktionär?

Der Artikel Alphabet-Aktie: Droht jetzt ein Horror-Crash wie bei Netflix? ist zuerst erschienen auf The Motley Fool Deutschland.

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Christoph Gössel besitzt Aktien von Alphabet (C-Aktien) und Amazon. John Mackey, CEO von Whole Foods Market, einer Amazon-Tochter, ist Mitglied des Vorstands von The Motley Fool. Suzanne Frey, eine Führungskraft bei Alphabet, ist Mitglied des Vorstands von The Motley Fool. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Alphabet (A- und C-Aktien), Amazon und Microsoft.

Motley Fool Deutschland 2022

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