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Aktien Frankfurt: Dax geht nach Rekordhoch die Puste aus

FRANKFURT (dpa-AFX) - Eine Erholung der Kurse in Asien hat den Dax <DE0008469008> am Mittwoch auf ein Rekordhoch getrieben. Der deutsche Leitindex hatte im frühen Handel bei gut 13 640 Punkten einen neuen Höchststand erreicht und übertrumpfte damit seine bisherige Bestmarke vom Januar 2018. Zuletzt stand das Börsenbarometer 0,01 Prozent im Minus bei 13 554,23 Punkten.

Trotz des neuen Hochs hinke der Dax jedoch im nationalen und internationalen Vergleich hinterher, schrieb Portfoliomanager Thomas Altman vom Vermögensverwalter QC Partners. Sowohl der deutsche Mittelwerte-Index MDax als auch der US-Leitindex S&P 500 <US78378X1072> hätten ihre Höchstmarken bereits deutlich früher überschritten.

Der MDax <DE0008467416> der mittelgroßen Börsenwerte nahm seine jüngste Rekordjagd wieder auf und stand zuletzt 0,15 Prozent höher bei 28 809,87 Zählern. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 <EU0009658145> war dagegen mit Minus 0,12 Prozent weiter schwach und lag zuletzt bei 3784,34 Zählern.

Aus charttechnischer Sicht werde sich in den nächsten Tagen zeigen, ob die jüngste Aufwärtsbewegung des Dax Teil eines neuen Impulses nach oben ist, schrieben die Experten von Index-Radar. Der Markt bewege sich schon recht lange unterhalb der Rekorde von 2017 und 2018, jedoch ohne große Rückschläge: Das deuteten die Fachleute als frühes Signal der Stärke. Auf kurze Sicht lägen die nächsten Zielmarken bei 13 700 oder gar 13 900 Punkten.

Bei den Einzelwerten mussten im Dax vor allem Autobauer nach vorläufigen Geschäftszahlen von Daimler <DE0007100000> Federn lassen. Der Stuttgarter Konzern rechnet mit Milliardenlasten aufgrund der Dieselaffäre und lag zuletzt mit Minus 1,54 Prozent am Dax-Ende.

Unter die Gewinner im Dax konnte sich unter anderem Infineon <DE0006231004> schieben. Der Chiphersteller profitierte von den guten IBM-Zahlen <US4592001014> aus den USA und lag zuletzt noch mit 0,26 Prozent im Plus. Das Computer-Urgestein konnte trotz anhaltender Schwächen im IT-Kerngeschäft ein ganz leichtes Umsatzplus erzielen. Der erste Geschäftszuwachs seit sechs Quartalen übertraf die Erwartungen der Experten.

Die Aktionäre des im MDax gelisteten Batterie-Herstellers Varta <DE000A0TGJ55> mussten eine kritische Studie der Commerzbank verdauen. Die Experten hielten die Monopolstellung als Zulieferer für ein Relikt der Geschichte. Die Anteilscheine von Varta fielen um fast 5 Prozent.

Tiefer fiel am Mittwoch im MDax nur K+S <DE000KSAG888> mit einem Minus von zuletzt noch fast 7 Prozent: Die Experten der Bank of Amerika hatten sich negativ zu den Papieren des Salz- und Düngemittelkonzerns geäußert. K+S steht nach einem milliardenschweren Neubau eines Kaliwerks in Kanada sowie infolge des seit Monaten schlechten Kalidünger-Marktumfeldes finanziell unter Druck.

Gute Nachrichten gab es hingegen für den Kupferkonzern Aurubis <DE0006766504>, der nach einer Kaufempfehlung des Bankhauses Lampe mit einem Plus von rund 2 Prozent den MDax anführte./ssc/la/jha/

--- Von Sebastian Schug, dpa-AFX ---