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Aktien Frankfurt: Dax gibt Teil seiner Gewinne trotz besserer Stimmungsdaten ab

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der deutsche Aktienmarkt hat am Montag von positiv aufgenommenen Nachrichten zum US-chinesischen Handelsstreit profitiert. Allerdings bröckelten die Gewinne bis zum Mittag ein Stück weit ab. Weitere Anzeichen einer Stabilisierung der deutschen Wirtschaft ließen die Anleger eher kalt. Der Dax <DE0008469008> notierte gegen Mittag 0,42 Prozent im Plus bei 13 218,93 Punkten.

Von seinem jüngst erreichten Jahreshoch von 13 374 Punkten ist der Leitindex damit aktuell wieder gut 1 Prozent entfernt. Sollte er es in den nächsten Tagen nicht mehr darüber schaffen, besteht laut CMC-Markets-Experte Jochen Stanzl die Gefahr, dass das Thema Jahresendrally aus technischer Sicht erst einmal zu den Akten gelegt werden müsse.

Der MDax <DE0008467416> für mittelgroße Werte stieg am Montag um 0,46 Prozent auf 27 216,34 Zähler. Im Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 <EU0009658145> ging es um 0,45 Prozent nach oben.

In der deutschen Wirtschaft hellte sich die Stimmung im November wie erwartet etwas auf. Nach einigen hoffnungsvollen Konjunkturdaten stieg auch das meist beachtete Stimmungsbarometer für die deutsche Wirtschaft, das Ifo-Geschäftsklima leicht. Ökonomen sprachen von einer Bodenbildung, für eine Trendwende nach oben sei es aber noch zu früh.

Wie am Wochenende zudem bekannt wurde, geht China ein Stück weit auf die USA zu. Die chinesische Regierung kündigte in Peking an, Strafen für die Verletzung geistigen Eigentums zu verschärfen, allerdings ohne Details zu nennen. Hinzu kommt eine Meldung der staatlichen chinesischen Zeitung "Global Times", wonach ein zuletzt immer wieder thematisiertes erstes Teilabkommen kurz vor dem Abschluss stehen soll. Die Entwicklungen hatten bereits den Börsen in Asien Auftrieb gegeben.

Marktexperte Christian Henke vom Online-Broker IG Markets bezeichnete die Äußerungen dennoch als "recht schwammig". Michael Hewson von CMC-Markets glaubt indes auch nicht, dass die für die USA wichtige Regelung zur Verletzung geistigen Eigentums Bestandteil des besagten Teilabkommens sein wird. Überhaupt würden Investoren zurzeit immer stärker bezweifeln, dass es noch vor Jahresende zu irgendeiner handfesten Einigung kommt.

Im Dax stand Daimler <DE0007100000> mit plus 1,38 Prozent an der Spitze. Ein Analyst führte die Stärke auf Spekulationen zurück, dass ein strategischer Investor derzeit dabei sein könnte, eine Beteiligung an den Stuttgartern aufzubauen. Den Anstoß dazu habe am vergangenen Freitag wohl eine Mitteilung gegeben, wonach die britische Großbank HSBC als möglicher Mittelsmann Zugriff auf 5 Prozent der Stimmrechte habe.

Im MDax <DE0008467416> für mittelgroße Werte landeten Papiere vom Modekonzern Hugo Boss <DE000A1PHFF7> mit einem Aufschlag von 2,07 Prozent auf dem ersten Platz. Ebenfalls weiter vorne befand sich der Zulieferer Hella <DE000A13SX22>, für den die Privatbank Hauck und Aufhäuser in einer am Montag vorliegenden Studie auch eine Kaufempfehlung ausgesprochen hatte.

Im Nebenwerteindex SDax <DE0009653386> war der Zulieferer Schaeffler <DE000SHA0159> mit einem Zuwachs von 3,31 Prozent zweitgrößter Favorit. Auf dem drittletzten Platz standen die Papiere von Borussia Dortmund <DE0005493092> mit einem Minus von 1,70 Prozent. Der Verein lag am Freitag in einer Bundesliga-Partie gegen den Tabellenletzten Paderborn zwischenzeitlich mit 0:3 Punkten zurück und konnte erst in der Nachspielzeit ausgleichen. Derzeit findet in Dortmund die Hauptversammlung des Vereins statt.

Der Ökostromerzeuger Encavis <DE0006095003> hat mit seinen neuen Geschäftszahlen trotz Umsatz- und Gewinnwachstum ebenfalls wenig Begeisterung unter seinen Anlegern hervorgerufen. Ein Händler monierte, dass unerwartet hohe Steueraufwendungen zuletzt etwas auf den Gewinn je Aktie gedrückt hätten. Zugleich wurden die Ergebnisse von anderer Seite als solide und den Erwartungen entsprechend bezeichnet. Die Aktie gab dennoch leicht um gut 1 Prozent nach./kro/mis

--- Von Karolin Rothbart, dpa-AFX ---