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Aktien Frankfurt: Dax unter Druck nach Hiobsbotschaften aus den USA

FRANKFURT (dpa-AFX) -Neu angefachte Inflations- und Zinsängste haben am Freitag den Dax DE0008469008 unter Druck gebracht. Die Auslöser kamen aus den USA: Zuerst hatte in dieser Woche US-Notenbankchef Jerome Powell überraschend ein wieder stärkeres Zinserhöhungstempo als möglich bezeichnet. Am Donnerstag sorgten dann der Zusammenbruch der Krypto-Bank Silvergate Capital und der Kurssturz der Aktie von SVB Financial, einem Startup-Finanzierer aus dem Silicon Valley, für Verluste an der Wall Street. Nun setzte sich die Aktien-Verkaufswelle auch in Europa fort. Zudem herrscht Unsicherheit vor dem am Nachmittag erwarteten US-Arbeitsmarktbericht für Februar.

Der Dax gab bis zur Mittagszeit um 1,56 Prozent auf 15 388,20 Punkte nach. Auf Wochensicht droht ein Verlust von etwas mehr als ein Prozent, nachdem der deutsche Leitindex am Dienstag bei 15 706 Punkten noch auf ein Dreizehnmonatshoch geklettert war. Der MDax DE0008467416 verlor am Freitag 1,65 Prozent auf 27 972,60 Punkte.

Mit der Gelassenheit der Anleger am deutschen Aktienmarkt sei es vorbei, schrieb Kapitalmarktstratege Jürgen Molnar von RoboMarkets nach den Hiobsbotschaften aus den USA. Zu groß sei die Sogwirkung, als dass sie ignoriert werden könnte.

Anlegern wurden die Gefahren, etwa von Kreditausfällen, ins Gedächtnis zurückgerufen, die mit den jüngst gestiegenen Zinsen einhergehen können. Der bekannteste Wall-Street-Index Dow Jones war daher am Vortag auf das tiefste Niveau seit November gesackt, womit seine Jahresgewinne dahin sind. Das Plus im Dax seit Jahresbeginn liegt immerhin noch bei 10,5 Prozent.

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"Noch scheint die Silicon Valley Bank ein Einzelfall zu sein. Aber wie groß die Ansteckungsgefahren unter Banken sind, das haben frühere Krisen gezeigt", erklärte Portfolio-Manager Thomas Altmann von QC Partners die hohe Sensibilität auf die Nachrichten aus Kalifornien zu SVB Financial.

So wunderte es kaum, dass europaweit der Bankensektor gemieden wurde und Schlusslicht unter den Branchen war. Hierzulande büßten die Aktien der Deutschen Bank DE0005140008 7,6 Prozent ein und hielten im Dax die rote Laterne. Die Anteile der Commerzbank DE000CBK1001 folgten mit minus 4,7 Prozent. Manch einer fürchtet "Ansteckungsgefahren" für die europäischen Finanzkonzerne. Ein Experte spricht dagegen sprechen von einem "stimmungsgetriebenen Abverkauf, auch wenn sich die Situation schnell ändern kann".

Für die Papiere des Nutzfahrzeugherstellers Daimler Truck DE000DTR0CK8 ging es um 4,7 Prozent abwärts. Der Dax-Konzern nimmt sich nach einem guten Lauf im vergangenen Jahr auch für 2023 viel vor. Die Ziele liegen über den Analystenerwartungen. Doch das half an diesem Börsentag nicht, zumal die Aktie in der ersten Märzwoche bereits sehr gut gelaufen war. Versorger-Aktien, wie die von RWE DE0007037129 mit plus 0,2 Prozent und Eon DE000ENAG999 mit stabilem Kurs, galten dagegen an diesem trüben Handelstag als "sichere Häfen".

Nach einer Abstufung durch Morgan Stanley gerieten die Papiere von Kion DE000KGX8881 im MDax unter Druck und gaben um 4,8 Prozent nach. Analyst Ben Uglow sieht eine unsichere Entwicklung von Preisen und Volumina im neuen Jahr und votiert für die Aktie des Gabelstaplerherstellers daher nur noch mit "Equal-weight".

Im SDax DE0009653386 waren die Anteile des Finanzdienstleisters Hypoport DE0005493365 und die des Diagnostikspezialisten Stratec DE000STRA555 mit jeweils fast 10 Prozent Kursminus die Schlusslichter. Hypoport rechnet nach einer rückläufigen Geschäftsentwicklung im vierten Quartal auch im laufenden Jahr mit schweren Zeiten. Stratec will angesichts eines anhaltenden Gewinnrückgangs Kosten sparen und Preise erhöhen./ck/mis

--- Von Claudia Müller, dpa-AFX ---