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Aktien Frankfurt: Dax stabilisiert sich auf tieferem Niveau vor EZB-Sitzung

·Lesedauer: 3 Min.

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Anleger haben dem deutschen Aktienmarkt am Donnerstag einen weiteren Dämpfer verpasst. Börsianer verwiesen dabei auf anhaltende Konjunktursorgen und die abwartende Haltung der Investoren vor den geldpolitischen Signalen der Europäischen Zentralbank (EZB) am Nachmittag.

Der Dax <DE0008469008> verlor zunächst rund ein Prozent und erreichte den tiefsten Stand seit Ende Juli. Danach machte das Börsenbarometer mehr als die Hälfte der Verluste wett und notierte zuletzt noch 0,31 Prozent tiefer bei 15 561,90 Punkten. Der MDax <DE0008467416> der 60 mittelgroßen Börsenwerte büßte 0,08 Prozent auf 35 914,80 Punkte ein. Der EuroStoxx 50 <EU0009658145> gab um rund 0,5 Prozent nach.

Im Anlegerfokus steht vor allem das Pandemie-Programm (Pepp) der EZB. Auf der Pressekonferenz von EZB-Präsidentin Christine Lagarde geht es um mögliche Hinweise über den Fortgang des Anleihe-Kaufprogramms, das ein Volumen von 1,85 Billionen Euro hat und gemäß bisherigem Stand noch bis mindestens Ende März 2022 laufen soll. Schließlich hat die Inflation in der Eurozone angezogen und auch die Wirtschaft erholt sich von der Pandemie. Eine grundsätzliche Entscheidung wird allerdings noch nicht erwartet.

Am Vorabend hatte die US-Notenbank in ihrem Konjunkturbericht (Beige Book) eine Abschwächung der Wirtschaftsdynamik konstatiert. Auch in den USA steht eine Reduzierung der Fed-Anleihekäufe noch in diesem Jahr im Raum.

"Die Anzeichen mehren sich, dass die Marktteilnehmer die konjunkturelle Gesamtsituation falsch eingeschätzt haben", stellte Marktexperte Andreas Lipkow von der Comdirect fest. Vor der EZB-Ratssitzung dürfte kaum ein Anleger größere Risiken eingehen. "Die Notenbanken stehen derzeit in einer Ecke, eingerahmt von zuletzt sichtbaren Preissteigerungen und nachlassender Konjunktur. Somit ist ein extrem behutsames Vorgehen bei der zukünftigen Geldpolitik sowohl in Europa als auch den USA angesagt", bemerkte Lipkow.

Die Aktien von Merck KGaA <DE0006599905> setzten sich mit einem Kursplus von 1,6 Prozent an die Dax-Spitze und nähern sich damit dem zu Wochenbeginn aufgestellten Rekordhoch von 207,90 Euro. Der Pharma- und Spezialchemiekonzern setzt sich unter seiner neuen Chefin Belen Garijo ehrgeizige Wachstumsziele: Der Umsatz soll jährlich mit einer durchschnittlichen organischen Rate von gut 6 Prozent bis 2025 auf etwa 25 Milliarden Euro steigen. Hierzu will Merck künftig mehr investieren und kalkuliert für Zukäufe mit einem Betrag im hohen einstelligen Milliarden-Euro-Bereich ab Ende 2022. Das neue Ziel übertreffe die aktuelle Marktschätzung, erklärte Analyst Richard Vosser von JPMorgan. Seine bisherige Erlösprognose liege sogar 13 Prozent unter dem Ziel.

Die Aktien von Henkel <DE0006048432> und Beiersdorf <DE0005200000> entwickelten sich in Reaktion auf Analystenstudien gegenläufig. Die Henkel-Anteilsscheine verloren 2,0 Prozent und bewegen sich damit auf dem niedrigsten Niveau seit Mai 2020. Dagegen stiegen die Beiersdorf-Titel um 2,4 Prozent und nähern sich wieder ihrem Rekordhoch bei 108,05 Euro von Anfang August. Die US-Investmentbank Goldman Sachs stufte die Henkel-Papiere von "Buy" auf "Neutral" ab. Die Beiersdorf-Titel setzte Goldman hingegen von "Neutral" auf "Buy" hoch.

Die Papiere von Eckert & Ziegler <DE0005659700> setzten ihre Rekordjagd fort und gewannen weitere 3,8 Prozent. Die Anteilsscheine des Strahlentechnik-Unternehmens steuern 2021 auf eine Kurs-Verdreifachung zu.

Die Anteilsscheine von Gerresheimer <DE000A0LD6E6> sanken um 0,4 Prozent. Der Verpackungshersteller hat den Vertrag seines Finanzvorstands Bernd Metzner vorzeitig um fünf Jahre verlängerte./edh/jha/

--- Von Eduard Holetic, dpa-AFX ---

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