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Algorand integriert vereinfachte Form von Smart Contracts

Nils Hermann

Erst seit Juni ist die plattformeigene Währung ALGO auf den Bitcoin-Börsen erhältlich und hat seitdem einen Verlust von über 90 Prozent gegenüber dem ICO-Preis zu verbuchen. Da das Projekt das Modell der holländischen Auktion verwendet, erlaubt es Investoren die Rückgabe der Token für 90 Prozent des ursprünglichen Kurses. Gegründet wurde Algorand von Silvio Micali, einem MIT-Professor, der mit dem Turing Award ausgezeichnet wurde.

Aus technologischer Sicht hat das Projekt für Aufmerksamkeit gesorgt, da es eine neue Form von Proof of Stake verwendet. Diesen Konsensalgorithmus nennt Algorand „Pure PoS“. Er baut darauf auf, dass die Mehrheit der Teilnehmer am Netzwerk ehrlich ist. Sie haben unter normalen Umständen kein Interesse daran, dem Netzwerk zu schaden. Einer Minderheit an Netzwerkteilnehmern ist es nicht möglich, den korrekten Ablauf der Konsensfindung zu stören.

Konsensfindung durch Lotterie unter Node-Betreibern

Für jeden neuen Block wird ein zufälliger Token ausgewählt, dessen Besitzer den Block schreiben darf. In einer zweiten Phase werden 1.000 weitere Token ausgewählt, deren Besitzer diesen Block verifizieren dürfen. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Netzwerkknoten (Node) für eine dieser beiden Phasen ausgewählt wird, steigt mit der Zahl der gehaltenen Token.

Das Netzwerk wählt dabei selbst aus, wer den Block schreibt. Dies verhindert, dass eine ungewollte Fork entsteht. Darüber hinaus verspricht die Technologie einen hohen Grad an Dezentralisierung. Jeder kann sich an der Block-Produktion beteiligen, indem er einen „Participation Node“ betreibt und Token hält. Kritiker werfen Algorand jedoch vor, dass es nicht wirklich dezentralisiert ist, da die Entwickler im Besitz von 25 Prozent aller Token, die in Zukunft existieren werden, sind.

Neben den Participation Nodes übernehmen die „Relay Nodes“ eine zentrale Rolle im Netzwerk. Sie ermöglichen die Kommunikation zwischen den Teilnehmern. Diese Relay Nodes sind nicht an der Produktion der Blöcke beteiligt.

Algorand bietet eine simplere Art von Smart Contracts

Eine der zentralen Eigenschaften von Smart Contracts, wie sie z. B. Ethereum anbietet, ist die Turing-Vollständigkeit. Diese Eigenschaft ist für viele komplexere Aufgaben erforderlich. Veranschaulichen lässt sich dies daran, dass die Programmiersprachen C++ und Java turingmächtig sind, HTML aber nicht.

Algorand setzt durch sein neues 2.0 Update auf Smart Contracts, die nicht turingmächtig sind. Es preist dies als Vorteil gegenüber anderen Plattformen an. Dieser Vorteil soll darin bestehen, dass derartige Smart Contracts einfacher zu gestalten und sicherer sein sollen. Das Algorand-Team gibt zu, dass hierdurch eingeschränkte Möglichkeiten bestehen. Es geht jedoch davon aus, dass die meisten Projekte keine Turing-Vollständigkeit benötigen.

Zu den anderen Funktionen des 2.0 Updates gehören die Möglichkeit, Token zu erstellen, sowie rudimentäre DeFi-Werkzeuge. Laut den Entwicklern erlauben die neuen Funktionen es Unternehmen, jeden Wert in einen Token zu übersetzen.

 

Source: BTC-ECHO

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