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Aktien Frankfurt: Dax legt leicht zu - 'Konsolidierung geht in die Verlängerung'

·Lesedauer: 3 Min.

FRANKFURT (dpa-AFX) - Nach dem Rückschlag zu Wochenbeginn hat sich der Dax <DE0008469008> am Dienstag stabilisiert. Am frühen Nachmittag stand der deutsche Leitindex 0,17 Prozent im Plus bei 15 500,25 Punkten. Der MDax <DE0008467416> der mittelgroßen Börsenunternehmen stieg um 0,44 Prozent auf 34 540,00 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 <EU0009658145> gewann 0,21 Prozent auf 4160,27 Zähler.

"Die Konsolidierungsphase nach dem starken Anstieg in der Vorwoche geht zunächst in die Verlängerung", erklärte Kapitalmarktstratege Jürgen Molnar von RoboMarkets. "Allerdings schwelen im Hintergrund die altbekannten Risikofaktoren wie die steigenden Energiepreise und damit verbundene Inflationsängste, ein bevorstehender Kurswechsel raus aus der ultralockeren Geldpolitik, aber auch die Turbulenzen auf dem chinesischen Immobilienmarkt weiter."

Papiere von Munich Re <DE0008430026> zogen nach der Vorlage von Eckdaten für das dritte Quartal um fast zweieinhalb Prozent an, womit sie zu den besten Dax-Werten zählten. Der Rückversicherer hält trotz hoher Katastrophenschäden an seinem Ziel eines Jahresgewinns von 2,8 Milliarden Euro fest.

Die Erholung von Delivery Hero <DE000A2E4K43> setzte sich mit einem Kursplus von gut 1,7 Prozent fort. Der Essenslieferant gab den Einstieg beim Lieferdienst-Start-up Gorillas bekannt und bestätigte damit entsprechende Medienberichte. Clement Genelot vom Analysehaus Bryan Garnier wies darauf hin, dass Delivery Hero bereits eine Reihe von Beteiligungen erworben habe. Dies sei in einem von starkem Wettbewerb und Akquisitionswellen geprägtem Umfeld von entscheidender Bedeutung.

Einige Bankaktien profitieren weiter von der Erwartung anziehender Zinsen. "Angesichts der immer weiter steigenden Energiepreise und der anhaltenden Angebotsengpässe erhöht sich der Druck auf die Zentralbanken, irgendwann mit Zinsanhebungen zu reagieren", schrieben die Devisen-Experten der Commerzbank. Im MDax waren Commerzbank-Papiere mit zweieinhalb Prozent Plus ebenso unter den Favoriten zu finden wie im SDax <DE0009653386> die knapp drei Prozent festeren Titel der Deutschen Pfandbriefbank (PBB) <DE0008019001>.

Deutliche Kursausschläge zeigten ansonsten vor allem Software-Titel. Software AG <DE000A2GS401> stürzten nach einem enttäuschenden Ausblick für das wichtige Digitalgeschäft mit Integrationssoftware um elf Prozent ab. Damit waren sie abgeschlagenes Schlusslicht im MDax. Eckdaten für das dritte Quartal zeigten, dass das Unternehmen weiter auf die Stärke der angestammten Datenbanksparte setzen kann - für dieses hob es die Jahresziele an. Dagegen lässt die Integrationssoftware immer noch zu wünschen übrig, weshalb die Software AG für diesen Bereich überraschend die Ziele senkte. Da gerade dieses Geschäft der Hoffnungsträger für das Wachstum sei, reagierten die Anleger negativ, kommentierte Knut Woller von der Baader Bank. Ein Händler sprach von Gewinnmitnahmen nach der zuletzt deutlichen Erholung.

Beim Fernwartungssoftware-Spezialisten Teamviewer <DE000A2YN900> mussten die Anteilseigner nach der jüngsten Stabilisierung Kursverluste von zuletzt über zwei Prozent und ein Rekordtief verkraften. Die französische Investmentbank Exane BNP Paribas und die Privatbank Berenberg zogen nun nach und strichen ihre Kursziele infolge der jüngsten Gewinnwarnung zusammen. Wie viele anderen Analysten zuvor kassierten nun auch diese Experten ihre Kaufempfehlungen.

Derweil setzten die Papiere des auf Bausoftware spezialisierten Software-Anbieters Nemetschek <DE0006452907> ihre Erholungsrally fort: Sie verteuerten sich um gut anderthalb Prozent und erreichten zeitweise ein Rekordhoch.

Zu den größten SDax-Gewinnern gehörten Jenoptik <DE000A2NB601> und Verbio <DE000A0JL9W6> mit Aufschlägen von fast fünf beziehungsweise knapp 2,7 Prozent. Während der Technologiekonzern von der Ankündigung eines Zukaufs profitierte, setzten die Papiere des Biokraftstoff-Herstellers auch ohne aktuelle Nachrichten ihre Rekordjagd fort. Am Vortag hatte sich die Privatbank Hauck & Aufhäuser positiv zu Verbio geäußert. Analystin Alina Köhler sieht das Unternehmen als Nutznießer des gegenwärtigen Anstiegs der Erdgaspreise.

Der Euro <EU0009652759> stieg zuletzt auf 1,1649 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs am Vortag auf 1,1604 Dollar festgesetzt. Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite von minus 0,23 Prozent am Vortag auf minus 0,24 Prozent. Der Rentenindex Rex <DE0008469107> stieg um 0,08 Prozent auf 143,90 Punkte. Der Bund-Future <DE0009652644> verlor 0,29 Prozent auf 168,61 Punkte./gl/jha/

--- Von Gerold Löhle, dpa-AFX ---

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