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Aktien Frankfurt: Kursrutsch vor US-Jobbericht gestoppt

FRANKFURT (dpa-AFX) - Kurz vor dem mit Spannung erwarteten US-Arbeitsmarktbericht wagt der Dax <DE0008469008> am Freitag einen Erholungsversuch. Am Vortag war er sehr schwach in den traditionell schwierigen Börsenmonat September gestartet, nun ging es gegen Mittag um 1,28 Prozent auf 12 792,35 Punkte nach oben. Damit wird der Abstand zum Jahrestief von 12 391 Punkten wieder etwas größer. Am Vortag hatte er sich diesem mit gut 12 600 Punkten noch zeitweise genähert.

Laut dem DZ-Bank-Analysten Sven Streibel haben die starken Kursreaktionen der vergangenen Tage bewiesen, dass sich der Aktienmarkt unverändert in einem Krisenmodus befindet. Er reduzierte daraufhin sein diesjähriges Dax-Ziel auf 14 000 Punkte - jenes Niveau, dem der Dax Mitte August noch nahe gekommen war.

In der getrübten Börsensituation sehen Marktbeobachter aber auch wieder eine Chance. "In dem gegenwärtigen Stimmungsmix aus Zins- und Konjunkturängsten ist durchaus noch mit der einen oder anderen Schwächephase bei Aktien zu rechnen", kommentierte zwar der Deka-Bank-Chefvolkswirt Ulrich Kater. Für den langfristig orientierten Anleger seien solche Phasen aber auch wieder interessante Kaufgelegenheiten, äußerte er sich ermutigend.

Auch der breite Aktienmarkt erholte sich am Freitag nach dem tiefroten Vortag: Der MDax <DE0008467416> mit den mittelgroßen deutschen Werten zog um 1,26 Prozent auf 24 722,70 Punkte an, während das Eurozonen-Barometer EuroStoxx <EU0009658145> um 0,6 Prozent stieg.

Die Blicke sind nun auf den US-Arbeitsmarktbericht für August gerichtet. Fällt dieser am Nachmittag (14.30 Uhr) stark aus, dürfte sich die US-Notenbank Fed auf ihrem steilen Straffungskurs bestätigt sehen. Ein Jobmarkt in guter Verfassung würde für den nötigen Spielraum sorgen, um die hohe Inflation weiter mit kräftigen Zinserhöhungen zu bekämpfen.

Aber auch in der Eurozone bahnt sich möglicherweise ein höheres Tempo der Zinserhöhungen an, der nächste Entscheid steht hier schon am kommenden Donnerstag auf dem Plan. Dafür spricht an diesem Freitag, dass sich der Preisauftrieb in der Eurozone auf Erzeugerebene nach einer Pause wieder verstärkt hat.

Auf Unternehmensseite sorgte ein Übernahmeangebot für SLM Solutions <DE000A111338> für Gesprächsstoff: Die Papiere sprangen um 73 Prozent auf 19,72 Euro nach oben. Sie näherten sich damit dem 20 Euro hohen Barangebot des japanischen Nikon-Konzerns <JP3657400002>, der einen weltweit führenden Anbieter für 3D-Metalldruck schaffen will.

Bei Bayer <DE000BAY0017> gab es Neuigkeiten mit einem Gerichtserfolg, hier legte der Kurs aber nur um ein Prozent und damit schwächer als der Gesamtmarkt zu. Händler verwiesen darauf, dass im Streit um die möglicherweise krebserregende Wirkung des Unkrautvernichters Glyphosat in den USA der mittlerweile fünfte Fall in Folge gewonnen wurde.

Wichtige Stützen für den Dax waren die zuletzt recht stark gesunkenen Aktien aus zyklischen Branchen, darunter vor allem der feste Automobilsektor mit Kursgewinnen von bis zu 4,2 Prozent bei Volkswagen <DE0007664039>. Bei den Wolfsburgern wird bald mit Neuigkeiten zum geplanten Börsengang der Sportwagentochter Porsche AG gerechnet.

Als weniger zyklische Branche erholten sich aber auch die Versorger - unter anderem wegen der anhaltenden Diskussion über längere Laufzeiten für Atomkraftwerke. Zwei Meiler könnten laut dem "Handelsblatt" am Netz bleiben, ein Börsianer glaubt dabei an ein Kraftwerk von Eon <DE000ENAG999>. Die Eon-Titel mischten sich mit einem Kurssprung um 3,2 Prozent unter die Dax-Favoriten.

Die Henkel-Aktien <DE0006048432> gerieten dagegen wegen einer Analystenabstufung unter Druck. Nach einer Verkaufsempfehlung durch Goldman Sachs waren sie mit einem Abschlag von 0,5 Prozent der größte unter nur drei Dax-Verlierern. Der Analyst Olivier Nicolai von der Investmentbank positionierte sich in seiner Studie vorsichtig hinsichtlich des Ausblicks für die Klebstoffsparte.

Die Nordex-Aktien <DE000A0D6554> wurden dagegen von der Citigroup zum Kauf empfohlen, für sie ging es um 3,4 Prozent nach oben. Gerechnet wird damit, dass der Hersteller von Windkraftanlagen demnächst auch wieder in den Nebenwerteindex SDax <DE0009653386> aufsteigt. Gewissheit, ob es dazu kommt, wird es am kommenden Montag nach Handelsschluss geben.