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Allianz mit hohen Abflüssen bei Pimco - Zinswende belastet

(Bloomberg) -- Die Allianz SE konnte im zweiten Quartal dank ihrem Schaden- und Unfallgeschäft höhere Gewinne melden. Die Fondsmanagement-Tochter Pacific Investment Management Co. verzeichnete allerdings wegen der weltweiten Flucht aus Anleihen das zweite Quartal in Folge hohe Abflüsse aus dem verwalteten Vermögen von Drittkunden.

Investoren zogen in den drei Monaten bis Juni 28,7 Milliarden Euro von Pimco ab, so die Allianz in einer Präsentation am Freitag. Im letzten Quartal hatte Pimco die ersten Abflüsse seit dem Ausbruch der Pandemie verbuchen müssen. Das verwaltete Vermögen für Dritte sank unter Berücksichtigung von Markt- und Währungsschwankungen auf 1,39 Billionen Euro, verglichen mit 1,45 Billionen Euro per Ende März.

Die Abflüsse setzten sich auch im zweiten Quartal fort, sagte Giulio Terzariol, Chief Financial Officer der Allianz, in einem Interview mit Bloomberg TV. Sobald sich die Zinssituation “stabilisiert, werden all diese Abflüsse zu Zuflüssen werden”, fügte er hinzu.

Allianz fielen in Frankfurt um bis zu 3,1% und verzeichneten damit den größten untertägigen Verlust seit drei Wochen. Die Analysten von Jefferies etwa waren vom gesunkenen verwalteten Vermögen enttäuscht sowie von den gestiegenen Risikokosten und den schwachen Gewinnen in der Lebens- und Krankenversicherung.

Die Allianz setzt auf ihr Asset Management, um ihre Geschäftsbasis über das traditionelle Versicherungsgeschäft hinaus zu verbreitern. Der Anleihegigant Pimco kämpft allerdings seit Jahresanfang mit dem weltweiten Ausverkauf von festverzinslichen Wertpapieren. Hohe Inflation und die geldpolitische Straffung durch die Notenbanken als Reaktion darauf treiben Investoren aus der Assetklasse. Zinserhöhungen schüren zudem Rezessionsängste und die Sorge, dass manche Unternehmen ihre Schulden nicht zurückzahlen können.

“Pimco befindet sich im Auge des Fed-Sturms und wird am Ende wahrscheinlich ein viel kleineres Unternehmen sein”, sagt Eric Balchunas, Analyst bei Bloomberg Intelligence. “Wobei es schlimmer sein könnte: einige seiner Fonds zeigen eine überdurchschnittliche Performance, was helfen könnte, wenn die Investoren wieder zurückkommen”, fügte er hinzu.

Der operative Gewinn der Allianz stieg im zweiten Quartal stärker als erwartet auf 3,5 Milliarden Euro. Das Schaden- und Unfallversicherungsgeschäft profitierte von verbesserten Zeichnungs- und Anlageergebnissen, während die Erträge in der Lebensversicherung und des Asset Managements den Gesamtgewinn belasteten. Das Ziel für den operativen Gewinn 2022 wurde mit 13,4 Milliarden Euro bestätigt, plus oder minus 1 Milliarde Euro.

Terzariol sagte, die Allianz könnte in den nächsten sechs bis zwölf Monaten einen weiteren Aktienrückkauf in Erwägung ziehen. “Zum jetzigen Zeitpunkt könnten Rückkäufe sogar eine bessere Idee sein als Fusionen und Übernahmen”, sagte er.

Die Allianz wird schließlich auch einen Verlust von etwa 400 Millionen Euro aus dem Verkauf einer Mehrheitsbeteiligung an ihrem russischen Geschäft hinnehmen müssen, der Teil eines Rückzugs aus dem Land im Zuge des Ukraine-Kriegs ist, wie das Unternehmen zuvor mitteilte.

Überschrift des Artikels im Original:

Pimco Clients Pull Out $29 Billion as Allianz Sees Profit Rise

(Neu: Kursreaktion und Analystenkommentar)

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