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Allianz mit Rückendeckung von Aktionären trotz Fonds-Debakel

(Bloomberg) -- Die Aktionäre der Allianz SE haben das Management auf der Hauptversammlung am Mittwoch entlastet, nachdem die Implosion einiger US-Hedgefonds zu Verlusten von mehreren Milliarden Euro geführt hatte.

Rund 97,6% der Aktionäre stimmten für die Entlastung des Vorstands. Das liegt unter der Quote von 98,6%, die bei der Hauptversammlung im vergangenen Jahr erzielt wurde. Auch der Aufsichtsrat wurde am Mittwoch entlastet.

Der Kollaps der Fonds namens Structured Alpha, die von der Tochter Allianz Global Investors angeboten wurden, hatten bei der Allianz zu Rückstellungen von 3,7 Milliarden Euro geführt. Der Konzern erklärte, es sei mit zusätzlichen finanziellen Belastungen zu rechnen. Vorstandschef Oliver Bäte sagte am Mittwoch, die Verfahren mit den US-Behörden würden noch laufen, weshalb er keine weiteren Angaben machen könne.

Mächtige Stimmrechtsberater hatten im Vorfeld der Versammlung empfohlen, Vorstand und Aufsichtsrat zu entlasten. So schrieb beispielsweise Institutional Shareholder Services (ISS): “Unseres Erachtens wäre es verfrüht für Aktionäre, angesichts der Unklarheiten zum jetzigen Zeitpunkt eine überaus bedeutsame und symbolische Geste in Betracht zu ziehen, indem sie gegen die Entlastung stimmen würden - speziell weil die US-Aufsichtsuntersuchungen des DOJ und der SEC noch anhängig sind.”

Einige der größten Aktionäre zeigten sich aber dennoch unzufrieden mit Blick auf Structured Alpha. “Sollte sich der Verdacht der Marktmanipulation bei AGI bewahrheiten, dürfte es für die Allianz noch wesentlich teurer werden, die Structured Alpha-Angelegenheit aus der Welt zu schaffen”, erklärte Janne Werning, Leiter ESG Capital Markets & Stewardship bei Union Investment. Die Tochter der DZ Bank hält rund 1,5% der Allianz-Anteile.

Die DWS Group, die mit 3% beteiligt ist, erklärte im Anschluss an die Fragerunde der Hauptversammlung, sie hätte sich mehr Klarheit beim Zeitplan zur Beilegung der Structured-Alpha-Probleme gewünscht. Vom Konzern war lediglich eine zeitnahe Lösung in Aussicht gestellt worden. „Der Vorstand hätte konkreter auf den Fahrplan eingehen können, auf den wir als Aktionäre uns einstellen sollten”, erklärte die DWS gegenüber Bloomberg.

Werning sagte nach der Veranstaltung, Bäte habe mehr zu Structured Alpha gesagt, als in seinem vorab veröffentlichten Redemanuskript gestande habe. “Eine schnelle und endgültige Einigung mit den Klägern und den Behörden in den USA zu akzeptablen Konditionen wäre ein Befreiungsschlag für ihn”, erklärte Werning.

Die Hedgefonds waren ursprünglich zum Schutz vor einem Marktabsturz konzipiert worden, erlitten dann aber hohe Verluste zu Beginn der Pandemie. Zwei der Fonds sind Ende März 2020 liquidiert worden, die übrigen wurden inzwischen auch abgewickelt.

Bislang hat die Allianz rund 4,5 Milliarden Dollar (4,3 Milliarden Euro) an Investoren ausgezahlt, wie sie am Mittwoch erklärte.

(Neu: Zitat im 7. Absatz)

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©2022 Bloomberg L.P.

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