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Alexander Gerst: Strukturierter Alltag wichtig für Menschen in Quarantäne

In der Corona-Krise raten Astronauten den Menschen in häuslicher Isolation oder im Homeoffice dazu, ihren Alltag zu strukturieren und bestimmten Ritualen zu folgen. Die "Balance zwischen Arbeit und Privatleben" sei wichtig - auch für Menschen in Quarantäne, sagte der deutsche Raumfahrer Alexander Gerst am Donnerstag in einer im Internet übertragenen Talkrunde der Europäischen Weltraumagentur ESA.

"Da muss man dann wirklich auch tatsächlich strukturiert eine künstliche Grenze schaffen", betonte Gerst. Er selbst sei gerade zuhause und arbeite im Homeoffice, berichtete der Astronaut im Gespräch mit dem Wissenschaftsjournalisten Ranga Yogeshwar.

Gerst fügte hinzu, er denke auch an die vielen Menschen, die nun draußen vor Ort beispielsweise als Ärzte und Pfleger arbeiten müssten. "Da muss man tatsächlich sagen: Großes Dankeschön, Respekt."

Der frühere deutsche Astronaut Thomas Reiter sagte in der ESA-Talkrunde, die Situation von Menschen in Quarantäne sei "gar nicht unähnlich dem, was die Astronautinnen und Astronauten an der Bord der ISS für viele Monate erleben müssen" - wobei er hoffe, dass die gegenwärtige Situation in der Corona-Krise nicht so lange andauern werde.

Der Tagesablauf auf der Internationalen Raumstation ISS folge einer "gewissen Routine", sagte Reiter. Eine solche Routine könne auch für Menschen in häuslicher Isolation nützlich sein. Dabei müsse man auch die Möglichkeit haben, "sich mal zurückziehen zu können", fügte Reiter hinzu. Wichtig sei zu wissen, "dass man als Besatzung zusammen funktioniert".