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Alibaba-Top-Investor Jack Ma: Geschenke an chinesische Regierung?

Vincent Uhr, Motley Fool beitragender Investmentanalyst
·Lesedauer: 3 Min.

Die Alibaba-Aktie (WKN: A117ME) verfügt eigentlich über eine sehr trendstarke Wachstumsgeschichte. Wie viele Foolishe Investoren inzwischen wissen, kann der E-Commerce, die Cloud und über Ant Financial auch der Markt der digitalen Zahlungsdienstleistungen ausgereizt werden. Möglicherweise zukünftig auch noch eine Menge mehr.

Allerdings gibt es ein Risiko, das sich in den letzten Wochen ein ums andere Mal gezeigt hat: Das politische Umfeld ist ein Problem, vor allem, wenn sich Funktionäre kritisch gegenüber dem Markt, Regulatorien oder der Regierung äußern. Das hat dazu geführt, dass der Börsengang von Ant Financial wohl auf Druck führender Politik-Funktionäre abgeblasen worden ist. Eine Regulation des Zahlungsdienstleisters könnte drohen.

Nachdem sich CEO Daniel Zhang bereits beschwichtigend geäußert hat, legt Jack Ma, der Gründer und ehemalige CEO hinter der Alibaba-Aktie, jetzt womöglich nach. Schauen wir im Folgenden daher einmal, was du wissen solltest.

Jack Ma: Kuschelkurs mit der Regierung

Wie das Wall Street Journal zum Ende des letzten Wochenendes berichtet hat, sucht Ma augenscheinlich die Nähe zur chinesischen Regierung. Demnach bot der ehemalige Top-Funktionär der chinesischen Regierung Unternehmensanteile beziehungsweise Einheiten von Ant Financial an. Definitiv spannend.

Demnach soll Ma gesagt haben, dass die chinesische Regierung jede der Plattformen haben könne, die Ant besitzt, sofern die chinesische Regierung diese benötigen würde. Allerdings könnten diese Aussagen bereits älter sein: Möglicherweise sind sie bereits auf den 2. November und noch vor dem Börsengang des Zahlungsdienstleisters Ant Financial datiert. Das könnte den Aussagen natürlich eine ganz andere Konnotation verleihen.

Fest steht jedenfalls: Der Börsengang von Ant Financial ist abgesagt und möglicherweise steht eine Neubewertung des Zahlungsdienstleisters an. Es bleibt abzuwarten, welche weiteren Wendungen diese Causa noch nehmen wird.

Alibaba: Nähe zur Regierung nicht verkehrt …

Grundsätzlich bleibe ich bei meinem Fazit, dass Alibaba und seine Funktionäre und prägende Investoren gut daran beraten sind, nicht auf Konfrontationskurs mit der Regierung zu gehen. Wer hierbei den Kürzeren zieht, das haben wir unlängst gesehen. Wobei es eben auch die Alibaba-Privatinvestoren sind, die in Mitleidenschaft gezogen werden.

Inwieweit diese Aussagen aktuell interpretiert werden sollten, bleibt offen. Allerdings ist es positiv, dass Daniel Zhang zumindest öffentlich gemäßigt reagiert hat. Das könnte die Wogen und die Risiken etwas glätten.

Für Foolishe Investoren gilt trotzdem weiterhin: Die Chancen sind gewiss vorhanden. Aber eben auch dieses eine sehr spezielle Risiko, das für uns als Investoren in der Ferne kaum greifbar ist. Wer sich auf die Alibaba-Aktie oder auch eine andere chinesische (Tech-)Aktie einlässt, der wird dieses Risiko als Teil des Gesamtpakets hinnehmen müssen.

Nicht überbewerten, aber …

Die aktuellen Aussagen sollten Investoren daher nicht überbewerten. Die Aussagen im Wall Street Journal könnten veraltet sein. Möglicherweise als früher Versuch, noch vor dem Börsengang die Wogen wieder zu glätten. Derzeit können wir festhalten: Das hat augenscheinlich nicht funktioniert.

Das Risiko bleibt bestehen, aber auch eine gigantische Chance hinter der Alibaba-Aktie. Auf welche Seite du dich positionieren möchtest? Das ist und bleibt deine finale Entscheidung.

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Vincent besitzt Aktien von Alibaba. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Alibaba Group Holding Ltd..

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