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Aktien Frankfurt: Erzeugerpreisschub belastet - Dax mit trüber Wochenbilanz

FRANKFURT (dpa-AFX) - Vor dem Wochenende haben einmal mehr die Sorgen vor einer hohen Inflation den Dax <DE0008469008> unter Druck gesetzt. Die moderate Vortages-Kurserholung erwies sich als Strohfeuer. Am Nachmittag verlor der deutsche Leitindex nach zwischenzeitlich noch deutlicherem Minus 0,59 Prozent auf 13 616,48 Punkte. Damit zeichnet sich gegenwärtig ein Wochenverlust von 1,3 Prozent ab.

In den vergangenen vier Wochen hatte das Barometer jeweils zugelegt und sich deutlich erholt. Die runde Marke von 14 000 Punkten, an die der Dax vor wenigen Tagen noch dicht herangerückt war, gerät nun aber weiter in die Ferne. Die Autoren der Fuchs-Börsenbriefe sprachen vom Ende der Sommer-Rally.

Der MDax <DE0008467416> der mittelgroßen Unternehmen sank am Freitag um 0,91 Prozent auf 27 278,93 Zähler. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 <EU0009658145> stand 0,6 Prozent tiefer.

Die hohe Inflation und die Sorge vor steigenden Zinsen bleibt einer der Hauptbelastungsfaktoren für den Aktienmarkt. Genährt wurde diese Furcht am Freitag von deutlich stärker als erwartet gestiegenen Erzeugerpreisen in Deutschland. Sie stiegen in Rekordtempo. Es war der stärkste Preisschub seit Beginn der Erhebungen 1949. Die Erzeugerpreise wirken sich in der Regel auch auf die Verbraucherpreise aus, an denen die Europäische Zentralbank (EZB) ihre Geldpolitik ausrichtet.

"Gute Gründe zum Kauf von Aktien gibt es derzeit wenig", fasste Jürgen Molnar, Kapitalmarktstratege beim Broker RoboMarkets, die Situation zusammen. "Der Inflationsdruck lässt einfach nicht nach. Die Erzeugerpreise für Deutschland bestätigen dies erneut."

Am Markt verloren am Freitag konjunktursensible Werte aus dem Tourismus-, Automobil- und Bankensektor mit am meisten. Anleger fürchten, dass schnell steigende Zinsen die Konjunktur abwürgen und es zu einer Rezession kommt. Auch Immobilienwerte präsentierten sich abermals schwach, höhere Zinsen verteuern die Finanzierungen von Wohnungen, darunter kann die Nachfrage leiden.

Auf den hinteren Plätzen im Dax verloren Deutsche Bank <DE0005140008> 2,4 Prozent, Mercedes-Benz <DE0007100000> sanken um 2,3 Prozent und die Titel des Immobilienkonzerns Vonovia <DE000A1ML7J1> um 1,8 Prozent. Lufthansa <DE0008232125> standen im MDax 3,6 Prozent tiefer. Die Bank of America rät vor allem bei zyklischen Branchen wie Banken und Automobil zum Untergewichten.

Delivery Hero <DE000A2E4K43> und Hellofresh <DE000A161408> wurden indes von sehr hohen Kursgewinnen bei Just Eat Takeaway <NL0012015705> mit nach oben gezogen, nachdem das Unternehmen angekündigt hatte, die Beteiligung am brasilianischen Essenslieferdienst iFood für bis zu 1,8 Milliarden Euro an Prosus <NL0013654783> zu verkaufen.

Als bester MDax-Wert gewannen Delivery Hero 2,3 Prozent, Hellofresh verteuerten sich an der Dax-Spitze um 1,6 Prozent. Bernstein-Analyst William Woods bezeichnete es als sehr positiv, dass Liquiditätssorgen bei Just Eat Takeaway nun nachließen. Liquidität und der Weg zur Profitabilität sind derzeit wichtige Themen in der ganzen Branche.

Um 14 Prozent brachen im Nebenwerteindex SDax <DE0009653386> die Titel des Finanzdienstleisters Hypoport <DE0005493365> ein. Das Bankhaus Metzler strich das "Hold"-Votum und rät nun zum Verkauf.

Der Euro <EU0009652759> geriet weiter unter Druck. Der Kurs der Gemeinschaftswährung näherte sich mit 1,0052 US-Dollar erneut der Parität zum Dollar, also einem Tauschverhältnis von eins zu eins. Letztmals wurde die Dollar-Paritat Mitte Juli erreicht. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs am Donnerstag auf 1,0178 Dollar festgesetzt.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von 1,01 Prozent am Vortag auf 1,08 Prozent. Der Rentenindex Rex <DE0008469107> fiel im Gegenzug um 0,25 Prozent auf 134,37 Punkte. Der Bund-Future <DE0009652644> sank um 1,06 Prozent auf 152,06 Punkten./ajx/jha/

--- Von Achim Jüngling, dpa-AFX ---