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Aktien New York: Iran-Sorgen nehmen zu, Kursverluste nehmen ab

NEW YORK (dpa-AFX) - Den zunehmenden Spannungen zwischen den USA und dem Iran zum Trotz haben am Montag die US-Börsen ihre jüngsten Verluste gut verdaut. Der Leitindex Dow Jones Industrial <US2605661048> verlor zuletzt nur noch 0,05 Prozent auf 28 619,83 Punkte. Die anderen Indizes drehten sogar ins Plus. So rückte der marktbreite S&P 500 <US78378X1072> um 0,10 Prozent auf 3237,96 Punkte und der technologielastige Nasdaq 100 <US6311011026> um 0,28 Prozent auf 8818,29 Punkte vor.

Die inzwischen abgemilderte Reaktion der US-Börsen auf die steigenden Spannungen im Nahen Osten schienen zu reflektieren, dass die jüngste Eskalation die US-Wirtschaft wohl kaum in Mitleidenschaft ziehen werde, kommentierten die Experten von Capital Economics.

Nach der Tötung des iranischen Generals Ghassem Soleimani in Bagdad hatte das Parlament im Irak überraschend für einen Abzug der rund 5000 im Land stationierten US-Soldaten gestimmt. Wenige Stunden zuvor hatte US-Präsident Donald Trump seine Drohungen an die Führung im Iran nochmals massiv verschärft und vor Racheakten für die Tötung Soleimanis gewarnt. Die Regierung in Teheran sieht sich außerdem dem Wiener Atomabkommen von 2015 künftig nicht mehr verpflichtet.

Getrieben unter anderem von der Aussicht auf ein baldiges erstes Handelsabkommen zwischen den USA und China hatten die New Yorker Börsenindizes noch in der vergangenen Woche Rekordmarken erreicht. US-Präsident Donald Trump hatte an Silvester den 15. Januar als konkreten Termin für eine Unterzeichnung des Teilabkommens genannt.

Als Reaktion auf die sich verschärfende Lage im Nahen Osten legten die Preise für Öl und Gold weiter zu. Am Montag profitierten davon unter anderem der Goldproduzent Newmont Goldcorp <US6516391066> mit einem Kursgewinn von mehr als 1 Prozent. Barrick Gold <CA0679011084> notierten quasi unverändert. Die Titel des Ölkonzerns ExxonMobil <US30231G1022> gewannen 0,5 Prozent.

Mit Rekordhochs legten die Papiere der Google-Mutter Alphabet einen starken Wochenstart hin. Die A- <US02079K3059> als auch die C-Aktien <US02079K1079> des Internetgiganten kosteten mit 1398,32 beziehungsweise 1396,50 Dollar so viel wie nie zuvor. Zuletzt gewannen beide unter den Top-Werten an der Technologiebörse Nasdaq jeweils gut 2 Prozent. Begünstigt wurden sie von einer Hochstufung von "Hold" auf "Buy" durch das Analyse-Haus Pivotal Research. Experte Michael Levine sieht in Sundar Pichai, dem neuen Vorstandschef von Alphabet, einen Hoffnungsträger, wovon die Anteile profitieren sollten.

Werte aus dem Rüstungsgüterbereich legten anfangs weiter zu, drehten dann aber ins Minus. Northrop Grumman <US6668071029> verloren 0,2 Prozent, Lockheed Martin <US5398301094> gaben nach Erreichen eines Rekordhochs zuletzt um knapp 1 Prozent nach. Dem Flugzeugbauer Boeing <US0970231058> machen weiter die Auswirkungen zweier Abstürze mit dem Modell 737 Max zu schaffen. Medienberichten zufolge erwägt der Konzern nun die Aufnahme neuer Schulden, etwa zur Begleichung anstehender Entschädigungskosten für die Hinterbliebenen. Die Aktien dämmten ihr Minus immerhin auf nur noch 0,1 Prozent ein, nachdem sie zuvor wesentlich schwächer notiert hatten.

Bewegung gab es schließlich auch im Gastronomie-Sektor. So kauft der für Taco Bell, Pizza Hut und KFC bekannte Konzern Yum Brands <US9884981013> die Burgerkette Habib Restaurants für 375 Millionen Dollar oder 14 Dollar je Aktie in Bar. Während Yum Brands darauf mit einem Abschlag von 0,2 Prozent reagierten, schossen Habib entsprechend auf mehr als 32 Prozent auf knapp unter 14 Dollar in die Höhe.