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Aktien Frankfurt: Dax mit Kursverlusten nach vier starken Tagen

FRANKFURT (dpa-AFX) - Nach einem Wochengewinn von bislang vier Prozent haben die Anleger am Freitag die Spur verloren. Der Dax <DE0008469008> zollte seiner Gewinnserie in dieser Woche Tribut, indem er zur Mittagszeit um 0,59 Prozent auf 13 495,26 Punkte fiel. Der MDax <DE0008467416> gab um 0,67 Prozent auf 28 714,99 Zähler nach und der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx <EU0009658145> verlor 0,3 Prozent.

"Die Kursrallye in den letzten Handelstagen hat bereits viel vorweg genommen", kommentierte Marktexperte Andreas Lipkow von der Comdirect Bank den Dax-Anstieg im bisherigen Wochenverlauf. Nun brauche es für mehr Kursgewinne erst wieder handfeste Gründe. Derweil blicken Anleger aber weiter skeptisch nach China, wo der Anstieg der Infektionen mit dem Coronavirus sehr hoch bleibt.

"Der Corona-Virus hält die Börsen weltweit im Bann", kommentierte Analyst Marthel Edouard von der Weberbank. Die Experten des Bankhauses Metzler warnen Investoren denn auch weiter davor, "die Auswirkungen des Virus in einer hochgradig verflochtenen Weltwirtschaft zu unterschätzen". Bereits in Asien hatten die Börsen nach zuletzt kräftiger Erholung überwiegend den Rückwärtsgang eingelegt.

Auf Aktienseite machte am Freitag vor allem Ceconomy <DE0007257503> Schlagzeilen. Die Papiere schossen im SDax <DE0009653386> in der Spitze erst um 18 Prozent nach oben, nachdem der Elektronikhändler mit seinem operativen Ergebnis im ersten Quartal die Erwartungen übertraf. Dann aber ließ der Aufwind mit zuletzt nur noch 7,7 Prozent Plus deutlich nach. Der frühe Ausbruch über die 200-Tage-Linie, die Anlegern als Indikator für den längerfristigen Trend dient, droht damit doch wieder zu scheitern.

Im Dax erholten sich die im Januar noch rekordhohen MTU <DE000A0D9PT0>-Aktien mit einem Kursgewinn von 0,7 Prozent weiter von einem Rücksetzer in den vergangenen Wochen. Die jüngste Rally bei der Deutschen Bank ging weiter. Sie legten am Freitag um 0,78 Prozent zu. Im Februar haben sie nun schon 13 Prozent an Wert gewonnen.

Ansonsten waren noch einige Aktien mit defensivem Charakter wie Vonovia <DE000A1ML7J1>, RWE <DE0007037129> oder die Deutsche Telekom <DE0005557508> unter den Aktien mit positivem Vorzeichen. Die Papiere der Autohersteller sowie jene der Lufthansa <DE0008232125> waren dagegen mit Abgaben von bis zu 2,9 Prozent die Schlusslichter. Sie gelten als stark betroffen von den wirtschaftlichen Folgen des Virus in China.

Im MDax wurde eine Abstufung durch die britische Barclays-Bank für Nemetschek <DE0006452907> mit minus 5,2 Prozent zur größeren Belastung. Analyst Sven Merkt gab nach gutem Lauf und wegen vorerst vermisster Kurstreiber seine bisher optimistische Einschätzung für die Papiere des Bausoftware-Herstellers auf.

Hugo Boss <DE000A1PHFF7> kamen in einem trüben Branchenumfeld für Luxusgüterwerte mit 3,4 Prozent unter Druck. Der britische Branchenvertreter Burberry <GB0031743007> legte wegen der Unsicherheiten am wichtigen chinesischen Markt seinen bisherigen Ausblick zu den Akten. Auch Adidas <DE000A1EWWW0> und Puma zeigten sich nach zuletzt schon schwachem Lauf wieder von ihrer schwächeren Seite.

Qiagen <NL0012169213> waren umgekehrt mit einem Anstieg um 1 Prozent unter den gefragten mittelgroßen Werten. Hier galt es als Stütze, dass das bei Fusionen und Übernahmen als gut informiert geltende Internetmedium CTFN das Gendiagnostik- und Biotechnologieunternehmen weiter in Übernahmegesprächen sieht. Im Dezember waren solche Planspiele von Rivalen noch abgesagt worden.

Im SDax überholten die 9,4 Prozent höheren SMA-Solar-Aktien <DE000A0DJ6J9> den am Morgen noch Klassenbesten Ceconomy. Laut Händlern haben die Zahlen des Solarunternehmens für 2019 eine gute Umsatzentwicklung offenbart. Als überzeugend wurde am Markt aber vor allem der Ausblick auf das Jahr 2020 gewertet./tih/jha/

--- Von Timo Hausdorf, dpa-AFX ---