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Aktien Frankfurt: Furcht vor erneutem Lockdown lastet schwer auf dem Aktienmarkt

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FRANKFURT (dpa-AFX) - Sorgen vor einem neuen Lockdown haben den Dax <DE0008469008> am Montag stark belastet. Der deutsche Leitindex war zwischenzeitlich um rund drei Prozent abgesackt und büßte bis zum späten Vormittag noch zwei Prozent auf 15 221,51 Punkte ein. Damit fiel das Börsenbarometer deutlich unter die 200-Tage-Durchschnittslinie. Diese gilt bei Börsianern als Gradmesser für den längerfristigen Trend.

Der MDax <DE0008467416> der mittelgroßen Börsenwerte fiel um 1,62 Prozent auf 33 902,43 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 <EU0009658145> verlor 1,6 Prozent.

Der Grünen-Gesundheitspolitiker Janosch Dahmen brachte wegen der Ausbreitung der Omikron-Variante des Coronavirus einen Lockdown nach den Feiertagen ins Spiel. "Wir müssen mit unseren Maßnahmen vor die Omikron-Welle kommen. Unser heutiges Handeln bestimmt die morgige Pandemie-Lage", sagte er der Deutschen Presse-Agentur. "Angesichts der äußerst hohen Übertragbarkeit von Omikron werden wir um einen Lockdown nach Weihnachten vermutlich nicht herumkommen. Ein mögliches Szenario wäre ein gut geplanter Lockdown Anfang Januar."

"Das Wort vom Lockdown macht wieder die Runde", schrieb Jürgen Molnar, Kapitalmarktstratege bei dem Handelshaus Robomarkets. "Die Niederlande sind schon im Lockdown, und auch in Deutschland könnte es nach Weihnachten so weit sein." Die Angst der Investoren vor einem erneuten Stillstand in weiten Teilen der Wirtschaft nehme wieder zu und schicke die Börsen rund um den Globus auf Talfahrt. Wegen Omikron sei von vorweihnachtlicher Ruhe auch in diesem Jahr am Aktienmarkt nichts zu spüren, die Jahresendrally scheine endgültig abgeblasen.

Die bedenkliche Ausbreitung der Coronavirus-Variante Omikron stößt unter anderem den Anlegern von Luftfahrtwerten mächtig auf. So sackten die Papiere der Lufthansa <DE0008232125> um mehr als vier Prozent ab. Anteilsscheine des Flughafenbetreibers Fraport <DE0005773303> fielen um zweieinhalb Prozent. Große Sorgen macht Anlegern, dass Großbritannien in Deutschland nun als Corona-Virusvariantengebiet gilt. Damit ist die Einreise nach Deutschland nur unter starken Einschränkungen möglich.

Händlern zufolge ist es in einem Gesamtmarkt, der erneut von Corona-Sorgen belastet wird, das übliche Bild, dass Reisewerte besonders stark reagieren. Auch wenn der Schritt nicht überrasche, sei dies in der Branche klar negativ für die Stimmung. Fluggesellschaften dürfen nun auf wichtigen Strecken etwa nach London im Wesentlichen nur noch deutsche Staatsbürger oder in Deutschland lebende Personen von Großbritannien nach Deutschland befördern. Für Einreisende aus Virusvariantengebieten gilt eine zweiwöchige Quarantänepflicht - auch für Geimpfte und Genesene.

Zudem notierten die Anteilsscheine von Fresenius <DE0005785604> mehr als drei Prozent im Minus. Dem Medizin-Konzern mit seinen Krankenhaus-Aktivitäten macht die Corona-Pandemie zu schaffen, weil Betten vorgehalten werden müssen und medizinische Eingriffe aufgeschoben werden.

Darüber hinaus blickten die Anleger besorgt in Richtung USA. Der demokratische Senator Joe Manchin hatte verkündet, dass er einem billionenschweren Sozial- und Klimapaket nicht zustimmen könne. Nun ist unklar, ob das Prestigeprojekt des Präsidenten noch zu retten ist. Republikaner bejubelten die Blockade des eher konservativen Demokraten Manchin. Dessen Parteikollegen reagierten empört. Das Weiße Haus warf dem Senator aus dem Bundesstaat West Virginia Wortbruch vor.

Damit machten Anleger auch einen Bogen um Aktien aus dem Umfeld der erneuerbaren Energien. Die Papiere von Siemens Energy <DE000ENER6Y> etwa büßten knapp drei Prozent ein und die Anteilsscheine des Windanlagenbauers Nordex <DE000A0D6554> verloren viereinhalb Prozent.

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