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Aktien Frankfurt: Dax & Co nach Rekorden zu Wochenbeginn wieder im Minus

·Lesedauer: 3 Min.

FRANKFURT (dpa-AFX) - Am deutschen Aktienmarkt hat sich die Stimmung am Dienstag nach den Rekorden zum Wochenstart wieder eingetrübt. Die wichtigsten Börsenbarometer gerieten zuletzt teils deutlich unter Druck, nachdem am Montag der Leitindex Dax <DE0008469008> sowie die Nebenwerte-Indizes MDax <DE0008467416> und SDax <DE0009653386> historische Höchststände erreicht hatten. Die Anleger strichen nach der jüngsten Rally Gewinne ein.

Bis zum frühen Dienstagnachmittag gab der Dax um 0,35 Prozent auf 14 010,26 Punkte nach. Seine Bestmarke liegt aktuell bei fast 14 170 Punkten. Der MDax fiel um 0,51 Prozent auf 32 309,58 Punkte und der SDax büßte mehr als 1 Prozent ein. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 <EU0009658145> wiederum lag nur leicht im Minus.

Generell werden die Börsen weiter unter anderem von der Erwartung eines fast zwei Billionen US-Dollar großen Corona-Hilfspakets in den USA oder den Fortschritte in den Impfkampagnen angetrieben. An diesem Dienstag aber erwies sich der wieder steigende Eurokurs <EU0009652759> als Hemmschuh. Stark exportorientierte Unternehmen können unter dem Anstieg der Gemeinschaftswährung leiden.

Aus charttechnischer Sicht ist der Aufwärtstrend im Dax der Großbank UBS zufolge weiter klar intakt. Der deutsche Leitindex bewege sich seit Monaten in einem steigenden Trendkanal. Allerdings kämpfe das Börsenbarometer aktuell mit der Widerstandslinie im Monatschart bei 14 100 Punkten.

An der Dax-Spitze gewannen die Aktien von Adidas <DE000A1EWWW0> 1,9 Prozent. Die Papiere des Sportartikelherstellers erscheinen derzeit Börsianern zufolge mit Blick auf den Chart besonders aussichtsreich.

Am Dax-Ende weiteten die Papiere von RWE <DE0007037129> ihre Vortagesverluste aus und fielen um 2,6 Prozent. Analysten setzten den Kursrücksetzer in Zusammenhang mit der jüngsten Ausschreibung britischer Offshore-Windprojekte. Die zum Zuge gekommenen Konzerne wie etwa RWE müssten im Voraus Milliarden bezahlen für Projekte mit einem gewissen Umsetzungsrisiko, schrieb der Experte Peter Bisztyga von der US-Investmentbank Bank of America. Für Anleger sei dies wohl ein Signal dafür, dass der Wettbewerb irrational geworden ist.

Zu den schwächsten Werten im SDax gehörten die Anteilsscheine von Ceconomy <DE0007257503>, die um 6,6 Prozent einknickten. Nach der Präsentation der endgültiger Quartalszahlen machten sich bei den Anlegern des Unterhaltungselektronikhändlers Sorgen um die weitere Geschäftsentwicklung breit. Baader-Bank-Experte Volker Bosse schrieb: "Der Geschäftsausblick ist angesichts der Ausweitung lokaler coronabedingter Lockdowns beträchtlich gestiegenen Unsicherheiten unterworfen. Die Jahresziele der Unternehmensgruppe sind offenkundig gefährdet."

Die Anteilsscheine von Lanxess <DE0005470405> büßten im MDax 2,7 Prozent ein. Hier enttäuschte laut einem Analysten eine entgangene gute Kauf-Gelegenheit für werthaltiges Wachstum. Mit dem Verkauf der Chemiesparte der schweizerischen Lonza <CH0013841017> an die beiden Finanzinvestoren Bain Capital und Cinven sei Lanxess als Bieter bei diesem lukrativen Deal leer ausgegangen, schrieb der Experte Sebastian Satz von der Barclays Bank.

Der Euro <EU0009652759> profitierte von einer breit angelegten Dollar-Schwäche und notierte zuletzt bei 1,2092 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Montagnachmittag auf 1,2025 Dollar festgelegt.

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite von minus 0,46 Prozent am Montag auf minus 0,48 Prozent. Der Rentenindex Rex <DE0008469107> stieg um 0,12 Prozent auf 145,68 Punkte. Der Bund-Future <DE0009652644> lag mit 0,03 Prozent im Minus bei 176,02 Punkten./la/jha/

--- Von Lutz Alexander, dpa-AFX ---