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Aktien Frankfurt: Fed-Chef Powell verstimmt Aktienanleger mit vagen Worten

·Lesedauer: 3 Min.

FRANKFURT (dpa-AFX) - Steigende Renditen von US-Staatsanleihen haben am Freitag für einen weiteren Rücksetzer am deutschen Aktienmarkt gesorgt. Gleich zum Handelsstart sackte der Dax <DE0008469008> wieder unter die Marke von 14 000 Punkten. Noch zur Wochenmitte war der Leitindex bis knapp unter 14 200 Punkte geklettert und hatte damit einen Rekord aufgestellt. Der aktuelle Zinsanstieg in den USA, ausgelöst durch vage und insgesamt gelassene Äußerungen des US-Notenbankchefs Jerome Powell am Vorabend, hemmt nun erneut das Interesse an Aktien.

Der Dax gab zur Mittagszeit um 0,71 Prozent auf 13 956,27 Punkte nach, reduzierte damit allerdings seine kräftigeren Verluste vom Morgen. Im Wochenverlauf zeichnet sich aktuell ein Plus von 1,2 Prozent ab. Der MDax <DE0008467416> der mittelgroßen Unternehmen sank am Freitag um 0,62 Prozent auf 31 113,69 Punkte.

"Die steigenden Zinsen bleiben das große Schreckgespenst an den Börsen", sagte Portfoliomanager Thomas Altmann von QC Partners. Die Rendite zehnjähriger US-Anleihen stieg am Vorabend nach der jüngsten Beruhigung an den Rentenmärkten wieder auf knapp 1,55 Prozent.

Auslöser waren die jüngsten Äußerungen von Fed-Chef Powell. Er hatte am Donnerstag über den Anstieg der Kapitalmarktzinsen lediglich gesagt: "Ich wäre besorgt über ungeordnete Bedingungen an den Märkten oder eine anhaltende Verschärfung der finanziellen Bedingungen, wenn dies das Erreichen unserer Ziele gefährdet." Inflationsgefahren sieht er keine. Falls es zu einem vorübergehenden Anstieg der Verbraucherpreise komme, werde dieser "geduldig beobachtet".

Laut den Experten der Commerzbank hatte der Markt jedoch darauf gehofft, dass der Fed-Chef ein Eingreifen signalisiert. Die Marktängste habe Powell somit nicht abbauen können. Am Nachmittag werden nun mit Spannung die Daten vom US-Arbeitsmarkt erwartet. Eine gewisse Skepsis herrscht allerdings auch hier, da der bereits veröffentlichte Bericht aus der Privatwirtschaft enttäuscht hatte.

Unter den Einzelwerten zählten RWE <DE0007037129> mit plus 1,0 Prozent zu den Favoriten im Dax. Die Deutsche Bank nahm die Bewertung mit "Buy" und einem Kursziel von 35 Euro auf. In Anspielung auf den neuen Fokus der Essener auf Erneuerbare Energien sprach Analyst Olly Jeffery von den RWE-Aktien als den "RWEnewables" und nannte sie attraktiv. RWE sei auf dem Weg zum global führenden Windkraftanbieter auf See mit einer jahrzehntelangen Wachstumschance.

Zudem bestätigte der Bund am späten Vormittag eine Meldung der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Die deutschen Versorger sollen angesichts des 2011 beschlossenen beschleunigten Atomausstiegs nun eine Entschädigungszahlung für entgangene Restlaufzeiten und Gewinne in Höhe von insgesamt 2,4 Milliarden Euro erhalten. Eon <DE000ENAG999> reagierten darauf nicht und gaben um marktkonforme 0,8 Prozent nach.

VW <DE0007664039> stiegen um 1,2 Prozent. Der Ausbau der Flotte reiner E-Fahrzeuge soll schneller als bislang geplant vorangehen. Bis 2030 sollen in Europa nun 70 Prozent der Gesamtverkäufe auf diese Sparte entfallen, was eine Verdoppelung der bislang geplanten Quote bedeutet. VW hatte einen solchen Schritt während seiner Strategieplanung allerdings bereits angekündigt. Der spanische Staat will zudem mit der spanischen VW-Tochter Seat und dem Energieunternehmen Iberdrola <ES0144580Y14> eine Batteriefabrik bauen, wie Industrieministerin Reyes Maroto sagte.

Im MDax litten die Papiere des Wirkstoffforschers Evotec <DE0005664809> mit minus 3,8 Prozent unter einer gestrichenen Kaufempfehlung durch die US-Bank Citigroup.

Im SDax <DE0009653386> sprangen die Anteile von Nordex <DE000A0D6554> mit plus 3,3 Prozent an die Index-Spitze. Der Windkraftanlagenbauer hatte mit ersten Eckzahlen zum vergangenen Geschäftsjahr überzeugt./ck/jha/

--- Von Claudia Müller, dpa-AFX ---