Deutsche Märkte öffnen in 4 Stunden 18 Minuten
  • Nikkei 225

    27.479,86
    -126,60 (-0,46%)
     
  • Dow Jones 30

    33.949,01
    -207,68 (-0,61%)
     
  • BTC-EUR

    20.983,89
    -855,61 (-3,92%)
     
  • CMC Crypto 200

    517,81
    -19,08 (-3,55%)
     
  • Nasdaq Compositive

    11.910,52
    -203,27 (-1,68%)
     
  • S&P 500

    4.117,86
    -46,14 (-1,11%)
     

Alice Schwarzer: "Ich würde mich sehr freuen, wenn Fakten wieder Fakten sind und Meinungen Meinungen"

Alice Schwarzer wird am 3. Dezember 80 Jahre alt.  (Bild: 2011 Getty Images/Sascha Baumann)
Alice Schwarzer wird am 3. Dezember 80 Jahre alt. (Bild: 2011 Getty Images/Sascha Baumann)

Am 3. Dezember wird Alice Schwarzer 80 Jahre alt. In einem Interview spricht die Journalistin über ihre Wünsche für die Zukunft und über den momentanen Stand der Gleichberechtigung in Deutschland.

Sie ist Journalistin, Publizistin, Gründerin und Herausgeberin der Frauenzeitschrift "Emma". Doch die Allgemeinheit kennt Alice Schwarzer vor allem als Frauenrechtlerin, die mit ihren Ansichten immer wieder aneckt. Am 3. Dezember wird Alice Schwarzer 80 Jahre alt. Was sie sich für die Zukunft wünscht, verrät sie in einem Interview mit der Nachrichtenagentur teleschau: "Ich würde mich sehr freuen, wenn wir wieder Zeiten hätten, in denen Fakten Fakten sind und Meinungen Meinungen", sagt sie. Es sei eine "eigenartige Entwicklung", "dass man Meinungen für Fakten hält": "Ich bin Journalistin", fährt sie fort: "Ich bin gewohnt, zu recherchieren und auch, eine Meinung zu vertreten." Mit Menschen, die eine andere Meinung haben, setze sie sich gerne auseinander: "Entweder überzeugen sie mich, oder ich überzeuge sie. Aber wir können nicht einfach Fakten leugnen."

Auch im Hinblick auf die Gleichberechtigung der Geschlechter gebe es ihrer Meinung nach noch viel zu tun: "Mein Traum ist, dass eine Frau Mensch sein kann wie ein Mann", sagt sie: "dass der Faktor, dass man eine Frau ist, ein Faktor von vielen in dem Bündel ist, das einen als Mensch ausmacht". In Deutschland befinde man sich in einer Zeit des Umbruchs: "Wir haben die totale rechtliche Gleichberechtigung auf dem Papier." Mädchen und jungen Frauen könnten Männerberufe ergreifen: "Aber manchmal ist der äußerliche Fortschritt schneller gewesen als der innerliche", sagt sie: "Eine Frau kann zwar Kanzlerin werden, gleichzeitig hängen die jungen Mädchen aber an Influencerinnen, die ihnen weismachen: Dein Körper muss perfekt sein!" Es gebe große Freiheiten für Frauen, gleichzeitig laste auf ihnen aber ein großer Druck.

"Ich werde mir den Luxus einer sehr kleinen Runde erlauben"

Ihren 80. Geburtstag will Alice Schwarzer bescheiden feiern: "Ich glaube, ich werde mir den Luxus einer sehr kleinen Runde erlauben." Zu verdanken habe sie dies den beiden neuen Filmen, deren Premieren "sozusagen schon Vorgeburtstagsfeiern" gewesen seien

Der Dokumentarfilm "Alice Schwarzer" von Sabine Derflinger kam am 15. September ins Kino. Eine gekürzte Fernsehfassung ist am Sonntag, 4. Dezember, um 22.10 Uhr bei ARTE zu sehen. Der zweiteilige ARD-Spielfilm "Alice" (seit 23. November in der ARD Mediathek) erzählt von Schwarzers Anfangszeiten der Journalistin und Frauenrechtlerin: "Abgesehen von einigen Schnitzern finde ich ihn nicht nur gut, sondern ich finde ihn großartig", lobt sie. Zu verdanken sei dies vor allem der Hauptdarstellerin Nina Gummich: "Ich habe sofort gespürt, sie hat die innere Einstellung dafür: Sie hat die Leidenschaft. Sie will das, sie kann das. Ich finde, dass sie sehr dicht an mir dran ist. Außerdem finde ich, dass sie mich sehr differenziert spielt, meine Kraft genauso gut wie meine Trauer und Melancholie."