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Aktien Frankfurt: Dax im Korrekturmodus - Konjunkturerholung braucht länger

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Dax <DE0008469008> befindet sich in der Korrektur. Am Donnerstag weitete der deutsche Leitindex seine Kursverluste der vergangenen beiden Tage deutlich aus. Gegen Mittag notierte er noch immer 1,91 Prozent tiefer bei 12 290,44 Punkten. Als Grund machen Börsianer die trüben Wirtschaftsprognosen der US-Notenbank Fed aus.

In Hessen ist am Donnerstag der Feiertag Fronleichnam, gehandelt wird am Börsenplatz Frankfurt dennoch. Am Feiertag treffen Gewinnmitnahmen häufig auf eine geringe Nachfrage, was zu höheren Kursausschlägen führen kann.

Der MDax <DE0008467416> der mittelgroßen deutschen Börsenwerte sank am Donnerstag um 1,29 Prozent auf 26 053,94 Punkte. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 <EU0009658145> ging es um 1,8 Prozent bergab.

Vorbei seien nun die Hoffnungen auf eine schnelle Erholung der globalen Wirtschaft nach den drastischen Coronavirus-Maßnahmen, sagte Marktexperte Andreas Lipkow von der Comdirect Bank. "Die internationalen Beschränkungen der wirtschaftlichen Aktivitäten haben zu einem herben Leistungsrückgang der Wirtschaft geführt. Das musste nun auch die sonst eher zurückhaltende Fed eingestehen."

Die US-Zentralbank hatte am Vorabend signalisiert, die Zinsen wohl noch für Jahre an der Nulllinie zu halten. Die Corona-Pandemie und ihre Folgen dürften die Wirtschaft, den Arbeitsmarkt und die Inflation auch künftig stark belasten. Es bestünden erhebliche konjunkturelle Risiken.

Am Markt sei man bislang von einer sehr schnellen Wirtschaftserholung von der Corona-Krise ausgegangen, eine steile V-förmige Erholung, doch die Fed habe nun eine U-förmige Erholung propagiert, hieß es im Mußler-Börsenbrief am Morgen. Das bedeutet, dass es länger dauern wird, bis die Wirtschaft die Talsohle durchschritten hat.

Mit dem aktuellen Kursrutsch korrigiert der Dax nun seine jüngste fulminante Erholungsrally: Er war bis zum Montag in nur elf Tagen ohne größeren Stopp um bis zu fast 19 Prozent auf 12 913 Punkte nach oben gerannt. Damit hatte er sich seinem Rekordhoch aus dem Februar bei 13 795 Punkten auf weniger als sieben Prozent angenähert.

Die Konjunktursorgen trafen am Donnerstag erneut die Sektoren Tourismus <CH0019112744>, Banken <EU0009658806> und Autos <EU0009658681> heftig mit Abschlägen von jeweils um die vier Prozent. Lufthansa <DE0008232125> machten im Dax einen Teil ihrer seit Mitte Mai gelaufenen Erholung mit einem Minus von gut sieben Prozent wieder zunichte.

Die Papiere des Halbleiterherstellers Infineon <DE0006231004> litten neben den trüben Wirtschaftsaussichten zusätzlich unter einem negativen Votum der Credit Suisse und büßten rund dreieinhalb Prozent ein.

Gewinne von mehr als einem Prozent verbuchten Delivery Hero <DE000A2E4K43> im MDax. In der Branche der Essenslieferdienste übernimmt nun der britisch-niederländische Wettbewerber Just Eat Takeaway.com <NL0012015705> den US-Konzern Grubhub <US4001101025>. Spekulationen über ein Interesse auch von Delivery Hero an Grubhub hatten vor Tagen die Runde gemacht, allerdings hatten Analysten die Wahrscheinlichkeit einer Expansion in die USA für eher gering gehalten, zumal Delivery erst Ende vergangenen Jahres mit der Mehrheit an der südkoreanischen Woowa weiter in Asien vorgestoßen war./ajx/mis

--- Von Achim Jüngling, dpa-AFX ---