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Aktien Frankfurt: Dax zurück auf dem höchsten Stand seit Mitte September

FRANKFURT (dpa-AFX) -Weitere Spekulationen über eine Lockerung der Null-Covid-Politik in China haben dem Dax zusammen mit dem US-Arbeitsmarktbericht kräftig Auftrieb gegeben. Der deutsche Leitindex sprang am Freitagnachmittag erneut über die Marke von 13 400 Punkten und erreichte kurz einen neuen höchsten Stand seit Mitte September. Die überraschend schwachen Auftragseingänge für Deutschlands Industrie im September wurden indes kaum beachtet. "Als nachlaufende Indikatoren werden sie nur beiläufig beachtet, denn die Investoren schauen stur nach vorn", erklärte Marktexperte Andreas Lipkow.

Nach zwei schwachen Handelstagen legte der Dax DE0008469008 um 2,34 Prozent auf 13 437,27 Punkte zu. Zeitweise war er bis auf 13 456 Zähler geklettert. Im Wochenverlauf zeichnet sich nun ein Plus von eineinhalb Prozent ab. Der MDax DE0008467416 stieg am Freitag um 2,32 Prozent auf 23 788,03 Zähler.

Nach den Daten des US-Arbeitsministeriums wurden im Oktober deutlich mehr Arbeitsplätze geschaffen als erwartet, und auch der Lohnanstieg gewann etwas an Dynamik. Portfoliomanager Thomas Altmann von QC Partners kommentierte die Reaktion der Börsen darauf wie folgt: Einerseits sei der Arbeitsmarkt in den USA stark genug, sodass derzeit nicht von einer großen wirtschaftlichen Krise gesprochen werden könne. Andererseits aber sei er auch "schwach genug, um die Geldpolitik langsamer zu straffen".

So keimt nun wohl erneut die Hoffnung, dass die US-Notenbank Fed vielleicht doch schon im Dezember langsamer an der Zinsschraube drehen könnte. Derlei Hoffnungen hatten den Dax bereits im Oktober von einem Niveau um 12 000 Punkte aus bis Anfang November auf über 13 400 Zähler nach oben getrieben, bis mit den jüngsten Fed-Aussagen der nächste Dämpfer kam.

Angesichts der Gerüchte über ein baldiges Ende der chinesischen Null-Covid-Politik erholten sich Stahlwerte wie Thyssenkrupp DE0007500001, Salzgitter DE0006202005 oder Klöckner & Co DE000KC01000 spürbar. Auch die Aktien der beiden Sportartikelhersteller Adidas DE000A1EWWW0 und Puma DE0006969603 profitierten zeitweise deutlich von diesen Spekulationen und legten wie die Stahlwerte zwischen 6 und 8 Prozent zu. Die überraschende Nachricht von Puma über den bevorstehenden Abgang von Vorstandschef Björn Gulden sorgte dann aber für ein jähes Ende der Kurserholung. Puma sackte um 4 Prozent ab, während Adidas noch stärker auf rund 14 Prozent zulegten.

Die Conti-Aktie DE0005439004 mischte sich mit einem Plus von 7,2 Prozent ebenfalls unter die Dax-Favoriten. Sie wurde vom italienischen Reifenhersteller Pirelli IT0000072725 mit nach oben gezogen. Dieser konnte im dritten Quartal die Verkaufspreise deutlich erhöhen und profitierte auch von einem vorteilhafteren Produktmix mit hochwertigen Reifen.

Die schwer angeschlagene Aktie von Deutschlands größter Immobiliengesellschaft Vonovia DE000A1ML7J1 legte um 3,6 Prozent zu. Zwar wurde Vonovia für das kommende Jahr etwas vorsichtiger, doch Analysten attestiertem dem Unternehmen ein solide laufendes Geschäft und verwiesen auf die sehr schwache Aktienkursentwicklung. Mit einem Verlust von rund 45 Prozent seit Jahresbeginn zählt das Papier zu den schwächsten im Dax.

Gea DE0006602006, Freenet DE000A0Z2ZZ5 und RTL LU0061462528 berichteten aus dem MDax über ihr Quartal und konkretisierten ihre Ausblicke. Gea und Freenet äußerten sich zuversichtlicher, RTL vorsichtiger. Entsprechend reagierten die Aktien. Eine weitere Auftragsflut schob außerdem die Anteile des Anlagenhersteller Krones DE0006335003 im SDax DE0009653386 um 5,9 Prozent nach oben.

Der Euro EU0009652759 wurde am frühen Nachmittag mit 0,9869 US-Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs am Donnerstag auf 0,9753 Dollar festgesetzt.
Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von 2,17 Prozent am Vortag auf 2,19 Prozent. Der Rentenindex Rex DE0008469107 fiel um 0,13 Prozent auf 126,91 Punkte. Der Bund-Future DE0009652644 sank um 0,41 Prozent auf 136,82 Punkte./ck/mis

--- Von Claudia Müller, dpa-AFX ---