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Aktien mit Verlust verkaufen: Diese Lehren sollte man ziehen

Caio Reimertshofer, Motley Fool beitragender Investmentanalyst
Dollarnoten gehen den Abfluss herunter Geld verlieren Aktien mit Verlust verkaufen

Aktien mit Verlust zu verkaufen ist ein Erlebnis, das manche Anleger zum Verzweifeln bringen kann. Immerhin hat man sein schwer erarbeitetes und erspartes Geld in ein Unternehmen investiert und daran geglaubt. Dieser Glaube ging mit der Hoffnung einher, in der Zukunft sein Geld mit der Investition in diese Aktie zu vermehren.

Betreibt das Unternehmen Missmanagement oder wird beispielsweise in einen Skandal verwickelt, können die Aktien sehr schnell sehr stark an Wert verlieren. Oftmals sind die aufgestellte Investitionsthese und das Vertrauen so erschüttert, dass man seine Aktien schweren Herzens mit Verlust verkaufen muss. Um sein Geld nicht weiterhin in einem schlechten Unternehmen investiert zu lassen und um einem möglichen Totalverlust vorzubeugen, kann das eine gute Idee sein.

Wenn dieses Negativszenario am Anfang der Börsenkarriere eintritt, kann das durchaus dafür sorgen, dass man verunsichert wird. Man könnte sich dann fragen, ob es sinnvoll ist, weiterhin in Aktien zu investieren. Meiner Meinung nach ist es das. Und mit den nachfolgenden Lehren kann man den Verlust beim Verkauf der Aktien vielleicht etwas besser verkraften und für die Zukunft besser vorbeugen.

Diversifikation ist alles

Meiner Ansicht nach trägt eine ausreichende Diversifikation im Portfolio bedeutend zur langfristigen Rendite bei. Mit einem diversifizierten Depot sorgt man dafür, dass die Risiken sich idealerweise auf verschiedene Branchen, Unternehmensgrößen und Regionen verteilen.

Sofern es sich anbietet, kann man beispielsweise auch innerhalb einer Branche über mehrere Unternehmen diversifizieren. Oftmals bieten auch verschiedene Unternehmen in einer Branche diverse Schwerpunkte und können daher allesamt möglicherweise gute Renditen erzielen (zum Beispiel im Medizinbereich).

Sollte also ein Unternehmen oder eine ganze Branche in einem gut diversifizierten Portfolio unter Druck kommen, wird diese Entwicklung im Idealfall von den anderen Unternehmen und Branchen abgefangen, da die Geschäfte dort beispielsweise boomen.

Bei der Diversifikation sollte man auch entsprechend auf eine balancierte Gewichtung achten. Dabei sollte für mein Empfinden ein Unternehmen nicht mehr als 10 % des Depots ausmachen. Idealerweise sind es eher 5 %. Man kann auch versuchen, die Gewichtung über Branchen und Länder so zu verfolgen.

Nicht auf das falsche Pferd setzen

Meiner Erfahrung nach kommt es oft dazu, dass man Aktien mit Verlust verkaufen muss, wenn man auf das falsche Pferd setzt. Anstatt auf die Gewinner im Depot (oder am Markt) zu setzen und diese zu kaufen, fokussieren sich Anleger oftmals auf sogenannte Problemkinder.

Unternehmen, die stark im Kurs gefallen sind und daher mutmaßlich eine Value-Chance versprechen. Meistens erweist es sich allerdings als eher unklug, in fallende Messer zu greifen. Denn diese Messer fallen in den meisten Fällen nicht ohne Grund und man verbrennt sich damit die Finger.

Solche Turnaround-Chancen bieten sich nur an, wenn man das Unternehmen und die Branche, in der es tätig ist, extrem gut kennt und davon ausgehen kann, dass der Turnaround gelingt. Alles andere ist meiner Meinung nach reine Spekulation.

Gewinner decken den Verlust anderer Aktien

Wenn man im Depot breit aufgestellt ist und grundsätzlich eine sorgfältige Aktienanalyse an den Tag legt, dürfte man dennoch langfristig positiv abschneiden. Denn selbst wenn von zehn Aktien zwei oder drei nicht gut laufen, wird das üblicherweise von den anderen Positionen mehr als ausgeglichen.

Falls man sich dann wirklich von einem Verlierer trennen muss, besteht die Möglichkeit, den Verkauf der Aktien mit Verlust für den nächsten realisierten Gewinn steuerlich geltend zu machen. Das kann unterm Strich dann noch ein Trostpflaster sein.

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