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Aktien New York Ausblick: Hoffnung auf Covid-19-Medikament treibt

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NEW YORK (dpa-AFX) - Die jüngsten Ermüdungserscheinungen an der Wall Street sind verflogen: Positive Nachrichten von Gilead Sciences zu seinem Covid-19-Kandidaten sorgten am Mittwoch für frischen Rückenwind. Rund eine Dreiviertelstunde vor dem Handelsstart zogen die Futures auf den Dow Jones Industrial <US2605661048> noch einmal kräftig an, der Broker IG taxierte den US-Leitindex mit 1,86 Prozent im Plus auf 24 551 Punkte. Im Blick steht an diesem Abend zudem die Leitzinsentscheidung der US-Notenbank Fed.

Damit dürfte sich die jüngste Erholungsbewegung an den US-Börsen weiter fortsetzen. Am Vorabend war der Wall Street zwar die Puste ausgegangen, doch hat sich der US-Leitindex inzwischen von seinem kräftigen Einbruch Ende der vergangenen - durch Ölpreisverfall und Rezessionsänge belasteten Woche - wieder klar absetzen können.

Zuletzt hatte vor allem die Hoffnung auf eine baldige Lockerung der Corona-Beschränkungen die Kurse wieder angetrieben. "Mit den Schützenhilfen der Notenbanken auf unbestimmte Zeit im Rücken zeigten die Investoren derzeit keine Furcht mehr", erklärte Experte Craig Erlam vom Broker Oanda. Nachdem die US-Notenbank bereits Unterstützung in historischem Ausmaß für den Kampf gegen die negativen Folgen der Corona-Pandemie auf den Weg gebracht hatte, werden indes zur Wochenmitte keine gravierenden Schritte mehr erwartet. Im ersten Quartal war die US-Wirtschaft wegen der Corona-Pandemie schwer getroffen worden, wie die jüngsten Zahlen zeigen.

Auf Unternehmensseite sorgte deshalb vor dem Handelsbeginn die Nachricht von Gilead Sciences <US3755581036> für viel Wirbel, dass eine in den USA am Nationalen Institut für Infektionskrankeiten durchgeführte Studie mit dem Mittel Remdesivir zur Behandlung von Covid-19-Patienten ihren sogenannten primären Endpunkt erreicht habe. Genaueres blieb zunächst noch offen. Gilead-Aktien wurden vom Handel ausgesetzt.

Auch haben die Anleger am Mittwoch nun Gelegenheit, auf die am Vorabend veröffentlichten Alphabet <US02079K3059>-Zahlen zu reagieren. Die Google <US02079K1079>-Mutter hatte trotz Corona-Krise im ersten Quartal zugelegt und besser abgeschnitten als gedacht - vorbörslich verteuerten sich die Aktien zuletzt um fast 8 Prozent.

Steil abwärts ging es vor dem offiziellen Handelsbeginn dagegen für die Papiere von General Electric <US3696041033>. Der Mischkonzern stellte eine Verschlechterung im zweiten Quartal in Aussicht, nachdem den Jahresstart allein der milliardenschwere Verkauf von BioPharma rettete.

Zuden stehen die Ergebnisse beim trudelnden Flugzeughersteller Boeing <US0970231058> im Blick. Die Corona-Pandemie und das Debakel rund um den Unglücksflieger 737 Max haben dem Konzern im ersten Quartal einen Verlust von weit mehr als einer halben Milliarde Dollar eingebrockt. Das Unternehmen kündigte nun einen Stellenabbau an. Kreditkartenanbieter Mastercard <US57636Q1040> überraschte unterdessen beim Umsatz positiv.

Ford <US3453708600>-Papiere könnten hingegen ihren satten Kursanstieg vom Vortag größtenteils wieder einbüßen. Der Konzern hat wegen der Corona-Pandemie für das laufende Quartal einen Verlust von fünf Milliarden Dollar vorausgesagt. Am Dienstag hatten sich die Anleger noch über den für Anfang Mai geplanten Wiederanlauf der Autoproduktion des Herstellers in Europa gefreut.

Der Bilanzreigen setzt sich aber auch nach Börsenschluss fort: Dann öffnet eine Vielzahl weiterer Techunternehmen seine Bücher - neben dem Softwarekonzern Microsoft <US5949181045> auch Facebook <US30303M1027>, Ebay <US2786421030> und Qualcomm etwa.