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Alibaba & Ant: Erste Regulierungen zeichnen sich ab!

Vincent Uhr, Motley Fool beitragender Investmentanalyst
·Lesedauer: 2 Min.

Alibaba (WKN: A117ME) und Ant Financial haben ein für viele Investoren inzwischen nicht mehr unbekanntes Problem: Die chinesischen Behörden sind zuletzt auf Konfrontationskurs gegangen. Wohl auch, weil sich Top-Investor Jack Ma zuvor kritisch hinsichtlich der Marktverhältnisse geäußert hat. Das wiederum hatte einige Folgen.

Insbesondere der abgesagte Börsengang des Finanzdienstleisters von Alibaba, Ant Financial, ist folgenschwer gewesen. Börsenwerte im höheren Milliardenbereich sind vernichtet worden und es könnten sich fundamentale Gründe hierfür abzeichnen: Immerhin scheint China den Finanzdienstleister jetzt stärker regulieren zu wollen.

Wie das aussehen wird? Möglicherweise haben wir als Investoren jetzt einen kleinen Vorgeschmack erhalten. Hier ist, was du auch als Foolisher Investor wissen solltest.

Alibaba & Ant Financial: Die Behörden greifen durch

Wie jetzt bekannt geworden ist, dürften die Restrukturierungsmaßnahmen nicht nur ein längerfristiger Prozess werden, der einen Börsengang im Jahr 2021 unwahrscheinlich werden lässt. Nein, sondern möglicherweise auch einer, der für Ant Financial an die Substanz geht.

Demnach geht es einerseits um die Höhe von Rückstellungen für die Kreditvergabe. Allerdings scheint sich die Regierung augenscheinlich auch in den operativen Alltag stärker einmischen zu wollen. Demnach stünde der Schutz junger Menschen und derjenigen mit geringem Einkommen im Fokus, wie jetzt ein mit dem Anliegen offenbar vertrauter Behördenfunktionär durchsickern ließ. Das könnte der Wachstumsgeschichte potenziell schaden.

Ant Financial habe proaktiv reagiert und erklärt, dass man die Kreditvergabe bei dem entsprechenden Personenkreis beschränken wolle. Gerade jüngere Generationen dürften digitalen Finanzdienstleistungen jedoch eher zugewandt sein. Ein potenzielles Wachstumsproblem? Ja, möglicherweise. Allerdings grundsätzlich natürlich nur im Bereich der Kreditvergabe. Zumindest für den Moment. Das dürfte auch für die Alibaba-Aktie weiter eine Belastung sein.

Für mich: Das größte Risiko!

Von chinesischer Seite geht für mich daher auch weiterhin das größte Risiko aus. Die Behörden und die Politik haben gezeigt, dass sie nicht nur mit Platzpatronen schießen. Nein, sondern auch, dass Eingriffe in den Markt und in den operativen Alltag möglich sind. Vor allem wenn man die Behörden und die Politik reizen sollte. Das soll noch mal einer Meinungsfreiheit nennen.

Wie auch immer: Foolishe Investoren, die auf die Alibaba-Aktie setzen, sollten sich daher grundlegend mit diesem Risikoprofil auseinandersetzen. Eigentlich verfügt der chinesische Internetkonzern über eine sehr intakte, trendstarke Wachstumsgeschichte. Regulierungen und Markteingriffe von chinesischer Seite könnten bremsend wirken. Wobei wir glücklicherweise bereits erkennen können, dass sich Top-Funktionäre eher in Beschwichtigung üben.

Ob das funktionieren wird? Das bleibt die große Frage. Auch bei der Alibaba-Aktie gilt jedenfalls: Es gibt keinen Free Lunch. Trotz der gigantischen Chance ist das Marktumfeld von externen Eingriffen geprägt.

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Vincent besitzt Aktien von Alibaba. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Alibaba Group Holding Ltd..

Motley Fool Deutschland 2020