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Allianz beruft in Coronakrise neue Risiko-Chefin

Die Personalvorständin der Allianz Deutschland wechselt als Risikochefin zur Konzernmutter. Eine Bewährungsprobe für höhere Weihen.

Es ist ein rasanter Aufstieg. Erst im April letzten Jahres berief Allianz Deutschland Aylin Somersan Coqui zur Personalvorständin. Rund ein Jahr später folgt nun bereits der nächste Karriereschritt. Zum 1. Juli übernimmt die 43-jährige Managerin die Position eines Chief Risk Officers beim Mutterkonzern Allianz SE, wie der Dax-30-Konzern mitteilte.

Somersan rückt damit auf eine Ebene direkt unterhalb des Konzernvorstandes von Europas größter Versicherung. Ihre Aufgaben bei der Deutschlandtochter übernehme Renate Wagner zusätzlich zu ihrer Position als Mitglied des Vorstands der Allianz SE. Sommersan Coqui berichtet nun an Finanzvorstand Giulio Terzariol, der im Konzernvorstand für die Risikothemen zuständig ist, wie ein Sprecher sagte.

Der Dax-Konzern stärkt damit mitten in der Coronakrise seine Risikoabsicherung. Die EU-Versicherungsaufsicht EIOPA hatte erst am Donnerstag die Assekuranzen generell ermahnt, in der Krise ihr Geld zusammenzuhalten. Auf die in Istanbul geborene Managerin kommt insofern eine heikle Aufgabe zu. Auf der Bilanzpressekonferenz Ende Februar hatte die Allianz zwar noch betont, dass das Unternehmen für sich keine hohen Belastungen infolge der Ausbreitung des Coronavirus fürchtet. Doch seitdem hat sich die Lage infolge der Ausweitung der neuartigen Lungenkrankheit deutlich verschlimmert.

Viel Zeit, um sich einzuarbeiten, bleibt Somersan Coqui also nicht. Doch die neue oberste Risikobewerterin des Dax-30-Konzerns kennt das Unternehmen seit Langem. Schon 2010 leitete die studierte Wirtschaftswissenschaftlerin für mehrere Jahre das CEO-Office des damaligen Vorstandschefs Michael Diekmann, später verantwortete sie die gruppenweite Personalstrategie, bevor sie 2019 das Ressort Personal bei der Deutschlandtochter übernahm.

Insider schätzen, dass Somersan Coqui mit ihrer neuen Position noch nicht das Ende der Karriereleiter erreicht hat. Mit dem Aufstieg zum Chief Risk Officer dürften ihre Chancen gestiegen sein, in den nächsten Jahren den Sprung in den Allianz-Konzernvorstand zu schaffen, wie Beobachter glauben.

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