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Aktien Frankfurt: Dax dreht trotz Ifo ins Plus - Chefwechsel belastet VW

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Dax <DE0008469008> hat der starken Vorwoche am Montag nur anfangs etwas Tribut gezollt. Im Laufe des Vormittags machte der deutsche Leitindex die anfänglichen Verluste sukzessive wett und stand am Mittag 0,39 Prozent im Plus bei 13 305,35 Punkten.

"Zum Start in eine Handelswoche, in der die US-Notenbank Fed die Leitzinsen abermals um 75 Basispunkte erhöhen dürfte, halten sich die Ambitionen der Anleger für Aktienkäufe verständlicherweise in Grenzen", kommentierte Kapitalmarktstratege Jürgen Molnar von RoboMarkets. Untermauert wurde die Vorsicht der Anleger vom schwachen Ifo-Geschäftklima, das der Dax-Erholung allerdings nicht im Wege stand. Der Ifo-Index als Deutschlands wichtigster konjunktureller Frühindikator belegte für den Juli eine überraschend deutliche Stimmungseintrübung in der deutschen Wirtschaft - er fiel auf ein Zweijahrestief.

Auch die anderen Indizes machten nach der schwächelnden Eröffnung Boden gut: Der MDax <DE0008467416> der mittelgroßen Unternehmen verlor zuletzt nur noch 0,05 Prozent auf 26 762,27 Zähler, während der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 <EU0009658145> ins Plus drehte und 0,41 Prozent auf 3611,23 Punkte gewann.

Die neue Woche steht ganz im Zeichen der US-Notenbank, wie auch die Experten der Schweizer Bank Credit Suisse betonten. Die Währungshüter der weltgrößten Volkswirtschaft geben am Mittwoch wohl die nächste Leitzinserhöhung bekannt. Zuletzt waren die zwischenzeitlich spürbaren Sorgen vor einer Erhöhung um einen ganzen Prozentpunkt wieder deutlich abgeklungen - erwartet werden von den meisten Experten 0,75 Prozentpunkte.

Steigende Zinsen machten Aktien als Risikopapier "vor allem in geopolitisch und wirtschaftlich unsicheren Zeiten unattraktiver", so Stratege Molnar. Dem entgegenwirken könnten indes "überraschend positive Quartalsberichte von Unternehmen, da so den Investoren die Bewertungen an der Börse auch in einem Umfeld steigender Zinsen wieder schmackhaft gemacht würden".

Am deutschen Markt standen der überraschende Führungswechsel bei Volkswagen (VW) im Fokus. Die Vorzugsaktien <DE0007664039> des Autobauers und des Großaktionärs Porsche SE <DE000PAH0038> verloren 1,8 und 2,1 Prozent, womit sie hintere Plätze im Dax belegten. Am Freitag nach Börsenschluss hatte VW mitgeteilt, dass Vorstandschef Herbert Diess Anfang September ausscheidet und von Oliver Blume abgelöst wird, dem Chef der Sportwagentochter Porsche AG. Bernstein-Analyst Daniel Roeska kritisierte den Zeitpunkt angesichts der anstehenden Herausforderungen als unpassend. Dagegen betonte Jefferies-Analyst Philippe Houchois die Chance, die Unternehmensstrategie zu überdenken.

Derweil zogen Bechtle-Titel <LU1704650164> an der MDax-Spitze um fünfeinhalb Prozent an, nachdem der IT-Dienstleister trotz Lieferengpässen eine Steigerung des Quartalsgewinns berichtet hatte. Beim im Nebenwerte-Index SDax <DE0009653386> gelisteten Mischkonzerns Baywa <DE0005194062> sorgten Eckdaten für ein Kursplus von fast 7 Prozent und den Spitzenplatz.

Ansonsten bewegte Analystenaussagen die Kurse. Die Aktien der Merck KGaA <DE0006599905> stiegen nach einer positiven Jefferies-Studie um anderthalb Prozent. Die Nachhaltigkeit des Wachstums im Life Sciences-Bereich wird laut Experten Peter Welford am Aktienmarkt noch nicht angemessen gewürdigt. Auch das Healthcare-Portfolio hält er für unterbewertet, die Sorgen im Electronics-Segment dagegen für übertrieben hoch.

Dagegen büßten Uniper-Papiere <DE000UNSE018> als MDax-Schlusslicht acht Prozent ein. Die US-Bank JPMorgan stufte sie gleich doppelt ab und rechnet nun mit einer im Sektorvergleich schwachen Kursentwicklung. Das Kursziel strich Analyst Vincent Ayral radikal zusammen, von 32,00 auf 5,50 Euro. Er begrüßt zwar das Rettungspaket der Bundesregierung für den angeschlagenen Energiekonzern. Kritisch sieht er jedoch die Kapitalerhöhung zum Ausgabepreis von 1,70 Euro je Aktie unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre und die milliardenschwere Pflichtwandel-Anleihe. Die Unsicherheit über die immense Anteilverwässerung für die Altaktionäre bringe weitere negative Dynamik in die Aktien, so Ayral.

Beim Vermögensverwalter DWS <DE000DWS1007> mussten die Anteilseigner ein Kursminus von knapp einem Prozent verkraften, nachdem Jefferies-Analyst Tom Mills seine Kaufempfehlung gestrichen hatte. Anders als beim kurzzeitigen Kursrückgang im ersten Halbjahr 2020 müssten die traditionellen Vermögensverwalter ihre Gewinnmargen nun in einem inflationären Umfeld verteidigen und gleichzeitig in strategische Wachstumsinitiativen investieren./gl/mis

--- Von Gerold Löhle, dpa-AFX ---

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